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Donnerstag, 14. Januar 2010

Obheiter

Obheiter - oben heiter (unten nicht!)

Eine herrliche Wetterlage - vorausgesetzt, man kommt raus aus dem Büro und rauf auf den Berg, denn da sieht es so aus:



Während im Tal...



Wenn dann noch der Schnee stimmt, entstehen Bilder wie dieses:



Zusammenfassend lässt sich sagen:

Die Männer am Berge,
Die Frauen im Tal
Oben die Freude,
Unten die Qual.

Samstag, 28. November 2009

Rider Portrait #1 - Samuel Blenkinsop

Samuel Blenkinsop, auch bekannt als Blinky, hat, was andere nicht haben. Der junge Mann ist extrem jung, und doch schon extrem schnell - insbesondere auf technischen Strecken, sein offensichtlicher Favorit im World Cup: Schladming. In den letzten beiden Jahren konnte er hier seinen ersten World Cup gewinnen, dieses Mal musste er sich einzig und allein Sam Hill geschlagen geben.



Das wirft die berechtigte Frage auf, warum der Bursche so schnell ist: Ist es, weil er ein Kiwi ist, sein bisheriges Leben auf Kopf verbracht hat, beinahe näher an der Antarktis als an Australien? Weil man da unten Outdoorfreak ist? Weil die Landschaft zum Mountainbiken einlädt?

Oder liegt es etwa an seinem kalifornischen Untersatz, einem Yeti 303 mit raumfahrtsschienenfederungssystem? Seinen ultraklaren Adidas Yodai Goggles? Oder ist es, weil er keine Handschuhe trägt, und so den Untergrund direkter fühlt, als andere Fahrer? Oder liegt es aber an seiner braunen Analog Uhr am Handgelenk, für die er Stürze vermeidet und besonders smooth fährt, um Erschütterungen zu vermeiden?

Es ist nichts von alledem. Es ist stattdessen: Seine Zahnspange!

Als einziger Fahrer war er 2009 mit dem Gebissschutz aus Spezialtitan unterwegs, das sonst nur bei streng geheimen NASA Operationen in andere Galaxien verwendet wird. Diese Zahnspange erlaubt es ihm, sich selbst im Sitzen auf den Schuh zu spucken, und dabei trotzdem noch cool auszusehen. Diese Zahnspange gibt seinem Lächeln etwas Bubenhaftes, weshalb ihn seine Gegner nicht ernst nehmen, seine Liebhaberinnen für unschuldig halten und seine Eltern stolz auf ihn sind.
Sie gibt ihm mehr Haft als Dentadent Ultra-Haftcreme Omas Dritten und die nötige Sicherheit, um in ruppigem Gelände die Ruhe zu bewahren.
Sein sicherer Biss ist lange nicht so verbissen, wie der anderer Trainingsfanatiker, er ist souverän und lädt zum Nuscheln ein, wie man das auf der südlichen Hemisphäre nun mal macht.



Insofern ist abzuwarten, wie lange die UCI dem Gebrauch von leistungssteigernden Zahnspangen noch tatenlos zusehen wird - meine Vermutung: Blinky wird das Ding bald ablegen, aufgrund von internem Druck aus den hohen Etagen der UCI. Der Öffentlichkeit wird er erzählen, erwachsen geworden zu sein, was natürlich nur Szeneneulinge glauben können, denn: Der junge ist Kiwi, der reift langsamer als ein 89er Bordeaux.

Freitag, 27. November 2009

Tabu? Welches Tabu?

Manche Menschen sprechen über manche Sachen nicht, weil andere Menschen um sie herum das als unschicklich ansehen.

So weit, so gut - das kennen viele von uns. In der Regel wird dann auf das Internet ausgewichen und in seltsamen Foren oder auf sonstigen Plattformen mit gleichgesinnten gechattet, getauscht und konsumiert. Wer jetzt gleich an einen ganz bestimmten Bereich des Internets denkt, der liegt gar nicht so falsch. Aber eben auch nicht direkt richtig. Das ist jedoch wenig schlimm - geht dem Hauptdarsteller im ersten Video auch so und das stellt sich im Nachhinein als gar nicht so schlecht heraus ;)

Bei der gemütlichen Youtube-Runde am frühen Nachmittag hat mich Ede vorhin auf das folgende Video hingewiesen und einen absoluten Volltreffer gelandet. Grundsätzlich bin ich kein Fan von Youtube. Der kostenlose Videospaß auf diesem "Kanal" bringt einen gigantischen Haufen Scheiße zu Tage, den eigentlich niemand sehen will und den trotzdem alle anschauen. Warum schafft es dieses bescheuerte Lied (LINK) auf fast 45 Millionen Hits? Gibt es ernsthaft 45 Millionen Menschen auf der Erde, die sich diesen geistigen Durchfall zu Gemüte führen, ihn konsumieren wie Milch und Honig? Offensichtlich Ja. Warum weigern sich die Bildschirme nicht, es wiederzugeben? Warum kommen Töne aus den Boxen?

Youtube kennt jedoch auch eine andere Dimension, die man zwar eher bei Vimeo vermuten würde (für die, die es nicht kennen sollten: HD-Video Hoster in stilvollem Rahmen und ohne den ganzen Trash und Scheiß), die jedoch bei Youtube läuft, um eben jene riesige Zahl an Views und Klicks zu erreichen: Die Qualitativ hochwertigen Produktionen. Aha, der geneigte Leser hat mitgedacht und denkt jetzt an Hollywood Blockbuster Trailer oder professionelle Hobbyfilmer (ein eigentlicher Widerspruch aber mittlerweile vollkommen richtige Beschreibung)? Weit gefehlt. Mir geht es eigentlich immer noch um Tabus und das man anscheinend darüber nicht sprechen kann/darf/will - und man damit zwangsläufig auch weit hinter den bestehenden Möglichkeiten bleibt; sich selbst um eine mögliche Chance bringt.

Das Beispiel, das wunderschön aufzeigt, wie gut es sein kann, so manches Tabu zu brechen, ist dieser Film, den Ede mir verlinkt hat:



Das Video und der Song sind in erster Linie extrem gut verfilmt und produziert, in zweiter Hinsicht sind die Sänger wirklich talentiert und drittens ist Taryn Southern unglaublich heiß. Abseits davon spielt das Lied aber mit einem Thema, dass offensichtlich nicht salonfähig ist, entwickelt die Idee und kommt letzten Endes zu dem Schluss, dass das Thema schön ist und glücklich macht. Für manch einen mag das gewählte Beispiel ein bisschen seltsam sein - es zeigt aber doch, wie Qualität und ein Statement auf einem Massenmüllkanal wie Youtube verbreitet werden können. Manch unkonventionelle Sache kann hinten rum eben doch genau das sein, wonach man eigentlich gesucht hat. Und das macht es wertvoll. Wer sich übrigens am Inhalt stört, der darf gerne einfach nur zuhören, die Sprache nicht verstehen und die tollen Bilder genießen... ich gehe aber davon aus, dass viele laut vor ihren Bildschirmen lachen werden, wenn sie das sehen.



Laut lachen kann man auch bei dem folgenden Video. Im Gegensatz zu "Wrong Hole" mit unter 3 Millionen Hits ist dieses Musikvideo mit schlappen 71 Millionen Hits ein wirklicher high-scorer und auch das wieder zu Recht. Die Gruppe macht sich gekonnt über ein sensibles Thema lustig und führt das Dating ad absurdum - extrem gelungen.

Was ich nun also sagen will? Das weiß ich irgendwie selbst nicht mehr so Recht. Vielleicht, dass beide Videos sehr gut gemacht und lustig sind, obwohl oder gerade weil sie mit Dingen spielen, die eigentlich nie auf den Tisch kommen? Vielleicht hätte ich das alles besser ohne Kommentar gepostet aber warum auch nicht? Sprechen wir also drüber. Das kann helfen.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Atmosfair - fair fliegen?

Neulich durchblätterte ich das "Pornorama", Magazin des Alpenvereins, und stutzte bei dieser Anzeige doch etwas:



Was mich daran irritiert hat?

1.) Hat Herr Pritzel sich nicht die richtigen Domains gesichert?

2.) Hat sich Herr Pritzel vielleicht im Namen vergriffen?

Zu meinem ersten Punkt:
Ja. Die Kleidungsmarke "ATMOSFAIR CLOTHING" von Timo Pritzel findet sich unter www.atmosfair-clothing.de - wer bei Google nach Atmosfair sucht, findet diese Adresse erst auf Rang 4, davor finden sich, wer hätte es Gedacht "Klimabewusst fliegen" und "Emissionsrechner"

Nun, das wäre an sich nicht schlimm, wer die Klamotten sucht, wird sie auch finden. Was mich aber eher stört, ist Punkt 2:

Atmosfair - Timo hat den Namen gewählt weil (Begründung von seiner Homepage) "TMO" darin vorkommt, außerdem die Worte "Atmosphäre" und "Fair". TMO und Atmosphäre passen gut, aber wer sich Fair auf die Flagge schreibt, ja in den Namen schreibt, der sollte auch Fair anbieten. Das sind die T-Shirts, die zum Teil für 14,95€ über die Ladentheke gehen, aber leider nicht wirklich. Produziert werden die Klamotten in Fernost, anschließend Transport nach Deutschland - Klimaschutz sieht anders aus, faire Löhne und Nachhaltigkeit auch.

Bitte nicht falsch verstehen, es gibt vermutlich viele schlimmere Klimasünder, H&M zum Beispiel, aber die nennen sich dann nicht Atmosfair. Die Sachen sind stylisch, ich trage sie selbst, aber meiner Meinung nach vermittelt der Name einfach einen falschen Eindruck.

Samstag, 3. Oktober 2009

Das Mountainbike – Pferd der Neuzeit?!

Begegnet ein Geländeradsportler im Gebirge einem Wanderer, so ist dessen Reaktion vollkommen unvorhersehbar: Vom freundlichen Gruß, der als Gesprächsauftakt dienen soll, bis zum unflätigen Schimpfwort, das als Todeszauber fungieren will, ist ungefähr alles möglich.
Die hierfür angeführten Gründe sind vielfältig: Von der Bodenerosion bis zum rüpelhaften Benehmen der „Biker“ (Das sind doch die Tätowierten mit den lauten Harley Davidsons, oder?) hört man alles. Aber so ganz schlüssig erscheint mir diese Argumentation nicht. 


Ganz im Gegenteil, mir drängt sich der dringende Verdacht auf, dass die Ursachen für die (fehlende) Sympathie an anderer Stelle liegen, tiefer, im Unterbewusstsein und historisch geprägt. Das Problem ist nämlich: Mountainbiker werden nicht als Mountainbiker betrachtet, sie werden gewissermaßen verwechselt, und zwar mit Rittern. Ganz genau, mit den schwer bewaffneten und dick gepanzerten, düster dreinschauenden Streitkräften des Mittelalters, die hoch zu Ross die Wege vergangener Zeiten bevölkerten.


Die Analogie sticht sofort ins Auge, der Geländeradsportler sitzt nicht auf einem gezüchteten Rappen, sondern einem hochgezüchteten Radel, trägt ebenfalls Protektoren und gegebenenfalls Vollvisierhelm und jede Menge Ausstattung mit sich herum und ist, genau wie der Reiter, einfach schneller unterwegs. Für den Wanderer, den einfachen Mann, fällt es da schwer zu differenzieren: Habe ich es mit einem edlen Lord zu tun, oder thront auf diesem hohen Ross ein böser Raubritter? Deshalb auch die unvorhersehbaren Reaktionen: Respekt und Anerkennung für den gerechten Gutsherren, der seinen (Draht)Esel beherrscht, Unmut und Beleidigungen für den mordenden und brandschatzenden Rüpel, der seinen Untersatz Steine schleudern lässt und rücksichtslos vorbei prescht.


Leider ist diesbezüglich kein Ende in Sicht, denn die aufkommenden 29“ Räder unterstützen diesen Effekt noch – der Fahrradfahrer thront noch höher, noch bedrohlicher über dem Wanderer, als hätte er einen noch größeren Hengst im Stall, bereit, jederzeit sein Schwert auf den ohnehin schon geknechteten Bauern niedergehen zu lassen.


Noch nicht überzeugt? Die Parallelen zwischen Pferd und Rad gehen noch weiter: Wege, die einst angelegt wurden, damit Prinzen sie hinauf reiten können, eignen sich heuer perfekt zum biken. Der Bunnyhop Weltrekord liegt irgendwo bei 140cm – Hindernisse beim Dressurreiten weisen eine ähnliche Höhe auf. Bikes lassen sich schieben – Pferde auch.


Freitag, 2. Oktober 2009

Innovate or Die

Innovate or die - dieses Motto hat sich Specialized auf die Fahne geschrieben - doch die ganze Bikeindustrie strotzt nur so vor Innovationslust. Kein Hersteller, der nicht jedes Jahr Neuheiten auf der Eurobike, der Interbike, beim Sea Otter und der Taipei Bicycle Show präsentiert. Einige Modelle werden jedes Jahr gerelauncht, upgedatet, ja, neu erfunden. Jedes Jahr: Die Revolution. Jedes Jahr: Neu. Leichter. Besser. Schneller. Steifer. Höherer STW- und niedrigerer Q-Wert. Neue, alle internationale Standards. Oversized. BB30. E2, Conehead, Tapered Steerer. Die Fahrradbranche scheint voller heller Köpfe zu sein - nicht nur in der Entwicklung, sondern auch (oder gar vor allem?) Im Design und dem Marketing.

Mit dem Vorjahresmodell zu fahren ist fast nirgendwo schlimmer als beim Mountainbiken, die wenigsten Teile erlangen Kultstatus, bei den meisten ist einfach die Funktion "Völlig überholt". Jedes Jahr glaubt man : Besser geht's nicht. Bis nächstes Jahr. Dann glaubt man wieder das gleiche.


Wo führt das alles hin? Entwickelt die Bikebranche in die richtige Richtung? Kann man die Produkte von heute noch signifikant verbessern?

Eine mögliche Antwort auf diese Fragen wollte Ghost dieses Jahr auf der Eurobike geben und zeigte ein Projektbike, was in mittel ferner Zukunft Realität sein könnte.

Auf den ersten Blick sieht das Bike zwar Up-to-date aus, aber nicht wie von morgen. Die Visionen der Denker stecken eher i Detail: Hinter der Hammerschmidtkurbel sitzt ein 500W Elektromotor, der den Fahrer zur Not auch von allein den Berg hochzieht, auf einer der 18 immer noch existierenden Getriebeübersetzungen garantiert. Der Strom für den Motor ist im kleinen aber leistungsfähigen Akku darüber gespeichert - und damit ihm nicht die Puste ausgeht, bedient man sich Technologien, die an Sciene-Fiction Komiks erinnern:

Induktionsfederung - die Technik, die bisher schon im Erlebnispark fallende Aussichtskreisel bremst, soll auch in der Federung zum Einsatz kommen, die Federung durch Induktion übernommen und dabei Strom erzeugt werden. Die Bremsen / Naben gewinnen Energie, wenn man das Rad bergab verzögert und zu guter letzt: Der Lack macht Licht zu Strom und speist den Akku.

Klingt wie von übermorgen. Ist es wohl auch. Wollen wir das? Ich weiß es nicht. Den Berg mit dreifacher Lichtgeschwindigkeit hochzufliegen, klingt verlockend. Das ganze Umweltschonend auch. Aber ob es nötig ist? Wohl kaum. Ob es Realität wird? Vielleicht. Pedelecs stehen jetzt schon beim Händler, elektrisch gedämpfte Gabeln werden vorgestellt - in Anbetracht der Geschwindigkeit, mit der sich die Bikeindustrie - unter Einfluss der Elektroindustrie - entwickelt, könnten solche Visionen schneller als man glauben mag Realität werden.

Diesem Wandel bin ich aber durchaus dankbar, auch wenn er erschreckend erscheinen mag, denn ich verzögere lieber mit Scheibenbremsen, als mit Cantis, und alles in allem würde ich sagen: Die Innovation der letzten 25 Jahre Mountainbike-Geschichte sind durchweg positiv und die Freude am Fahren vergrößernd. In diesem Sinne: Innovate or Die!

Samstag, 5. September 2009

Eurobike 2009 - Aftershow Flatdrop Contest

Am morgigen Sonntag findet ein ganz besonderer Event statt: der Carpiel Bikes Flat Drop Contest. Die Initiatoren dieses mit Spannung erwarteten Wettbewerbes laden für den morgigen Tag vor die Messehalle A1, wo es mit viel Schmackes ins Flat gehen wird. Vom Hobby-Josh-Bender bis zum echten Flatdropprofi werden viele Fahrer erwartet.




Uhrzeit: 9:30 Uhr
Startgebühr: 10€ Praxisgebühr, den Rest übernimmt hoffentlich die Krankenkasse
Location: Eurobike Friedrichshafen, vor der Halle A1
Startbedingungen: Fahrradgesamtfederweg von über 42cm

Kategorien: Flatdrop 2m, Flatdrop 5m, Flatdrop 10m und Flatdrop 20m auf dämpfende Holzplatte. Gesprungen wird vom Messedach.

Wir sind gespannt, wer alles vor Ort sein wird und locker lässig auf den Boden klatscht. Bis dahin viel Spaß, es wird in den kommenden Tagen noch einiges mehr von der Eurobike zu sehen geben!

Tobi & Nus, die in den letzten Tagen einfach viel zu wenig geschlafen haben!

P.S.: Grüße an Thomas, Hannes und Martin!

Donnerstag, 3. September 2009

Kotwort Kompressionsbekleidung

Sie ist überall. Auf der Messe, in der Werbung, in den Läden, auf Wettkämpfen: Kompressionsbekleidung.

An den Models und den Wettkampfathleten sieht sie (verständlicherweise) immer sehr adrett aus, der Dank geht an Styropor und Anabolica, manchmal auch einfach nur harte Arbeit und, nicht zu vergessen, die Kompressionsbekleidung selbst, denn sie hat ja durchaus einige Vorteile:


1.) Die Wampe wird zurecht gezogen. Die Kleidung komprimiert den Körper, weiches Fett wird in Position gerückt, nichts hängt, nichts wackelt, der Träger wirkt gleich unheimlich viel muskulöser.

2.) Durch die Kompression der Gliedmaßen weiten sich die Venen nicht, deren Rücklaufklappen können sich besser schließen, Blut wird effektiver und schneller zum Herz zurück gepumpt - die Folge: Mehr Leistung, schnellere Regeneration durch bessere Durchblutung.

3.) Deutlich reduzierte Muskelvibrationen. Wer Muskeln hat, dicke Muskeln hat, der weiß: Sind diese nicht angespannt, so schlackern sie bei Erschütterungen, was das Zeug hält. Werden sie hingegen durch Kompressionsbekleidung in Position gehalten, wackelt da nichts, was in weniger Ermüdungserscheinungen resultieren soll.

Klingt soweit gut, aber warum heißt der Artikel jetzt Kotwort?

Ganz einfach: Weil das ganze nicht so uneingeschränkt funktioniert und durch die direkt auf der Haut getragene Kleidung erneut Transpirationsprobleme entstehen, die bisherige Funktionsbekleidung noch nicht einmal ganz gelöst hatte. Heißt in der Folge?

Was man durch bessere Kompression gewinnt, verliert man durch Unterkühlung, Überhitzung oder weiß nicht was.

Um jetzt aber konstruktiv zu kritisieren: Guter Ansatz, wenn es in ein paar Jahren Unterwäsche gibt, die komprimiert, atmet, trocknet, kühlt, wärmt, kurz um für Wohlgefühl sorgt, immer her damit!

Dienstag, 28. Juli 2009

Bike-Expo München - Ein Kommentar

Groß waren die Plakate, die für die Bike-Expo warben, und groß waren die Ankündigungen die gemacht wurden: Exklusives Rahmenprogramm, Velonale, Trail-Star Danny Mac Askill, BIG in Bavaria Dirt Jump Contest, Skullcandy-Party mit DJ Real und so weiter und so fort.

Ich habe mich auf die Messe gefreut, doch schon im vorhinein hatte ich Zweifel an diesem Termin: Die Bikebranche ist noch zu klein, um auf drei Hochzeiten gleichzeitig tanzen zu können: Ebenfalls an diesem Wochenende: Weltcup in Kanada und DM in Bad Wildbad. In nur 4 Wochen: Eurobike im 140km entfernten Friedrichshafen, ihres Zeichens größte Fahrradmesse der Welt und Jahr für Jahr Zeitpunkt der Neuheitenvorstellungen.

Deshalb hatte man seinen Fokus ganz bewusst - anders als die Eurobike - auf das Thema Mobilität der Zukunft gelegt und dafür Vorträge und Testräder zum Thema Pedelecs organisiert. Außerdem ein Publikumsmagnet: Danny Mac Askill und der Dirt Jump mit der Elite auf 20" und 26" - weiteres Plus: Der ganze Spaß ist Gratis - das sollte doch genügen, um die Massen nach München zu ziehen?

Ein Blick in die leere U-Bahn zeigte: Offenbar tat es das nicht. Woran lags?

1.) Der Termin - Die Hersteller können sich keine zwei Messen leisten und haben ihre Neuheiten ohnehin noch nicht fertig
2.) Am Samstag war das Wetter mäßig
3.) München ist ein teures Pflaster, wer hier übernachten will zahlt nicht zu wenig.
4.) Nur für einen Trailstar kommt keiner auf die Messe

Dazu sei gesagt, das es nicht schlecht war, das so wenig los war - anders wären schlicht und ergreifend zu wenige Testräder vorhanden gewesen, die ja doch Kernstück des Konzepts "Cycling Trends" waren.
Der DirtJump Contest war hochklassig, litt aber unter dem verstreuten und wenig großen Publikum sowie dem traurigen Moderator von Eurosport, der das Publikum nicht recht zu animieren wusste.

Ich persönlich schätze, dass die Messe in dieser Form keine Wiederholung findet, dafür war die Resonanz zu gering und die Einnahmen schlicht so gut wie nicht vorhanden, da muss sich München mehr einfallen lassen, um die Biker anzuziehen. Stichwort Anziehen: Sehr schön und fast radioaktiv grün zum Anziehen sind die "I love Dirt" T-Shirts, die für den Bombenkrater und die Isartrails demonstrieren. Mehr unter www.cheap-yeah.com

Mittwoch, 22. Juli 2009

Goldjungen

Was haben Aaron Gwin, Gee Atherton und Justin Leov gemeinsam?

Alles schnelle Weltcup-Downhiller, ja ne, is klar. Sonst noch was?

Richtig: Die Gabel - eine Fox 40. "Wow" möchte man nun meinen, das ist ja wirklich eine einzigartige Gemeinsamkeit, eine Fox 40, die selbe Gabel wie sie etwa jeder vierte Fahrer im Worldcup fährt. Doch jeder, der auch nur einen etwas näheren Blick auf die Gabel der Jungs wirft, stellt fest: Keine Normale 40er - nein, die Standrohre sind golden, die Krone auch anders... was hat es damit auf sich?
Diese drei Fahrer haben die Ehre, für Fox die nächste Gabelgeneration zu erFahren, zu testen, Feedback zu geben und somit das nächste Modell zu beeinflussen. Doch warum ausgerechnet diese drei doch recht unterschiedlichen Fahrer? Ein Kiwi, ein Ami und ein Brite?

Wir haben nachgefragt und bekamen die Antwort: "Weil sie das beste und direkteste Feedback geben" - was auch Sinn macht: Aaron Gwin ist einfach ein Experte und bringt KnowHow aus dem Motocross-Bereich mit, wohnt außerdem gleich nebenan in Kalifornien - eine Eigenschaft die auch Gee Atherton den gesamten Winter über für sich beanspruchen konnte, genau wie Justin Leov.

Was wir heute schon über die Gabeln von morgen erfahren konnten: Neben der offensichtlichen reibungsarmen Standrohrbeschichtung auf der Habenseite: Leichte Gabelkronen, verändertes Innenleben mit geschwindigkeitsabhängiger Dämpfung. Außerdem High- und Lowspeed Einstellungen für Zug- und Druckstufe. Also nach dem altbekannten Motto: Leichter und Besser. Nur eines wird die 40 sicher nicht - fetter...

Montag, 20. Juli 2009

ReCycling

Es ist 4:31, ich betrete die Unterführung des Radolfzeller Hauptbahnhofes um mit dem Sprinter in Richtung Friedrichshafen aufzubrechen. Die Stadt hatte in der Nacht zuvor das Hausherrenfest begangen, das lässt die Unterführung leicht erkennen. Zwischen Plastikbechern, Bierflaschen und erbrochenem liegt: Ein Fahrrad. Sattel und Stütze fehlen, das Spiralschloss, ein Abus-Markenprodukt von der Sorte, deren Länge sich nicht wirklich nutzen lässt, weil besagte Spirale einfach nicht zwischen den Speichen hindurch passen will, hat seine Aufgabe erfüllt und wacker gehalten: Von den Spiralen ist wenig übrig, dafür ist es ungefähr dreichfach um die Kassette des Rades gewickelt, Kette und Schaltwerk haben da deutlich früher aufgegeben, genau wie der Dieb, der zwar die Unterführung durchqueren und das Fahrrad zerstören konnte, mitnehmen konnte er es aber nicht.


fahrrad.jpg


Was ich mich gefragt habe: Wie viele Fahrräder sind schon Opfer sinnloser Gewalt geworden? Wer kümmert sich um die Hinterbliebenen? Wie groß ist die Recycling-Quote bei den sonst so umweltfreundlichen Zweirädern? Einen Fahrradfriedhof müsste es geben, Mahnmäler, Recyclingstellen müsste es geben! Diese Helden, die nicht aufgegeben haben zwischen 3 und 4 Uhr morgens, denen lediglich eine Sattelstütze fehlt, um weiter die Umwelt zu retten...


50 Cent klingeln in der Wortspielkasse, jedesmal wenn ich ReCycling schreibe, aber doch glaube ich, dass biCycles eher selten reCyclet werden - zur Freude der Fahrradindustrie, aber zu Lasten der Umwelt und der grünen Bilanz des Fahrrades.


Was ich mich gerade auch noch frage: Wer unterscheidet zwischen sinnloser und sinnvoller Vergewaltigung von Fahrrädern? Gefällt es einem Downhill / Freeride Bike nach meterhohem Fall zwischen Boden und Fahrer zerdrückt zu werden? Seine Felgen an schroffen Felsen zerdellen zu lassen? Erfährt die Federung Lust dabei, genutzt zu werden? Und sind die Bremsen gerne heiß? Und stehen sie darauf, dreckige Gedanken in die Tat um zu setzen?


Ich bin mir da nicht ganz sicher...

Donnerstag, 18. Juni 2009

Ehrlich isst am längsten!

In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Gestern waren John Hase und Ich, Steve Anus, auf Mountainbiketour. Soweit nichts ungewöhnliches. Als wir gerade durch Brenesseln, Dornen und die sengende Hitze erschöpft waren, kamen wir an einem Kirschbaum vorbei, dessen Kirschen eindeutig gephotoshopped waren: Groß, herrlich rot, makellos. Doch der Geschmack überzeugte uns von der Echtheit, denn knackig und süß waren die passenden Attribute. Nach einer Viertelstunde im Baum fühlten wir uns gestärkt genug, weiterzufahren, kamen jedoch nur hundert Meter weit, denn dann sahen wir zu unserer Rechten ein Erdbeerfeld: Reife Früchte, Blauer Himmel und: Ein offenes Tor. Also fahren wir rein, bevor die gute Ernte verkommt, und essen ein paar Erdbeeren.Während wir uns fragen, ob wir gerade in einem Experiment zum Thema "Asozialverhalten des Menschen" oder "Genmanipuliert bis zum Geht-nicht-mehr" die Versuchskaninchen spielen, betritt ein Pickup die Bühne. John und mir wird klar, dass der Bauer im Anmarsch ist, unmotiviert entscheiden wir uns zur Flucht, führen sie jedoch nicht aus, sondern schauen zu, wie der Bauer uns erblickt und Gas gibt. Als uns noch seine Staubfahne umhüllt, ist er schon ausgestiegen und begrüßt uns mit den Worten: Wir haben ein Problem! Ein ernstes Problem!



Nach kurzem Diskurs schlagen John und ich vor, als Entschädigung für unser Fehlverhalten jeder einen Korb Erdbeeren zu pflücken, nehmen den Sammlerinnen Körbe ab und beginnen zu ernten. Nach zwei Minuten war die Wut des Besitzers über die Diebe und Ertragsverringerung verflogen, unsere Ehrlichkeit und Charakterstärke hatte ihn überrascht, ja überrannt, weshalb er uns animierte, während dem Pflücken viel zu essen und sogar aufzufordern "Wenn ihr mal wieder vorbeikommt, greift zu, esst, esst!".

Worauf ich hinaus will: Der Mann war vom Hocker gehauen, das jemand dazu steht, Scheiße gebaut zu haben und dafür gerade zu stehen. Der war das nicht gewohnt. Schien für ihn das ungewöhnlichste auf der Welt zu sein. Und deshalb frage ich mich: In was für einer Welt leben wir eigentlich, in der niemand mehr Verantwortung zu übernehmen scheint und Konsequenz zum Fremdwort verkommt?

John und ich haben für uns entschieden: Ehrlich isst am längsten! Selten habe ich mit so gutem Gewissen Erdbeeren gegessen und mich mehr dafür bestätigt gefühlt, dass es sich auszahlt, moralisch richtig zu handeln.

Donnerstag, 9. April 2009

Das Glück ist mit den Dummen - (K)ein Grund für Frust?!


Das Glück ist nicht fair verteilt. Das ist fakt. Oder hat nicht dieser Volltrottel neulich erst wieder einen Zehner gefunden, die fesche Braut abgegrätscht und auf Ebay ein richtiges Schnäppchen geschlagen? Denkt doch mal an Homer Simpson!
Die Frage ist nur: Sollte man sich als wenig mit Glück gesegneter über diese unfaire Willkür aufregen? Verdient haben es diese Kollegen doch auf keinen Fall, und man selbst hätte auch kein Problem damit, wenn einem die Dinge mal so richtig reinlaufen!
Ich denke jedoch man sollte die Sachlage anders sehen: Diese Ungleichverteilung ist doch nur sinnvoll und eigentlich ein Kompliment an den scheinbar benachteiligten! Wie traurig muss es sein, nicht ohne glückliche Zufälle über die Runden zu kommen? Wie stolz darf man sein, nicht auf himmlische Almosen angewiesen zu sein! Glück haben die, die es nötig haben - wer es nicht nötig hat, sollte dafür schlichtweg dankbar sein. In diesem Sinne ist es ein großes Glück, kein Glück zu haben, quasi glücklos glücklich...
Wenn mir demnächst ein Vollversager strahlend erzählt, wie sich für ihn alles ganz von selbst gelöst hat, werde ich zurück grinsen und mir verkneifen, ihm den Unterschied zwischen Gebrauchen und Brauchen zu erklären... gebrauchen kann es jeder - brauchen tun es nur die Spaten und Flachzangen unter uns.

Bleibt nur noch zu sagen: Ich habe genug Sex, das Leben fickt mich jeden Tag...