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Mittwoch, 3. Februar 2010

Teile, Teile, Teile #19 - Reverse Triple X Lenker - 820mm

820mm.
Mehr brauche ich in diesem Post eigentlich nicht zu schreiben.
Schon bei den letzten Teile, Teile, Teile-Beiträgen hier auf fallline productions haben wir zwei Lenker von Reverse Components aus dem Bikepark Bad Wildbad unter die Lupe genommen und nun das: Reverse erhöht die maximale Breite von ohnehin schon amtlichen und für viele zu breiten 760mm auf fast schon übermäßige 820mm. 820. So breit ist meines Wissens nach bislang kein anderer Lenker und wer so breite Schultern hat, weiß ich auch nicht. Fest steht aber, dass mit Sicherheit der ein oder andere Mountainbiker den Lenker in dieser Breite fahren wird; einfach um in und trendy zu sein. Man stelle sich einmal vor: Ein Dirt Jump Rad mit auf 60mm getravelter Rock Shox Lyrik und obendrauf ein 820mm Lenker ohne Rise!? Ich bin gerade versucht Photoshop anzuschmeißen aber belasse es doch bei den Originalbildern von Reverse:


Weitere Details von Peter Schmid (Solid Bikes / Reverse Components) hat gerade dirtmag.co.uk veröffentlicht. So soll der Lenker auf Anregung von Fahrern aus dem World Cup Team entwickelt worden sein und kann selbstverständlich problemlos gekürzt werden. Wie schon bei unserem großen Lenker-Spezial auf mtb-news.de (Link, Lesen dringend empfohlen; über 120 Antworten und 15.000 Hits!) wird auch hier angegeben, dass die Beanspruchung sich durch die gesteigerte Breite verschiebt und das Downhillfahren ermüdungsfreier ermöglicht.

Der Lenker kommt in den Farben titan grau, weiß und schwarz und wird wie seine "schmaleren" Brüder für 79,90€ UVP den Besitzer wechseln. Verfügbarkeitstermin soll Ende März/Anfang April sein.

Technische Daten: 820mm 0,5″ Rise , 9°Backsweep 7075AL T6 triple butted, 368g.

Wollen wir doch mal sehen, ob wir zu diesem Produkt ebenfalls Praxiserfahrungen liefern können werden...

Samstag, 19. Dezember 2009

Teile, Teile, Teile #18: Reverse XXL DH-Race "fli-bar" flat

Reverse Components hat uns nicht nur einen Lenker, den Style 76, zum Testen geschickt, sondern dem Paket auch noch einen zweiten Lenker beigelegt. Und um diesen Lenker geht's hier.

Am Style 76 haben wir den Trend zu immer größerer Lenkerbreite aufgezeigt, der jedoch in den zeitorientierten Abfahrtsdisziplinen mit einem zweiten wichtigen Trend einhergeht: Dem Trend zu immer weniger Rise, also Erhöhung der Lenkerenden gegenüber der Klemmung.

Erneut sagt es schon der Name - dieser Lenker ist für DH-Rennen gemacht und es gibt ihn auch in zwei Versionen mit 0,75" und 1,5" Rise. Wir bekamen jedoch den komplett flachen Lenker, der das Beiwort "flat" im Namen trägt und auch genau das ist. Ohne Rise sieht der Lenker noch viel breiter aus, als er ist. So misst der fli-bar wie sein stylisher Bruder 760mm in der Breite und verfügt über die mittlerweile zum Standard gewordene Klemmung mit 31,8mm Durchmesser.


Optisch fällt aber nicht nur die Breite auf, sondern auch das schöne, tief schwarze Finish des Lenkers. Alternativ ist er auch in weiß erhältlich. Die zentrale Frage ist jedoch, wie sich so ein Lenker fährt.

Der Trend - nicht nur im Downhill oder 4x - in der Mountainbikewelt geht seit dem Jahr 2008 streng in Richtung weniger Rise. Manche wittern hier schon reine Marketinggedanken, um uns allen neue Lenker verkaufen zu können und in der Tat wird der Trend erst durch die Unterstützung der Hersteller zum Trend. Dennoch würde sich kaum jemand ein neues Teil ans Rad schrauben, was dann nachher zu einem schlechteren Fahrverhalten führt. Folglich muss etwas dran sein, am Vorteil der tiefen Front, die durch den flachen Lenker erreicht werden kann.

An dieser Stelle eine Erleichterung für alle, die dem Trend nachgelaufen sind: Es bringt wirklich etwas! Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir an all unseren Rädern die Lenkerhöhe um bis zu 3cm reduziert und das Ergebnis ist mehr Druck auf dem Vorderrad, eine flachere Sitzposition und gefühlt mehr Kontrolle. Diese Effekte werden durch den extra breiten XXL DH-Race Lenker von Reverse Components natürlich noch verstärkt, da durch die breite Haltung der Arme der Oberkörper weiter nach vorne wandert. In Kombination aus breit und flach gibt es dann eine Front, die zum Abfahren extrem angenehm ist, wenn man denn Vollgas geben will. Manuals und alle sonstigen am-Lenker-zieh-Manöver gelingen etwas schwerer als sonst aber das bessere Gefühl für Kurven und der erhöhte Grip machen das locker wieder gut.

Der Reverse XXL fli-bar ist also nicht nur ein willkürlich etabliertes Produkt, sondern Teil einer meiner Meinung nach sinnvollen Bewegung hin zu einer tieferen Front aus den oben genannten Gründen. Wer einen Lenker mit viel Rise fährt, sollte vielleicht nicht gleich auf 0" Rise umsteigen - für mich war der Umstieg von 0,75" auf 0" jedoch positiv spürbar, während der vergleichsweise Umstieg auf 1,5" sich seltsam angefühlt hat (einfach den alten Lenker noch mal montiert). Die verschiedenen Lenker waren zwar in der Breite nicht vergleichbar, aber die Höhe hat sich deutlich bemerkbar gemacht und zumindest gefühlt wird man mit tiefer Front tatsächlich schneller. Ein kleiner Blick in den World Cup Zirkus zeigt dann, dass die Zeitunterschiede zwischen 0" und z.B. 0,75" zu vernachlässigen sein dürften, denn kaum einer fährt wirklich Rise-lose Riserbars. Aber wann ist zu letzt ein Downhiller mit über 2" Rise auf's Podest gefahren?

Flacher macht also schnell - ganz flach muss es dabei aber dann doch nicht sein. Für alle mit langem Steuerrohr oder hoher Gabel aber eine nette Möglichkeit und die Optik ist sagen wir... extrem lässig!?

Technische Daten zum Lenker:

Gewicht (selbst gewogen): 286g
Rise: 0" (auch Versionen mit 0,75" und 1,5" verfügbar)
Breite: 760mm
Farben: schwarz oder weiß
UVP: 71,90€

Alle weiteren Infos zu Reverse Components und dem XXL DH-Race Fli-bar findet ihr hier --> Link

Teile, Teile, Teile #17: Syntace Vector Carbon

Was ist zu diesem Lenker noch zu sagen? Die Qualität von Syntace ist bekanntermaßen hervorragend und bei der deutschen Firma stehen die härtesten Prüfstände, die wir Biker (vielmehr unsere Teile) je zu sehen bekommen haben. 10 Jahre Garantie sind eine Ansage, die zeigen, dass man seinen Produkten vertraut. Der Vector Carbon als Lenker ist schon lange bekannt und bekanntermaßen leicht und haltbar.

Der Vector Carbon liegt mit über 140€ Preisempfehlung ganz weit oben in der Lenkerpreisspanne und das hat seinen Grund: Die Teile sind leicht und haltbar. Wer also nicht zu den Crashkids gehört und ordentlich Gewicht sparen möchte, der kann dies an dieser Stelle sorglos tun. Trotz des geringen Gewichts (197g bei 700mm - es gibt leichtere Carbonlenker aber wohl kaum vertrauenswürdigere, die Bike beispielsweise hat noch keinen Syntace Lenker kaputt bekommen) ist dieser Lenker dann für alle Spielarten des Mountainbikens freigegeben.

Aber es geht noch mehr. Bei der angegebenen Länge gerade hättet ihr stutzig werden dürfen, denn bislang gab es den Lenker in maximal 680mm Breite. Wie bei unserem letzten Teile, Teile, Teile Teilnehmer von Reverse geht jedoch der Trend hin zu deutlich mehr Breite und Syntace hat nicht nur bis 800mm breite Alulenker vom Vector entwickelt, sondern auch beim Vector Carbon ordentlich in die Breite gebaut. Die uns zur Verfügung gestellten Lenker sind zwei Vector Carbon in 680 und 700mm, in Zukunft sollen auch 740mm verfügbar sein. Wann das der Fall sein wird, ist jedoch noch nicht klar.

Optisch wirkt der Vector Carbon mit seinem Sichtcarbon sehr dezent und doch hochwertig - Fans der Gewebeoptik müssen hier Abstriche machen aber es sieht einfach besser aus. Und es soll halten, von dem her können wir zufrieden sein. Ein sehr selten gesehenes aber ästhetisch überzeugendes Design verwendet Syntace beim Rise des Lenkers. Die Erhöhung nach oben verläuft direkt aber der Klemmung im Mittelteil, wodurch der Lenker deutlich flacher wirkt, als er eigentlich ist. In der Mitte ist der Lenker, um besser klemmbar zu sein, angeraut und das Carbon mit einer Titan-Mesh-Schicht vor Klemmeinwirkungen geschützt. Dennoch will das empfohlene Drehmoment beim Vorbau eingehalten werden - auch nur ein bisschen zu wenig Moment und der Lenker verdreht sich langsam aber stetig. Dieses Problem kennen wir von anderen Carbonlenkern, Alulenker sind da etwas nachsichtiger.

Ein weiteres Steckenpferd von Syntace (neben den VR-3 Tests) ist die Kröpfung des Lenkers. Ergonomisch sei es besser, mehr Kröpfung zu fahren will man uns erzählen - was dran ist wissen wir nicht. Fest steht, dass der Lenker mit sowohl 9° Kröpfung, als auch 12° (die etwas nach oben gedreht auch eher 9° werden) sehr angenehm zu fahren ist. Alles fühlt sich gut und vor allem steif an und ist trotzdem noch deutlich leichter als die zuvor verwendeten Aluparts.

Was bleibt also? Der Syntace Vector Carbon in der 31,8mm Oversized-Ausführung ist vermutlich der beste Lenker, den ich je gefahren bin. Dieser Lenker fühlt sich anders an, als alle anderen Lenker, die ich bislang in Händen halten durfte. Warum sonst noch? Ganz einfach: Die Qualität ist bestechend, auch wenn man den Lenker im inneren ausleuchtet sind die Carbonwände extrem gleichmäßig - bei günstigen China-Carbon-Rohren sind hier schon wahre Mondlandschaften aufgetreten.

Darüber hinaus ist dieser Lenker ein in Deutschland entwickeltes Produkt und hat vor Serienreife einige wirklich harte Tests über sich ergehen lassen müssen. Im Telefonat mit Syntace haben wir außerdem erklärt bekommen, dass auch die 700mm Version von Grund auf neu konstruiert und getestet worden sei - hier sind nicht einfach 10mm auf jeder Seite hinzugefügt worden. Ob dieser Aufwand notwendig ist, oder nicht, sei dahingestellt - das er betrieben wird, erklärt nicht nur den Kaufpreis (für diesen Lenker muss man schon wirklich tief in die Tasche greifen...), sondern schafft auch Vertrauen in das Produkt. Und das ist bei einem Lenker nie verkehrt!

Alle Informationen zum Lenker und zu Syntace findet ihr auf der Homepage --> LINK

Teile, Teile, Teile #16: Reverse Components Style 76 Lenker

Zeit für einen der richtig breiten Prügel. Den Burgtec Ride Wide Lenker haben wir euch schon in der Kategorie Teile, Teile, Teile vorgestellt und nun kommt der nächste Prügel daher: Der Reverse Components Style 76 Lenker.

Was will uns der Name sagen? Reverse Components sollte man als deutscher Downhiller schon mal gehört haben - die Jungs sitzen direkt am Bikepark Bad Wildbad und stellen feine und mittlerweile auch leichte Teile für den groben Einsatz her. Style - was damit gemeint sein könnte fällt nicht schwer zu erraten, wenn man den Lenker erst mal gesehen hat. Die von uns gefahrene Farbkombination weiß/rot ist auf jeden Fall einmalig und stylish, hat aber auch ihre Tücken. Mehr dazu aber später. Die Zahl 76 lässt sich ebenfalls leicht entschlüsseln - der Lenker ist 76cm oder 760mm breit (mit den mm kann man in der Regel mehr anfangen ;) ) und damit einer der ganz breiten, neuen Lenker.

Technische Daten:
Material: Aluminium
Länge: 760mm
Klemmdurchmesser: 31,8mm
Rise: 0“, 0.75" oder 1.5“
Farben: rot-weiß, schwarz-weiß, chrome-weiß*, chrome-schwarz* (* nur bei 0" und 0,75" Rise)
Gewicht: 306 gr. (nachgewogen mit 309g also alles in Ordnung)

In der Hand:
Raus aus der Packung und rein in die Hand fällt gleich auf, dass dieser Lenker wirklich breit ist. Das Finish wirkt schick, zeigt aber auch gleich ein Problem auf: Wer schon viele rot eloxierte Teile an seinem Rad verwendet, sollte von dieser Farbkombination eher Abstand nehmen und eine andere Farbkombination wählen - mit den Eloxaltönen harmonisiert das lackierte rot nicht sonderlich gut.

Montage:
Was soll bei der Montage eines Lenkers schon schiefgehen? Genau - nichts. Alle Maße werden erwartungsgemäß sauber eingehalten und das Teil sitzt direkt sehr gut. Zwei Dinge fallen jedoch trotzdem auf. Erstens hat man schier unendlich viel Platz für Bremshebel und Schalthelbe und kann ganz nach Belieben alles in eine passende Position schieben. Zweitens scheint die Oberfläche nicht besonders kratzfest zu sein - beim Aufschieben von Schalt- und Bremshebeln bilden sich kleine Riefen im Lack. Weder tief noch schlimm aber doch nicht unbedingt nötig.

Auf dem Trail:
Nun aber zur eigentlichen Frage: Wie fährt sich der Lenker auf dem Trail? Bei uns erfolgte mit diesem Lenker der Umstieg von 685mm und diesen Unterschied merkt man. Wer nicht wirklich breit gebaut ist, bekommt mit den gebotenen 760mm Lenkerbreite mehr, als er so schnell gebrauchen kann. Die positiven Effekte der Lenkerbreite wie mehr Kontrolle und größere Laufruhe bei höherer Geschwindigkeit und grobem Terrain fallen zwar sofort deutlich auf; das Ganze fühlt sich jedoch auch ein bisschen ungewohnt an und wir hatten anfangs öfter das Gefühl, uns mehr "drehen" zu müssen, um in die Kurve zu kommen. Nach einigen Ausfahrten in Finale Ligure zeigte sich aber, dass man sich sehr gut an so einen breiten Lenker gewöhnen kann. Und abschneiden kann man ihn ja auch. Mehr dazu im in Kürze erscheinenden Testbericht in der Kategorie "Gefahren".

Fazit:
Der Reverse Lenker sieht nicht nur ausgefallen aus, sondern fährt sich auch auffallend gut, wenn man sich an die große Breite von 760mm gewöhnt hat. Mit den von uns gefahrenen 0,75" Rise ist der Lenker erste Wahl für Freeride und Downhill, für 4x und DH-Race könnte man auch noch die 0" Rise Version für eine noch flachere Front wählen - Dirt Jumper können sich über die 1,5" Rise freuen. Somit ist also für jeden etwas dabei im Style-Paket von Reverse Components und wem der Lenker zu breit ist, der kürzt ihn einfach. In den anderen Farbstellungen weit weniger auffällig und trotzdem einmalig - meines Wissens nach gibt es keinen zweiten Lenker, der so zweifarbig gestaltet ist. Die UVP liegt bei 79,9o€, womit der Lenker im gehobenen Preissegment rangiert - es gibt günstigere DH-Lenker, aber auch weitaus teurere.

Das komplette Programm von Reverse Components findet ihr hier: Reverse Homepage

Samstag, 5. Dezember 2009

Teile, Teile, Teile #15: Bos N'dee Federgabel

Teile, Teile, Teile - in dieser Kategorie stellen wir euch immer wieder spannende Produkte vor und vor einigen Wochen hat uns ein wirklich heißes Teil erreicht, das nicht länger auf der Festplatte eingesperrt bleiben darf: Die BOS N'dee.

BOS Suspension sagt euch nichts? Das sollte sich ändern. Denken wir zurück an die Zeit, in der Nicolas Vouilloz in traumwandlerischer Sicherheit Weltmeistertitel und World Cup Siege sammelte, wie niemand vor oder nach ihm. In dieser Zeit fuhr der Franzose Federungskomponenten, die niemand sonst verbaute. Hersteller dieser Teile war - genau - BOS Suspension aus Frankreich. Das Kerngeschäft der Franzosen ist im Rallysektor anzusiedeln. Unter anderem fahren die Mitsubishi Geländewagen von Paris nach Dakar auf BOS Fahrwerken... eine gewisse Parallele zu Fox Suspension kann also gezogen werden.

Mittlerweile ist BOS zurück im Mountainbike Markt und Nicolas Vouilloz ist wieder Testfahrer - die Familie ist wieder vereinigt und mischt damit den Federungssektor gewaltig auf.

Erstes Stück der Marke war die Idylle Pro Federgabel (mit externem Ausgleichsbehälter), die jedoch auch nur für Profis zu sein schien und zu Gunsten der Idylle schnell wieder vom Markt genommen worden ist. Die Idylle (in zwei Versionen, Standard und Ra(ce)Re(ady) erhältlich) ist eine reinrassige Downhill Gabel für den richtig groben Einsatz. Mit über 3kg Gewicht nicht ganz so leicht wie eine Rock Shox Boxxer, kann sie dennoch mit schierer Performance überzeugen. Jüngst hat sich das im einjährigen Dauertest vom Dirt Magazine gezeigt und deckt sich mit den Erfahrungen, die die ehemaligen Cannondale Teamfahrer Falco und Gernot Ruppert von ihren Ausritten im Downhill World Cup berichtet haben.

Das Konzept der großen Idylle - wenige, gut nutzbare Einstellmöglichkeiten und ein hochwertiges Innenleben, dass eine Saison quasi ohne Wartung problemlos überleben kann - ist nun von Bos in die erste Singlecrown Gabel der Marke übernommen worden. N'dee nennt sich das gute Stück und mit etwas unter 3kg bei 180mm Federweg liegt sie schon richtig gut in der Hand. Sehr schön: In der Originalverpackung finden sich gleich zwei Austauschfedern, die extrem einfach gewechselt werden können und damit eine einfache Anpassung an verschiedene Fahrergewichte ermöglichen. Um Gewicht zu sparen, sind die Federn ganz nebenbei aus Titan. Was sonst noch auffällt? Diese Gabel ist richtig dick und standardmäßig wird die 20mm Steckachse mit vier Schrauben geklemmt.

Das ist zwar im Falle eines Platten nicht die schnellste Lösung, aber mit Sicherheit immer noch die solideste und optisch cleanste. Insgesamt fällt also auf, dass die Gabel offensichtlich der unmittelbare Ableger der Idylle ist, was für eine sahnige Funktion sprechen würde und auch das Gewicht erklären kann. Für uns Endverbraucher muss ohnehin die Frage in den Raum geworfen werden, wie wenig Gewicht wirklich sinnvoll ist. Wenn sich das Mehrgewicht der BOS gegenüber einer Rock Shox Totem auch in ebenso gesteigerter Funktion und Haltbarkeit auszahlen würde, könnten viele Fahrerinnen und Fahrer wohl mit diesem Mehrgewicht sehr gut leben. Dennoch bleibt die Gabel mit fast 3kg ein kleines Stück schwerer als die Konkurrenz und qualifiziert sich dadurch in Deutschland für die richtig dicken Freeridebikes oder all jene, die so realistisch sind und Downhillstrecken in Deutschland auch mit 180mm. Genau wie die Totem von Rock Shox darf diese Gabel richtig hart rangenommen werden und sieht im direkten Vergleich erheblich schlanker aus - die Optik mit den schön rot eloxierten Einstellknöpfen und Deckeln macht einiges her.

Also rein ins Rad mit der Gabel. In unserem Fall ersetzt die N'dee eine Rock Shox Lyrik und das merkt man schon beim ersten Aufsitzen. Die Gabel baut etwas höher als die Lyrik und damit wird der Lenkwinkel flacher - liegt aber noch im angenehmen Bereich. Was jedoch sofort auffällt, sind nicht nur 500g mehr an der Front, sondern auch die extrem einfache Einstellung der Bos. Die Standardfeder passt bei unserem Fahrergewicht sehr gut und ansonsten gibt es nur die Zug- und die Druckstufe einzustellen. Kein High- oder Lowspeed, kein Bottomout, kein gar nichts. Das erinnert schon fast an den Rock Shox Vivid und ist eine angenehme Sache in den Zeiten der übermäßigen Verstellbarkeit. In jedem Fall ist es uns sehr leicht gefallen das ideale Setup zu finden, was auch sehr nah an den Herstellerempfehlungen liegt. Erwähnenswert: Die Verstellung erfolgt per Schlitzschraubenzieher - ein willkürliches Verstellen auf dem Trail ist damit nicht möglich. Leider aber auch kein absichtliches ohne Werkzeug. Hier zeigen sich wieder die Gene aus dem Downhill-Renn-Bereich, wir können bislang jedoch sehr gut damit leben, da es ja auch nur wenige Einstellungen zu tätigen gibt.

Was nun noch fehlt? Genau - der Praxistest. Keine Sorge, er wird kommen, doch die bisherigen Ausfahrten im flachen München haben nur eine Grundcharakteristik der Gabel abgebildet und die ist als "sehr angenehm" zu bezeichnen. Die N'dee funktioniert absolut sahnig und fühlt sich nach richtig viel Federweg an - ein Vergleich mit der vorher verbauten Lyrik 2Step ist nicht wirklich anstellbar, denn die BOS vermittelt echtes Downhillgabel Feeling.

Ende nächster Woche geht es mit dem Bike an den Bodensee und dort auf die ruppigeren Abfahrten, wo wir der Gabel auf den Zahn fühlen werden. Die Uphills werden ohne Absenkung deutlich schwerer fallen, doch im Kern geht es uns um die Abfahrtsperformance - diese Gabel will keine Allmountain Federung sein, sondern mit Speed bewegt werden. Genau das werden wir machen - das Video und den damit abschließenden erFAHRungsbericht gibt es ab dem 20. Dezember hier auf fallline productions und auf mtb-news.de. Dann werden wir sehen, ob sich das Mehrgewicht wirklich lohnt und ob die BOS den hohen Erwartungen wirklich gerecht werden kann.

Bis dahin dürfen wir euch mit zwei kleinen weiteren Video vertrösten. Im ersten testet Nicolas Vouilloz die 2010 kommende BOS Deville Gabel, die wir schon vor einiger Zeit hier vorgestellt haben. Alle aktuellen Informationen zur Gabel findet ihr hier. Die Deville wird für alle Lyrik oder Fox 36 Fahrer eine richtig heiße Alternative sein, vor allem, weil das Gewicht unter 2kg liegen soll. Wir sind gespannt - einen Test liefern wir euch, so bald die Gabel in good old germany verfügbar sein sollte.



Im zweiten Video gibt es erneut den schnellsten aller Franzosen zu sehen, wie er sein BOS Fahrwerk im Downhilleinsatz nutzt.


Montag, 5. Oktober 2009

ein einziger ALPtraum!



Aus der südlichsten Stadt Deutschlands, Oberstdorf, kommt das kleine Label ALPtraum. Nicht mit dem Albtraum, dem gefürchteten Schaum schlafloser Nächte zu verwechseln deutet der Name schon auf traumhaft schöne Alpen hin. Auf Träume, die in den Alpen spielen. Auf ein Bier auf der Alp. Einfach auf einen Traum von Alp. Dabei spielt es keine Rolle, ob man diese schöne Natur mit dem Mountainbike im Sommer, oder Ski und Snowboard im Winter erfährt.



Dabei sind eigentlich sämtliche Produkte nicht nur schick anzuschauen, sondern auch bequem zu tragen. Neben einer Lifestyle-Kollektion gibt es auch Anziehsachen, um ernsthaft Sport zu treiben: Jerseys aus Coolmax-Gewebe, Hosen aus Stretch und überall schöne Logo und ALPt®aum Schriftzüge.



Fakt ist: Die gesamte Kollektion zeigt sich wundervoll farbenfroh und detailverliebt.



Neuester Spross der Bike-Linie ist eine komplett nahtlose Jacke, die sich leider noch nicht auf der Homepage findet - absolut Wasserdicht, dehnbar, schön anzuschauen!

Soviel Style und Funktion ist nicht ganz billig, dafür weiß man aber, wo es herkommt und hat quasi eine Garantie auf Individualität - dafür sorgen geringe Stückzahlen, große Auswahl und ein niedriger Bekanntheitsgrad.

Kaufbar z.B. hier! und natürlich in Oberstdorf

Sonntag, 4. Oktober 2009

Teile, Teile, Teile #14: Truvativ Noir World Cup Carbon Riserbar

Lange Zeit bin ich wirklich skeptisch gegenüber Carbonlenkern gewesen doch bin ich auf der anderen Seite auch stets dazu bereit gewesen, über diesen Schatten zu springen und das bestehende Vorurteil als falsch zu entlarven.

Vor einigen Wochen bereits erreichte mich ein großes Paket der Firma Syntace und der Inhalt hat sich als feiner, leichter Carbonlenker herausgestellt. Dieses Produkt hat meine Meinung nachhaltig geändert, doch parallel zum Syntace Vector Carbon bin ich in den letzten Wochen den Truvativ Noir World Cup Lenker gefahren.

Auf meinem XC-Hardtail hat dieser Lenker zeigen dürfen, was er kann und ich bin nicht enttäuscht worden.

Schicke, edel wirkende Grafiken schmücken den Lenker und der nicht mehr gewebeartige Look macht Carbon Lenker ungemein attraktiv. Während ich mit den alten Carbonstrukturen im Vollformat nie sonderlich viel anfangen konnte, wirkt das Carbon bei diesem Lenker sehr hochwertig und durch die dicke Klarlackierung (die im Bereich der Klemmfläche angeraut ist, um mehr Halt zu bieten) ergibt sich eine optische Tiefe des Werkstücks, die objektiv als sehr schön bezeichnet werden darf.

Die Montage des Lenkers ist genau so einfach wie bei jedem anderen Lenker auch und auch von den technischen Daten her ist dieser Lenker ein alter bekannter:

Breite: 640mm
Backsweep:
Upsweep:
Rise: 15mm
Klemmung: 31.8mm

Eine Ausnahme bildet da nur das Gewicht - mit 164g ist der Lenker zwar noch lange nicht am Limit aber bietet ansprechenden Leichtbau bei offensichtlich genügenden Reserven. Allerdings liegt das von mir gewogene Modell damit satte 13% über der Werksangabe von 145g.

Wie dem auch sei - das Testurtail der MountainBike zu diesem Lenker lautete "Überragend" und auch ich bin mit dem Modell rundum zufrieden. Obwohl er letzten Endes zu schmal für mich ist, hat er doch immer zu einer guten Fahrt beigetragen. Und somit ist der Lenker durchaus empfehlenswert, zumal die UVP von 141€ überall im Internet deutlich unterboten wird. Dieser Lenker ist also das richtige Modell für MountainbikerInnen, die zu einem vergleichsweise hohen Preis auch viel Qualität und Style erwarten. Leichtere Lenker gibt es viele auf dem Markt, doch muss man sich beim Noir World Cup Riser Bar immerhin keine Gedanken um die Haltbarkeit machen.

Montag, 30. März 2009

Teile, Teile, Teile #13: Shimano SLX Kassette 11-28

Wie viel Übersetzung braucht der Mountainbiker? Wie klein muss der Gang wirklich sein? Vor allem im Downhill- und Racebereich sahen sich die Mountainbiker zunehmend gezwungen, Rennradkassetten zu verbauen, die eine Abstufung von 11-23 bis 11-27 Zähnen boten. Leider wird aus dieser Lösung in manchen Fällen ein Problem: Einige leichte Naben (z.B.: Hope, Tune, DT Swiss) verwenden Alufreiläufe. Das spart einige Gramm und ist doch Auslöser des Problems - die Ritzel drücken sich, so sie nicht auf einem Spider montiert sind, in den Freilauf ein. Die normalen Mountainbikekassetten von Shimano, die einen Spider für die größten Ritzel, bei denen der Hebelarm am größten ist, verwenden, kennen diese Probleme nicht. Natürlich gibt es auch Rennradkassetten mit Spider, doch die sind (z.B.: Sram Red) nicht mehr bezahlbar.

Doch auch Shimano schläft nicht. 2009 gibt es nun erstmals eine Kassette, die einen Spider mit 11-28 Zähnen kombiniert. Die Kassette mit der internen Bezeichnung CS-HG80-9 entspringt der Saint/SLX/LX Gruppe und kostet um 40€. Hier werden die drei größten Ritzel von einem vierarmigen Aluspider getragen, die weiteren Ritzel greifen über drei Verzahnungsstellen in diesen Spider und verhindern so, dass sich einzelne Ritzel in den Freilauf drücken.

Ganz nebenbei wird hiermit auch noch ordentlich Gewicht gespart. Wer die serienmäßige Stahlschraube gegen einen Aluabschlussring von z.B. der XT (CS-M770) tauscht, erreicht ein Komplettgewicht von 222g für die Kassette. Das ist weniger, als bei einer Rennradkassette mit 11-27 Zähnen (ohne Spider) und bedeutet eine Gewichtsersparnis von 41g gegenüber einer XT Kassette mit 11-32 Zähnen. Nebenbei profitiert von dieser Änderung auch die Optik des Bikes, denn kleine Kassetten sehen einfach besser aus als Riesenritzel am Hinterrad. Das gleiche gilt übrigens auch für die Kettenblätter - kleiner ist schöner. Und wer an der Front kleine Kettenblätter fährt und am Heck eine kleine Kassette, der hat am Ende wieder die gleiche Übersetzung, spart aber an Kette, Kettenblättern und Ritzeln. Und fährt noch ein schöneres Bike. Das einzige Problem dabei: für die Montage eines 20 Zähne Kettenblatts müssen sowohl die Kettenblattschrauben, als auch die Kurbel (in fast allen Fällen) bearbeitet werden. Wer diesen Einsatz jedoch nicht scheut, kann alle oben genannten Vorteile mitnehmen.

Am Aufbauprojekt "Ironhorse 6PointD.D." wird die Kassette in Kombination mit einer Zweifachkurbel mit 36 und 22 Zähnen ihren Dienst tun. Für die normalen Mountainbiketouren wird diese Übersetzung vollkommen ausreichen, nur für Alpentrips wird eventuell eine 11-32er Kassette Verwendung finden.

Donnerstag, 26. März 2009

Teile, Teile, Teile #12: Adidas Yodai Goggle

Was muss eine Goggle können?

Rein von ihrer Funktion her unterscheiden sich die unzähligen, auf dem Markt erhältlichen, Modelle kaum voneinander. Ideale Sicht bei allen Bedingungen durch eine austauschbare Scheibe. Dabei ein fester aber angenehmer Sitz und nicht zu letzt eine gehörige Portion Style. Wir Mountainbiker, vor allem diejenigen unter uns, die eine Goggle benötigen, legen darauf natürlich besonders viel Wert. Und natürlich erfüllen einige Modelle die Ansprüche deutlich besser, als einige andere Modelle. Doch das ist ansich total normal, oder?

Da beim Mountainbiken selten wirklich große Lichtmengen zu filtern sind (wer heißt schon Sam Hill und fährt ständig im Flutlicht der Photographen), würde prinzipiell in jedem Fall eine klare Scheibe genügen und doch verbauen wir wegen des herausragenden Styles gerne stark getönte, aber vor allem stark verspiegelte Gläser. Nur wenn die Bedingungen wirklich schlecht werden, greifen selbst die härtesten Stylechefs auf die durchsichtigen Pendants zurück. Ebenso fahren viele Mountainbiker Skigoggles, weil es diese in mehr Farben und Glasvarianten gibt. Und manche tragen Goggles einfach so, praktisch nur zum Spaß. Sinnentleert. Komische Typen, diese Mountainbiker.

Adidas' Yodai ist eine Brille, die sowohl von Mountainbikern, als auch von Skifahrern gleichermaßen gern genutzt wird. Die Form ist rund und schlicht - die Brille wirkt wie aus einem Guss. Und es gibt sie in einigen verschiedenen Versionen, von schlichtem schwarz über helles grau hin zu hinreißendem weiß mit goldenen Akzenten.

Diese letzte Version wurde heute Abend spontan vor die Kamera geführt und glänzte sofort mit extremem Bling-Bling-Style. In dieser Version ist die Adidas Yodai wirklich nur selbstsicheren Stylern zu empfehlen, denn der weiß/gold Mix kommt stark und wird mit Sicherheit schnell too much.

Von technischer Seite her, bringt das Erfolgsmodell von Adidas so ziemlich alles mit, was eine gute Goggle haben muss: Das Band hat auf der Innenseite Silikonstreifen und rutscht so auch auf noch so glatten Helmschalen nie ab; ebenso ist die Brille kompakt genug, um auch in die kleinen Öffnungen manches Fullface Helms zu passen.

Die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick hochwertig und das Material ist sehr flexibel, was zu einer langen Haltbarkeit unmittelbar beitragen kann. Ebenso einen guten Eindruck hinterlässt die leicht verspiegelte, mittelmäßig abdunkelnde und auf jeden Fall kontrastverstärkende Serienscheibe der Brille. Natürlich sind auch hier klare Scheiben erhältlich, doch vom Style her sieht das getönte Modell einfach besser aus. So fügt sich diese schlichte und elegante Brille hervorragend in den Troy Lee D2 Helm und bietet ein großes, weitestgehend verzerrungsfreies Sichtfeld.

Trotz diesem sehr guten Gesamteindruck gibt es zwei kleine Dinge, die negativ ins Gewicht fallen. Zum einen ist der Schaumstoff nur zweilagig, zum anderen ist die Goggle mit ca. 160€ definitiv eine Investition, die schnell vernichtet werden kann. Ein unglücklicher Sturz, eine kleine Unachtsamkeit im Lift... 160€ sind eine Stange Geld für ein Teil, dass einen eigentlich nur vor herumfliegenden Dreck und Staub in den Augen schützen soll. Hier frisst der Style zwar nicht die Funktion, treibt aber den Preis. Bei Oakley ist das nicht anders.

Und was hat es nun mit dem zweilagigen Schaumstoff auf sich? Mittlerweile verwenden wirklich die meisten Hersteller dreilagige Abpolsterungen, mit dem Ergebnis, dass die Brille weich aufliegt, trotzdem sehr gut belüftet und auch mit stärkeren Schweißausbrüchen (etwa nach einer wegen zu starker Tönung übersehenen Schlüsselstelle, die bei sträflicher Nichtbeachtung zum Sturz führt) problemlos zurecht kommt. Hier sollte Adidas sich überlegen, ob sie nicht doch nachziehen.

Bis auf diese kleinen Mankos (der Preis ist zwar ein grundsätzliches aber Style und Preis/Leistung können nur schwerlich gemeinsam diskutiert werden) ist die Adidas Yodai wirklich eine Empfehlung für alle die Mountainbiker, die eine hervorragend funktionierende Brille mit sehr hoch vergüteten Scheiben und einem gelugenen, dezenten Style suchen. In diesem Sinne also fast soetwas wie eine Kaufempfehlung. Auf jeden Fall sollte man jedoch schauen, ob die Wunschbrille mit dem gewünschten Helm kompatibel ist. Ein Beispiel: meine Oakley O-Frame harmoniert nur ungenügend mit einem Troy Lee Designs D2 Helm in Größe M/L. Eine Crowbar würde hier deutlich besser sitzen. Oder eben eine Yodai.

P.S.: Google tippen aber Goggle schreiben wollen... nachher sucht die Suchmaschine sich noch selbst ;)

Mittwoch, 25. März 2009

Teile, Teile, Teile #11: Burgtec Ride Wide Lenker

In letzter Zeit werden alle immer breiter beim Fahren - vor allem die Lenker. Nebenbei wird dabei der Rise des Lenkers immer weiter abgesenkt. Mittlerweile gibt es schon wieder echte flatbars, die vollkommen ohne Rise auskommen.

Doch noch etwas Rise (20mm) aber eine angenehme Breite von 750mm bietet der Burgtec Ride Wide Lenker. Als einer der ersten richtig breiten Lenker, war er auch lange Zeit mit ca. 265g einer der leichtesten. Gefertigt aus feinem Scandium bietet er mehr Kontrolle bei gleichem oder geringerem Gewicht, was auch keinen Fall eine schlechte Sache ist. Im Zuge des Modellwechsels zum Jahr 2009 ist der Lenker nun jedoch auch nicht mehr ganz schlanke 324g gefüttert worden. Der Umkehrschluss: die 265g Versionen waren möglicherweise den auftretenden Kräften nicht zu 100% gewachsen. Vor allem bei Crashs sollen sie sich schwer getan haben. Kein Wunder wenn man selbst so leicht ist.

Doch die Briten wissen, was sie tun. Schon in der Hand wirkt der neue, schwerere Lenker sehr fein. Der gesamte Lenker macht einen soliden Eindruck und erscheint dabei fast elegant. Die Klemmung mit 31,8mm (nicht anders erhältlich) verjüngt sich sanft im Verlauf des Rises auf die üblichen 22,2mm an den Klemmflächen. Auf Grund der großen Breite wirkt die Biegung nach hinten relativ stark, mit 9° liegt sie jedoch im sehr angenehmen Mittelfeld. Der Rise nach oben beträgt 4°. Zum edlen Look tragen vor allem die schlichten, stylishen Decals bei. Die Eloxierung des Lenkers wirkt gleichmäßig und an den Lenkerenden sind Markierungen zum Kürzen des Lenkers eingelasert. Eigentlich hat man den Lenker jedoch wegen seiner Breite gekauft, oder? Trotzdem nett.

Am Rad montiert bestätigt sich der erste Eindruck: das Teil ist richtig breit und verteilt seinen Rise sehr angenehm über die Breite. Trotzdem bleibt sehr viel Platz für die Montage der diversen Hebel und Griffe. Selbst mit Shimanos extrem viel Platz beanspruchenden Dual-Control-Hebeln würde man hier keine Probleme bekommen. So kann jeder Hebel wirklich dort sitzen, wo der Fahrer ihn haben will. Die Montage hinterließ vorerst keine Kratzer in der Eloxierung. Warum ich das erwähne? Es soll schon Lenker gegeben haben, die bereits bei der Montage die ersten nachhaltigen Kratzer aufweisen konnten. Peinlich aber wahr.

Die entscheidende Frage: Wie fährt sich der Lenker? Wie sehr spürt man die zusätzlichen Zentimeter? Beim Proberollen auf der Straße fällt sogleich auf, dass der Lenker sehr angenehm in der Hand liegt. Der Breite griff zieht dabei den Fahrer in eine etwas weiter nach vorne gelegte Position und Mann fühlt sich sehr stämmig, wenn man einfach nur auf und ab fährt. Im Gelände wird dieser Eindruck weiter bestärkt: es lastet mehr Druck auf dem Vorderrad und dank der deutlich besseren Kontrolle fühlt man sich ungleich schneller. Den größten Vorteil bietet die Breite jedoch in ruppigen Passagen. Hier hilft der vergrößerte Hebelarm, das Bike "auf Spur" zu halten oder die angepeilte Line auch wirklich zu treffen. Kurzum - ein sehr angenehmes Gefühl.

Im Praxistest wird der Lenker jedoch noch mehr beweisen müssen. Auf Touren wird sich herausstellen, ob die größere Lenkerbreite vielleicht beim Uphill unangenehm ist und man automatisch den Lenker weiter innen greift. Außerdem wird sich bei einigen engeren Stellen zeigen, ob die zusätzlichen 5-7cm (je nach dem, was man als Normal ansieht), alles um einen herum spürbar enger erscheinen lassen.

Burgtecs Ride Wide Lenker ist als einer der ersten breiten Lenker nach wie vor ein heißes Eisen. Gefahren wird er unter anderem von Profis wie Chris Kovarik oder Nathan Rennie. Deutlich weiter verbreitet sind darüber hinaus die Penthouse genannten Flatpedals der britishen Marke, auf denen unter anderem auch Sam Blenkinsop zu seinem Sieg in Schladming raste.
So bleibt schlussendlich wenig Kritik am Lenker hängen. Das Gewicht der neuen Serie liegt sicherlich über den direkten Kontrahenten wie Truvativs Boobar (270g bei 780mm und 20mm Rise) oder Nuke Proofs Warhead (290g bei 760mm und 20mm Rise), andererseits liegt jedoch z.B. der Sunline V1 Lenker (323g bei 745mm und 19mm Rise) gefahren von den Athertons und Team Yeti...) in einem ähnlichen Bereich. Erst beim Gespräch über den Preis kommen dann doch wieder Zweifel auf. Mit etwas über 80€ ist dieses schicke Stück Scandium nicht unbedingt ein Schnäppchen und wer häuftig crashed sollte sich überlegen, ob er nicht mit dem deutlich günstigeren Nuke Proof Lenker vorlieb nehmen sollte. Doch der Name Burgtec steht ja auch nicht für die leichtesten Komponenten, sondern viel mehr für wirklich gut funktionierende und auch haltbare Produkte.
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Additional Information:
Burgtec Homepage
käuflich erwerben kann man den Lenker bei z.B. Chainreaction Cycles

Dienstag, 10. März 2009

Teile, Teile, Teile #10: Truvativ Holzfeller Riser Bar 2009

Truvativs Holzfeller Serie ist Srams Highend Downhill und Freeride Angebot. Die Teile haben sich in einigen Rennen bei einigen Fahrern bewehrt und auch für Amateure sind die vergleichsweise günstigen (oder eher fair kalkulierten) Teile jeden Cent wert.

Optisch ist die 2009er Serie an einem überarbeiteten Look erkennbar. So durchliefen alle Komponenten der Serie eine kleine Überarbeitung, manche jedoch auch eine grundlegende. Neben dem Bashguard [Vorstellung] wurde auch der Lenker komplett überarbeitet und wird von nun an in drei Versionen erhältlich sein. Den Einstieg in die Holzfeller Serie stellt der Holzfeller Riser Bar, wer es etwas leichter und exklusiver will wählt den Holzfeller World Cup Lenker. Für die ganz breiten Fahrer gibt es dann (Lieferbar ab ca. April/Mai) den Boobar.

In diesem Beitrag dreht sich jedoch alles um den Holzfeller Lenker. Der beliebte Allrounder kommt 2009 in "blast black anodized" oder "snow white" und trägt jeweils ein rot leuchtendes Karomuster um den Namen. Mit 279g (30mm Rise) liegt der Lenker absolut im Rahmen - das konifizierte 7050 TV Aluminium ist sorgfältig über die Breite von 700mm verteilt worden. Der große Klemmdurchmesser von 31,8mm erhöht die Steifigkeit und tatsächlich fährt sich der Lenker angenehm steif und direkt. Selbst bei starken Antritten fällt die garantiert existierende Verwindung nicht negativ auf. Mit 5° Biegung nach oben und 9° Biegung nach hinten geht Truvativ keine Risiken ein - der Lenker fällt hier weder besonders positiv, noch besonders negativ auf. Er liegt einfach gut in der Hand und leitet die Lenkbefehle direkt weiter. Sonst noch Wünsche?

Die Fertigungsqualität ist sehr gut, alle Logos sind sauber und hochwertig - ebenso wie die Eloxierung des schwarzen Testmodells. Ein etwas längerer Einsatz wird zeigen, wie haltbar die Eloxierung wirklich ist und, ob sie, wie etwa bei Race Face Teilen zuweilen, ausbleicht oder sich verfärbt.

Kaufen kann man den Holzfeller Riser Bar (ebenso wie alle anderen Truvativlenker) bei den meisten Online-Stores. Laut der Truvativ Homepage gibt es den reinen Holzfeller Riser nicht mehr, sondern nur noch das World Cup Modell, welches sich jedoch bis auf die Farbe nicht unterscheidet. Den Worldcup gibt es in schwarz oder grau (Wolfram, ähnlich den Sunline Lenkern) und wie den Riser in 20, 30, 40 oder 50mm Rise. Hier findet garantiert jeder Fahrer seine ideale Höhe. Tendenziell gilt: flachere Lenker für Downhill, Race und Touren. Lenker mit mehr Rise für Dirt und Street sowie Freeride. Und wer bei den Onlinestores schaut, der findet auch nach wie vor den rein weißen oder schwarzen Holzfeller Riser Bar Modelljahr 2009.

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Additional Information:
Truvativ Homepage
Truvativ Tech Sheed PDF