Freitag, 30. Oktober 2009

Eurobike Randoms

Noch immer gibt es zahlreiche Highlights der Eurobike 2009, die wir euch nicht vorenthalten wollen:












Dienstag, 27. Oktober 2009

Rockstar Rider: Trond Hansen und Cam McCaul



Aufnahmen aus Barred for Life von den beiden Rockstar Ridern Cam McCaul und Trond Hansen... sehr nice...

Atmosfair - fair fliegen?

Neulich durchblätterte ich das "Pornorama", Magazin des Alpenvereins, und stutzte bei dieser Anzeige doch etwas:



Was mich daran irritiert hat?

1.) Hat Herr Pritzel sich nicht die richtigen Domains gesichert?

2.) Hat sich Herr Pritzel vielleicht im Namen vergriffen?

Zu meinem ersten Punkt:
Ja. Die Kleidungsmarke "ATMOSFAIR CLOTHING" von Timo Pritzel findet sich unter www.atmosfair-clothing.de - wer bei Google nach Atmosfair sucht, findet diese Adresse erst auf Rang 4, davor finden sich, wer hätte es Gedacht "Klimabewusst fliegen" und "Emissionsrechner"

Nun, das wäre an sich nicht schlimm, wer die Klamotten sucht, wird sie auch finden. Was mich aber eher stört, ist Punkt 2:

Atmosfair - Timo hat den Namen gewählt weil (Begründung von seiner Homepage) "TMO" darin vorkommt, außerdem die Worte "Atmosphäre" und "Fair". TMO und Atmosphäre passen gut, aber wer sich Fair auf die Flagge schreibt, ja in den Namen schreibt, der sollte auch Fair anbieten. Das sind die T-Shirts, die zum Teil für 14,95€ über die Ladentheke gehen, aber leider nicht wirklich. Produziert werden die Klamotten in Fernost, anschließend Transport nach Deutschland - Klimaschutz sieht anders aus, faire Löhne und Nachhaltigkeit auch.

Bitte nicht falsch verstehen, es gibt vermutlich viele schlimmere Klimasünder, H&M zum Beispiel, aber die nennen sich dann nicht Atmosfair. Die Sachen sind stylisch, ich trage sie selbst, aber meiner Meinung nach vermittelt der Name einfach einen falschen Eindruck.

Montag, 26. Oktober 2009

Tagtraum: Schladming DH

Gerade erst hatten wir zwei extrem gute Bilder aus Schladming, nun ist es an der Zeit für dieses wahnsinnig gute sw Bild von einem der Sunn Bicycles Teamfahrer.

An der technisch wohl schwersten Stelle der Strecke, an der die Qualitäten der Fahrer so deutlich wie sonst kaum zum Vorschein kommt, zeigt dieses Bild alles, was Schladming so unglaublich gut macht. Sam Hill ist an dieser Stelle übrigens rechts an dem Baumstumpf in der Mitte vorbei gefahren... so viel zum Thema "line-choice".

Der Photograph ist mir hier leider nicht bekannt, das Bild ist trotzdem aller erste Sahne. Sollte er es sehen, kann er ja gerne hier kommentieren!

Gelesen: Maloja in der Süddeutschen

Wann immer unser Sport in einem nicht Szeneeigenen Medium auftaucht - sei es auf 3Sat oder eben in der Süddeutschen Zeitung - bin ich gespannt, wie und wie richtig wohl darüber berichtet wird.

Im Falle der Süddeutschen Zeitung geht es um die Klamottenfirma Maloja, der Artikel mit dem Namen "Der Name der Hose" verspricht zu klären "Wie das Label Maloja vom Kleiderhersteller für Biker zu einer Kultmarke der Outdoor-Szene wurde".

Wenn das mal kein Versprechen ist! Damit könnte der Artikel etwas klären, was womöglich gar keine Tatsache ist! Zwar ist Maloja mit seiner Ski- und Bikesparte natürlich mehr als ein stylischer Bikeklamottenproduzent, aber eine Kultmarke der Outdoor-Szene? Also in einer Liga mit The North Face und Patagonia? Noch nicht ganz.

Ebenso interessant der Titel unter Guidos Bild: "Guido Tschugg, Deutschlands bester Downhill-Mountainbiker aus Amerang im Chiemgau".
Soso, bester Downhill-Mountainbiker.




Trotz dieser etwas übermütigen Formulierungen freue ich mich für Maloja, dass a) Der Laden läuft und b) Sie es schaffen, in einer Zeitung mit solch einer Auflage eine halbe Seite mit großen Farbfotos einzunehmen.

Dabei müssen die Jungs nur aufpassen, dass sie nicht bevor sie Kult werden als Mainstream verschwinden - das wäre doch Schade um das junge Label aus dem Chiemgau.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Blackmarket Killswitch

Carter Holland lebt den Traum vieler Bikerinnen und Biker und ist Chef seiner eigenen kleinen Bikemarke, die mittlerweile sehr viele Anhänger gewonnen hat und eine breite Produktpalette zu bieten hat.

Blackmarket Killswitch 2010 from Fallline Productions on Vimeo.

Neu für die bislang Hardtail-only Marke aus den USA ist ein Dirt Jump Fully, das auf den Namen Killswitch hört und richtig clean aussieht. Alle technischen Details verrät Carter Holland in unserer Videovorstellung und entlässt uns zu einer kleinen Probefahrt (leider nicht auf den Dirts der Eurobike).

Blackmarket Bikes werden in Deutschland über Sports-Nut vertrieben. Was es von den anderen Marken aus deren Hause neues gegeben hat, seht ihr in diesem Video: LINK

5.10 Promo Video

Bei uns waren sie bereits im Test und aus den deutschen Bikeparks sind sie nicht mehr wegzudenken: Die Schuhe von 5.10.

Aus dem Kletterbereich kommend hat die Marke mit der Stealth Sohle den MountainbikerInnen das richtige Schuhwerk verpasst, um den Grip eines Click-Pedals ohne das für manche ungewohnte Gefühl des "gefesselt seins" zu erreichen. Betrachtet man die World Cup Downhillrennen, so fällt jedoch auch auf, dass auch die Profis auf die größere Freiheit der Flatpedals setzen und mit ihnen richtig gut abfahren.

Das alles ist Grund genug für 5.10, um Lucent Productions damit zu beauftragen, ein kleines Promovideo zu schneiden und hier ist es:

Five Ten Promotional Video - More Mountain Bike Videos

Ein bisschen arg viel slowmotion vielleicht aber doch schöne Aufnahmen von Sam Hill, Brendan Fairclough, Sam Blenkinsop und Steve Smith bei vor allem den US Open 2009.

Mehr zu 5.10 findet ihr auch der Homepage fiveten.com

Freitag, 23. Oktober 2009

Tagträume - Schladming

Vermutlich gibt es keine zweite Rennstrecke auf der Welt, die derart beliebt ist, wie Schladming. Die Fahrer haben in dieser Saison erneut auf dieser wirklichen Downhillstrecke das Finale ausgetragen und die technischen und konditionellen Anforderungen sind bekanntermaßen hoch gewesen. Klar gehen da die Fahrer ans Limit und selbstverständlich entstehen da einmalige Aufnahmen, wie diese beiden zeigen.

Sam Blenkinsop fährt sauber und kontrolliert die steilen, schmierigen Wiesenkurven im unteren Streckenteil.

Brendan Fairclough ist ohnehin schon eher für die radikale Fahrweise bekannt und hier zeigt er einen One-Footed-Drift-Drop in Perfektion! Ich gehe davon aus, dass er den Sprung gestanden hat!

Von wem die Bilder sind, steht in dem jeweiligen Bild^^

Donnerstag, 22. Oktober 2009

The Coastal Crew - feinste Bilder von der North Shore

Schon einige Videos der Coastal Crew haben wir hier veröffentlicht und es lohnt sich auch weiterhin, den Jungs eine gewisse Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, wie das folgende Video zeigt.

Perfekt hat das Team die knappen Minuten mit dem gleißend warmen Licht des Indiansummers eingefangen und zu einem grandiosen Video geformt:

10 Minutes Of Gold from The Coastal Crew on Vimeo.



Um in Zukunft noch bessere Ergebnisse liefern zu können, haben sie sich darüber hinaus mit einer Canon EOS 7D bewaffnet, die durch 50fps bei 1280x720 Pixeln noch mehr Möglichkeiten bieten dürfte, die tolle Landschaft und das hohe fahrerische Niveau zu Filmen werden zu lassen. Wozu die Kamera in der Lage ist, wird schon in diesem kleinen Teaser offensichtlich - die 50fps zahlen sich aus:

Coastal Crew Meet The 7D from The Coastal Crew on Vimeo.



Für den kommenden Frühling dürfen wir dann gespannt sein auf einige nette Webisodes aus BC, bis dahin findet sich alles weitere auf www.coastalcrew.blogspot.com

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Neue Kategorie: "Gelesen"

Natürlich lesen auch wir die einschlägigen Magazine sowie einen Haufen anderer Printangebote - in Zukunft wollen wir euch in Form von kurzen Rezensionen darüber informieren, ob eine aktuelle Ausgabe lesenswert ist, oder nicht - oder aber auch einfach nur eine lesenswerte Information aus den Printmedien auf diesen Blog schaffen, was dann z.B. so aussehen kann:

CG will Weltmeister werden! Und das mit seinem eigenen Team namens "Gracia Racing Brigade"

Laut der im Moment im Handel erhältlichen Ausgabe der Freeride will Cedric Gracia, Partyhengst und von Zeit zu Zeit auch erfolgreicher Downhiller und 4Xer, nächstes Jahr mit einem eigenen Team im Weltcup unterwegs sein. Dabei steckt er sich hohe Ziele, er will "Der nächste Steve Peat" werden.
Klartext: Er will Weltmeister im DH werden.




Ob das Ganze nur ein PR-Gag des wilden Franzosen ist - ähnlich wie auch schon sein überaus sehenswerter Gong-Show-Trailer vor einigen Jahren - bleibt abzuwarten. In einem Interview gegenüber velovert.fr hat die Styleikone jüngst genau diese Pläne bestätigt und angekündigt, noch zwei weitere junge Fahrer in sein Team aufzunehmen. Noch offen sei die Frage, so CG, auf welchen Rädern das Team unterwegs sein werde.

Sicher ist schon mal: Es wird in jedem Fall unterhaltsam!

Anthill Films - Pro Components Serie von Thomas Vanderham und den Athertons

Seine Contests sind nach und nach aus den Veranstaltungskalendern verschwunden, doch ist es deshalb noch lange nicht aus mit Big-Mountain-Maschine Thomas Vanderham. Der Kanadier, der lange für das Rocky Mountain Frorider Team um Legende Wade Simmons gefahren ist und als einer der stylishsten Fahrer gilt, wenn es um die Bewegung in der Luft geht, fährt heute munter sein leuchtend grün-gelbes Evil Revolt durch die Gegend und hat für Pro Components eine Signature-Linie entwickelt, die einige interessante Produkte bereit halten dürfte. Die Athertons fahren übrigens auch für PRO und damit ist auch schon klar, wer dahinter steht: Branchenriese Shimano!

Im Video gibt es aber keine allzu krasse Werbung, sondern vielmehr schöne Aufnahmen von und mit Thomas Vanderham, gefilmt von niemand geringerem als der ehemaligen The Collective Crew, die sich - wie mittlerweile bekannt sein sollte - neuerdings Anthill schimpft.

PRO Star Series - Vanderham from Anthill Films on Vimeo.

PRO Star Series - Athertons from Anthill Films on Vimeo.



Viel Spaß!

Sonntag, 18. Oktober 2009

Zerode - getriebe aus Neuseeland

Getriebefullies haben einen entscheidenden Vorteil: Antriebseinflüsse sind quasi nicht existent.
Eine besonders schöne Getriebelösung kommt aus Neuseeland, und zwar von Zerode Bikes.



Das besonders gute daran: Der Effekt wird optimal genutzt, ein riesig hoher, weit hinten gelegener Schwingendrehpunkt optimiert die Kurve, auf der das Hinterrad wandert, Schläge werden wirklich nach hinten abgefangen.



In den Rahmen können Naben jeglicher Couleur eingebaut werden, Rohloff, Nexus, was auch immer - es gibt keine Antriebseinflüsse, dafür aber ein effektives Fahrwerk mit einer hoch interessanten Dämpferanlenkung, bei der der Dämpfer absolut zentral liegt, was zusammen mit der Getriebenabe einen super mittigen Schwerpunkt ergibt, was ein DH-Rad erster Klasse ergibt. Leider gibt es weder Preise, noch Gewichtsinformationen, eine Homepage sucht man vergebens.

Ebenfalls in der Planung: ein 160mm AllMountain Getriebefully.

British where?


Die Wälder in den Alpen erinnern mit ihren gigantischen Felsbrocken, nassen Wurzeln und satt grünen Bäumen durchaus manchmal an British Columbia - wenn dann noch eine North Shore Rampe auftaucht, ist der Eindruck von der Shore perfekt...

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Saisonabschluss im Allgäu

Eigentlich hatten wir uns das alles ganz anders vorgestellt doch nun werden wir das beste draus machen. Um einige Komponenten zu testen und richtig schöne Trails zu genießen bin ich diese Woche bei Nus in Oberstdorf und nun das: Schnee bis vor die Haustüre, zwar nicht viel aber doch genug, um mit Sicherheit eine Herausforderung darzustellen.





Die erste Ausfahrt gestern war schon gleich sehr schön, ein herrlicher Trail angelegt von Locals bis hinab ins Tal, der alles bietet, was man von einem Trail so erwarten könnte.


Bilder und Videos wird es von diesem Trip einige geben, doch in erster Linie wollen wir fahren gehen!


Wer sich gerade noch in den Neuschnee-Alpen aufhält, wird uns verstehen.

Montag, 12. Oktober 2009

Barred for Life - der letzte Teaser.

Kompletter Film ab sofort erhältlich!

Seit einigen Monaten warten wir gespannt auf den Rockstar Energy Film "Barred for Life". Nach einigen Teasern (zu sehen hier) steht nun der letzte Teaser bereit und macht richtig Lust auf den Film. Obwohl wir schon Ende 2008 mit dem Film gerechnet hatten, hat es nun doch noch einige Zeit gedauert, bis das endgültige Projekt abgeschlossen gewesen ist. Mit hohem Aufwand ist an schönen Spots gefilmt worden und für richtig gute Aufnahmen hat sich das Kamerateam fast permanent in der Luft bewegt, teilweise sogar am motorisierten Gleitschirm.

Der Einsatz hat sich offensichtlich gelohnt:

video

Wem das noch nicht reicht und wer einen konkreten Einblick in den Film gewinnen möchte, der schaue sich das bereits veröffentlichte Segment von Norco Fahrer Ben Boyko an, der nicht nur zeigt, wie man Bäume fällt, sondern auch, wie man an der North Shore Fahrrad fährt.

Ben Boyko "Barred For Life" from Bjorn Aunet on Vimeo.



Der Film wird ab sofort bei den bekannten online-stores verfügbar sein!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Ein Tag im Leben von Guido Tschugg - Schladming World Cup

Wie erlebt eigentlich so ein Fahrer ein World Cup Rennen? Wie verbringt er seinen Tag? Als prominentes Beispiel hat sich Guido Tschugg beim World Cup Finale in Schladming von der Kamera begleiten lassen; seht selbst:


NWD 10 Premieren in München und Köln

Es ist wieder so weit: Bei sinkenden Außentemperaturen stimmt uns die NWD-Crew mit dem neuen Streifen Dust & Bones (der mittlerweile zehnte Teil) auf die neue Saison ein, die uns nach der zwangsweisen Winterpause erwarten wird.

NWD 10 - New World Disorder 10 : Dust and Bones in HD from vas entertainment on Vimeo.



In München und Köln werden die Premieren stattfinden, Details dazu findet ihr hier:

München: 29. Oktober, Ampere Club (Zellstr. 4, 81667 München), Ticketverkauf ab 19:00 Uhr, Einlass ab 21:00 Uhr. Afterparty mit Petko (www.djpetko.de). Special Guests: Benny Korthaus, Andreu und Lluis Lacondeguy – www.facebook.com/event.php?eid=169336266638.

Köln: 6. November, Gloria Theater (Apostelnstr. 11, 50667 Köln), zwei Vorstellungen: Unter 18 mit Einlass ab 18:00 Uhr, und Über 18 ab 21:00 Uhr. Afterparty mit den DiscoDogs (www.discodogs.de). Special Guest: Danny MacAskill – www.facebook.com/event.php?eid=148828854705

Die offizielle Mitteilung findet ihr hier: LINK

Dienstag, 6. Oktober 2009

Saisonrückblick: Martin Söderström

Über wen hätte man wohl besser einen Saisonrückblick liefern können, als über Martin Söderström? Der sympathische Schwede hat es 2009 auf Dirt allen gezeigt und bei der Eurobike in Friedrichshafen konnte er sogar im 4x alle Gegner hinter sich lassen.



Höchste Zeit also, dass wir uns noch mal vor Augen führen, was er dieses Jahr alles zu Stande gebracht hat. Dieses Video sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen ;) Sieben Minuten Martin Söderström!

Das Video zu seinem Doppelsieg auf der Eurobike 2009 findet ihr hier --> KLICK mich, ich bin ein LINK

Oberammergau - Danke!

Ober-ammer-gau. Vielen von euch sollte der kleine aber feine und immer feuchte Park am Südrand Bayerns bekannt sein. Auf der variantenreichen Abfahrt mit viel spaßigen Abschnitten kommt so ziemlich jeder Biker auf seine Kosten. Oder besser kam? Noch ist der Park geöffnet, doch zum 18. Oktober wird einer der in meinen Augen schönsten Strecken Deutschlands das Licht ausgeblasen (Bericht).

Die Probleme waren schon seit der Saisoneröffnung 2009 bekannt (Beitrag auf mtb-news.de), als der geplante Ausbau der Strecken wegen Unsicherheiten in der Vertragsgestaltung nicht vorangetrieben werden konnte und klar wurde, dass möglicherweise der Lift würde verkauft werden müssen. Die Mountainbiker haben in dieser Saison alles gegeben, um zu zeigen, dass der Park beliebt ist und bleiben muss, doch was nutzt das alles, wenn von Seiten der Gemeinde kein Interesse zu bestehen scheint? Alle Details, die zur Schließung geführt haben, findet ihr hier im Interview mit dem Betreiber Tobias Baab.

Was ist nun zu tun? Für 2010 kann in Oberammergau nichts mehr getan werden, 2009 geht jedoch noch eine ganze Menge. Der Park hat noch über eine Woche geöffnet und es wäre wirklich schön, wenn am letzten Tag noch mal eine richtig große Schlange vor dem Lift stehen würde um zu zeigen, dass der Park Menschen nach Oberammergau zieht. Außerdem wird an diesem Sonntag, dem 18. Oktober, auch alles verkauft, was im Bikeshop und -park zu haben ist.

Wer noch nie vor Ort gewesen sein sollte, dem kann ich einen Besuch nur wärmstens empfehlen. Wie das? Lest einfach hier unseren Bericht vom Ende des letzten Jahres und nutzt die kommenden Tage, um vielleicht doch noch ein mal nach Oberammergau zu fahren. Bald ist es zu spät dafür - in der Gemeinde gibt es sonst für uns Mountainbiker nichts mehr zu wollen.

"Fahr'n ma am Wochenende nach Oberammergau?", fragt mich Nus an einem schönen Herbststag, kurz vor Saisionende. Wer will da nicht noch Mal so richtig sein Bike ausfahren gehen? "Klar", anworte ich und hake gleich nach: "wo iss'n des überhaupt?". Eine kleine Anfrage bei Googlemaps hilft uns auf die Sprünge: Kurz vor Garmisch, östlich von Füssen und südlich von München – gute 220km zu fahren. Nichts wie hin.

Und los geht die Planung.

Auto verfügbar? Ja!

Bikes einsatzbereit? Ja!

Was wird uns in Oberammergau erwarten? Keine Ahnung!

Die ersten Suchergebnisse im Internet sehen vielversprechend aus, der markante Hausberg würde auch noch zu einer Klettertour einladen. Aber wir wollen Biken. Was kann der Park? Die Streckenbeschreibungen klingen vielversprechend und die Ansage, dass jeden Montag der Park zu Streckenpflege gesperrt sei, lässt uns als Hardtailpiloten aufhorchen. Bremswellen, der größte Feind aller Hardtailfahrer, sollten also eher weniger vorhanden sein. Und falls es doch zu viele geben sollten, leihen wir uns einfach ein Fully. Wie es der Zufall wollte, machte nämlich genau an unserem Wochenende die Shimano-Truppe in Oberammergau halt, um dem geneigten Mountainbiker eine adäquate Testfahrt mit der neuen Saint-Gruppe zu ermöglichen. Unaufhaltsam steigen die Chancen auf ein klasse Wochenende. Nur die Frage der Übernachtung will sich nicht so einfach lösen lassen. Für wenig Geld nah am Park übernachten? Keine Chance. Wir haben aber auch nicht richtig gesucht. Die fixe Idee, einfach auf dem Parkplatz im Schlafsack zu übernachten, wollen wir einfach in die Tat umsetzen. Also nichts wie auf nach Oberammergau!

Es ist Samstag Mittag, so etwa gegen 12 Uhr, als wir auf den Bikepark-Parkplatz einbiegen und uns daran machen, die Bikes auszuladen. In geringer Entfernung stehen sie: die berühmten Drops und der noch viel bekanntere, richtig große Wallride von Oberammergau. Während ich gerade versuche, mein Hinterrad in die horizontalen Ausfallenden meines Santa Cruz Chameleons zu drücken, kommt ein anderer Biker winkend auf uns zu gelaufen. Was der wohl will? Ahhhja, zwei Tageskarten zum Preis der Halbtageskarte verkaufen. Es sei viel zu matschig, mache keinen Spaß, unfahrbar - so seine Erklärung. Matschig? Klar, die letzten Tage waren nicht gerade trocken und der Hang wird dementsprechend feucht sein. Aber unfahrbar? Das wollen wir doch erst Mal sehen!

Ohne Matschreifen und mit einem breiten Grinsen im Gesicht sitzen wir kurz darauf im Lift. Mir fällt auf, dass wir eigentlich recht wenig über den Park wissen. Es soll eine Downhillstrecke geben und Northshore-Konstruktionen aber auch irgendwas in Richtung 4x / Racestrecke. Eine kleine Nachfrage beim netten Herrn, der die Bikes aus dem Lift nimmt, ergibt Aufschluss – eine Line startet oben und verästelt sich den Berg hinunter. Außerdem gibt es immer wieder schön gemachte, abwechslungsreiche Northshore-Lines entlang der festen Strecke. Das klingt simpel und gut - auf geht die schnelle Fahrt. Nach zwei Abfahrten haben wir uns gut orientiert und kennen die Schlüsselstellen. Und wir wissen, warum unser Kollege vom Parkplatz keinen Bock mehr gehabt hatte... die von oben aus betrachtet rechte Seite des Hangs ist eine einzige Rutschpartie, nasse Wurzeln, tiefer Matsch und ausgefahrene Stellen noch und nöcher – ein riesen Spaß. Obwohl die Strecke nicht danach aussieht, als ob sie jeden Montag von oben bis unten gepflegt wird, macht sie einfach Laune. Schnelle Passagen am Anfang wechseln sich mit einem kurvenreichen Mittelteil ab. Zwischendrin gibt es immer wieder viele Möglichkeiten, die eigene Linie zu suchen und somit dem Matsch auszuweichen. Ebenso plötzlich wie vorhersehbar kommen dann die ersten Stürze im matschigen letzten Teil der Strecke. Max, der aus Rosenheim zu uns hinzugestoßen ist, gibt sich eine satte Matschpackung, als er auf einem Rotwild Leihrad eine sehr kreative Line versucht und den eigentlichen Absprung präzise verfehlt. Auch Nus hat es schon zu Boden gezogen, ein unfreiwilliger X-Up während der Fahrt zwang ihn zu einem eleganten Abgang. Wer ist noch nicht gestürzt? Genau, ich. Es ist gerade 400m her, dass ich das meinen Freunden mitgeteilt habe, da robbe ich aus dem Schlamm zurück zu meinem Bike… hätt’ ich doch bloß den Mund gehalten! Die Schadenfreude der Freunde ist umso größer!

Am Ende des Tages rollen wir ermüdet aber schwer zufrieden an den Bikewash, spritzen den Matsch oberflächlich weg und widmen uns einem feinen Abendessen am Auto. Maggi Schinkennudeln. Schon lange ist die Sonne hinter den Bergen untergegangen. Die Dämmerung bricht herein und wir packen die Bikes ins Auto und uns auf den Boden daneben. Es ist sternenklar geworden. Und kalt. Nebeneinander liegen wir in den Schlafsäcken, reflektieren noch ein bisschen den Tag und schauen einfach nur gen Himmel – unzählige Sterne drängen sich über uns am Firmament. Schön? Wunderschön!

Gerade, als sich der nächste Morgen ankündigt, erwachen wir. Uns umgibt eine eisige Frostlandschaft – der Winter kommt, keine Frage. Bei leckerem Köln Schoko Kirsch Müsli an eisiger Milch planen wir den nächsten Tag und sind als erste am Lift. Ein herrlicher Biketag beginnt, wir treffen die Lines noch besser als am ersten Tag und kommen richtig in Schwung. Vielleicht ein bisschen zu gut. Der große Wallride wird mir zum Verhängnis. Der Abgang reißt die Kapseln im kleinen Finger und dem Ringfinger. Ende Gelände? Nein – mit Camcorder und Kamera bewaffnet fahre ich zusammen mit Nus und Max noch zwei Mal auf den Berg und mache ordentlich Fotos und Video, damit wir uns noch länger an dieses gelungene Wochenende in Oberammergau erinnern können. Und damit Ihr nicht nur lesen, sondern auch bestaunen könnt, wie schön es in Oberammergau sein kann. Es lohnt sich!

Wir sehen uns im Park.

Tobias und Stefanus Stahl

Nähere Informationen (Preise, Leihbikes, etc.) zum Park gibt’s hier:

http://www.bikepark-oberammergau.de/

Montag, 5. Oktober 2009

Zimtstern - schicker Clip

schöner kann man den Herbst nur schwer einfangen - viel Spaß mit diesem Clip von Zimtstern!



Ich bin ja selbst kein Snowboarder, aber dieser Clip... huregeil, wie die Schweizer von Zimtstern sagen würden.

Damit jetzt nicht alle gleich laut "Fake" schreien, gibt es das Making-Of auf www.zimtstern.com Sehr beeindruckend, mit wie viel Aufwand diese schöne Illusion Realität wurde... bleibt nur noch auf Schnee zu Warten, oder auf Bretter, die wirklich über Laub rutschen :)

Eurobike 2009 - Videos von Demoday, Messe und den Contests

Vor mittlerweile einem Monat ist die Eurobike zu Ende gegangen und noch steht unsere Highlight-Übersicht aus... aber bis 2010 sind es ja auch noch ein paar Tage hin.

Wer es nicht persönlich auf die Eurobike geschafft haben sollte, der konnte auf mtb-news.de verfolgen, wie wir uns über die Messe bewegt haben und von Hersteller zu Hersteller gezogen sind. Natürlich gab es aber noch eine Menge außenrum und genau das haben wir mit einer Nikon D90 eingefangen. Die Kamera hat sich dabei wirklich gut geschlagen und bis auf den langsamen Fokus im Live-View Modus konnte sie uns voll überzeugen. Das Bild ist gut gesättigt und scharf und die großen Objektive machen jede Menge Lust mit der Kamera zu arbeiten. Somit können sich auch die Videos absolut sehen lassen - Vorhang auf!

Passend zu den Videos gibt es auch immer noch einen kleinen Tagesbericht, dazu einfach auf den Link über dem Video klicken und in neuem Tab/Fenster anzeigen lassen.

Demoday (Bericht)

Eurobike 2009 - Demoday Impressionen from Fallline Productions on Vimeo.



Messe (Bericht 1)/(Bericht 2)

Eurobike 2009 - Impressionen von der Messe from Fallline Productions on Vimeo.



Contests (Bericht)

Eurobike 2009 - 4x Race and Dirt Jump Contest from Fallline Productions on Vimeo.



Beide Contests auf dem Freigelände konnte in diesem Jahr ein sensationell fahrender Martin Söderström für sich verbuchen - im Video seht ihr, wie es dazu gekommen ist. Mehr vom 4x Rennen und dem Dirt Jump Contest von und mit Simon Kirchmann, Marius Hoppensack, Amir Kabbani, Benny Korthaus, Sam Pilgrim, Phil Sundbaum und anderen Stars der Dirt Jump Szene findet ihr ebenfalls in 25 Bildern pro Sekunde.

Red Bull Desafio no Morro - Stadtdownhillrennen in Rio de Janeiro

Noch bevor die Entscheidung für Rio de Janeiro als Austragungsort der olympischen Spiele 2016 auserwählt wurde, trafen sich am vergangenen Wochenende die Downhiller dieser Welt in der einmaligen Stadt, um einen Stadtdownhill zu fahren, der es in sich hat.



Die Strecke wirkt schon im Video ungemein eng und "technisch", auch wenn Street-Fahren in der Regel anders definiert wird. Gee Atherton erwischte keinen guten Lauf und kämpfte sich mit Plattfuß gen Ziel, während Bruder Dan auf den dritten Platz fahren konnte. Ganz nach vorne schaffte es der MS Evil Fahrer Filip Polc auf seinem schicken Revolt. Ganz nebenbei hätte er bei seiner Siegesfahrt fast ein Huhn in den Scheibenbremsen gegrillt. Einen Eindruck seiner Fahrt und eine komplette Helmkamera-Abfahrt findet ihr hier auf mtb-news.de (LINK).

Red Bull - Desafio no Morro - Santa Marta from Luiz Philippe Monclar on Vimeo.



ein einziger ALPtraum!



Aus der südlichsten Stadt Deutschlands, Oberstdorf, kommt das kleine Label ALPtraum. Nicht mit dem Albtraum, dem gefürchteten Schaum schlafloser Nächte zu verwechseln deutet der Name schon auf traumhaft schöne Alpen hin. Auf Träume, die in den Alpen spielen. Auf ein Bier auf der Alp. Einfach auf einen Traum von Alp. Dabei spielt es keine Rolle, ob man diese schöne Natur mit dem Mountainbike im Sommer, oder Ski und Snowboard im Winter erfährt.



Dabei sind eigentlich sämtliche Produkte nicht nur schick anzuschauen, sondern auch bequem zu tragen. Neben einer Lifestyle-Kollektion gibt es auch Anziehsachen, um ernsthaft Sport zu treiben: Jerseys aus Coolmax-Gewebe, Hosen aus Stretch und überall schöne Logo und ALPt®aum Schriftzüge.



Fakt ist: Die gesamte Kollektion zeigt sich wundervoll farbenfroh und detailverliebt.



Neuester Spross der Bike-Linie ist eine komplett nahtlose Jacke, die sich leider noch nicht auf der Homepage findet - absolut Wasserdicht, dehnbar, schön anzuschauen!

Soviel Style und Funktion ist nicht ganz billig, dafür weiß man aber, wo es herkommt und hat quasi eine Garantie auf Individualität - dafür sorgen geringe Stückzahlen, große Auswahl und ein niedriger Bekanntheitsgrad.

Kaufbar z.B. hier! und natürlich in Oberstdorf

Sonntag, 4. Oktober 2009

Lines - Das Jahresvideo von Fallline Productions

Die Wälder färben sich herbstlich warm und ebenso warm strahlen die letzten Strahlen des Tages durch die sich rasch abkühlende Luft. Die Zeit ist reif für die Jahresvideos der Saison 2009.

Bevor es jedoch soweit ist, gibt es hier einen kleinen Nachtrag... zur Saison 2008! Ein geschlagenes Jahr lang hat das Rohmaterial auf der Festplatte gelagert, kauerten sich 100Gb Mountainbiken eng zusammen in der Erwartung, endlich geschnitten zu werden.

Nun ist es soweit, unser Jahresvideo geht raus und damit ist die Saison 2008 endlich abgeschlossen.

Lines by Fallline Productions from Fallline Productions on Vimeo.



Das Video begleitet Nus, Max und mich durch ein volles Jahr und wir waren an einer Menge Orte, um dort zu biken: Oberammergau, Baltersweil, Bad Wildbad, Stein am Rhein, Möggingen, Winterberg und in Frankreich in Aix-en-Provence und an der Ardeche.

Mit fast 25 Minuten ist das Video eher lang und manch einer wird es langweilig finden. Wer aber ein gemütliches, entspanntes Video sucht, um einfach ein bisschen Mountainbiken zu sehen, der wird es mit Sicherheit gerne anschauen.

Viel Spaß damit und eins sei schon gleich vorweg angekündigt: Das Jahresvideo 2009 wird es schon bald zu sehen geben ;) Und mit diesem Video wird dann auch das HD-Zeitalter in eigener Sache anbrechen.

Teile, Teile, Teile #14: Truvativ Noir World Cup Carbon Riserbar

Lange Zeit bin ich wirklich skeptisch gegenüber Carbonlenkern gewesen doch bin ich auf der anderen Seite auch stets dazu bereit gewesen, über diesen Schatten zu springen und das bestehende Vorurteil als falsch zu entlarven.

Vor einigen Wochen bereits erreichte mich ein großes Paket der Firma Syntace und der Inhalt hat sich als feiner, leichter Carbonlenker herausgestellt. Dieses Produkt hat meine Meinung nachhaltig geändert, doch parallel zum Syntace Vector Carbon bin ich in den letzten Wochen den Truvativ Noir World Cup Lenker gefahren.

Auf meinem XC-Hardtail hat dieser Lenker zeigen dürfen, was er kann und ich bin nicht enttäuscht worden.

Schicke, edel wirkende Grafiken schmücken den Lenker und der nicht mehr gewebeartige Look macht Carbon Lenker ungemein attraktiv. Während ich mit den alten Carbonstrukturen im Vollformat nie sonderlich viel anfangen konnte, wirkt das Carbon bei diesem Lenker sehr hochwertig und durch die dicke Klarlackierung (die im Bereich der Klemmfläche angeraut ist, um mehr Halt zu bieten) ergibt sich eine optische Tiefe des Werkstücks, die objektiv als sehr schön bezeichnet werden darf.

Die Montage des Lenkers ist genau so einfach wie bei jedem anderen Lenker auch und auch von den technischen Daten her ist dieser Lenker ein alter bekannter:

Breite: 640mm
Backsweep:
Upsweep:
Rise: 15mm
Klemmung: 31.8mm

Eine Ausnahme bildet da nur das Gewicht - mit 164g ist der Lenker zwar noch lange nicht am Limit aber bietet ansprechenden Leichtbau bei offensichtlich genügenden Reserven. Allerdings liegt das von mir gewogene Modell damit satte 13% über der Werksangabe von 145g.

Wie dem auch sei - das Testurtail der MountainBike zu diesem Lenker lautete "Überragend" und auch ich bin mit dem Modell rundum zufrieden. Obwohl er letzten Endes zu schmal für mich ist, hat er doch immer zu einer guten Fahrt beigetragen. Und somit ist der Lenker durchaus empfehlenswert, zumal die UVP von 141€ überall im Internet deutlich unterboten wird. Dieser Lenker ist also das richtige Modell für MountainbikerInnen, die zu einem vergleichsweise hohen Preis auch viel Qualität und Style erwarten. Leichtere Lenker gibt es viele auf dem Markt, doch muss man sich beim Noir World Cup Riser Bar immerhin keine Gedanken um die Haltbarkeit machen.

Teaser - Anti Days of Thunder

Mal wieder gibt es tolle Aufnahmen aus dem hohen Norden. Neben extrem weiten Sprüngen, saftigen Crashs und coolen Moves gibt es in diesem Teaser nichts zu sehen und das ist auch gut so. Martin Söderström haut's raus. Viel Spaß:

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Samstag, 3. Oktober 2009

Das Mountainbike – Pferd der Neuzeit?!

Begegnet ein Geländeradsportler im Gebirge einem Wanderer, so ist dessen Reaktion vollkommen unvorhersehbar: Vom freundlichen Gruß, der als Gesprächsauftakt dienen soll, bis zum unflätigen Schimpfwort, das als Todeszauber fungieren will, ist ungefähr alles möglich.
Die hierfür angeführten Gründe sind vielfältig: Von der Bodenerosion bis zum rüpelhaften Benehmen der „Biker“ (Das sind doch die Tätowierten mit den lauten Harley Davidsons, oder?) hört man alles. Aber so ganz schlüssig erscheint mir diese Argumentation nicht. 


Ganz im Gegenteil, mir drängt sich der dringende Verdacht auf, dass die Ursachen für die (fehlende) Sympathie an anderer Stelle liegen, tiefer, im Unterbewusstsein und historisch geprägt. Das Problem ist nämlich: Mountainbiker werden nicht als Mountainbiker betrachtet, sie werden gewissermaßen verwechselt, und zwar mit Rittern. Ganz genau, mit den schwer bewaffneten und dick gepanzerten, düster dreinschauenden Streitkräften des Mittelalters, die hoch zu Ross die Wege vergangener Zeiten bevölkerten.


Die Analogie sticht sofort ins Auge, der Geländeradsportler sitzt nicht auf einem gezüchteten Rappen, sondern einem hochgezüchteten Radel, trägt ebenfalls Protektoren und gegebenenfalls Vollvisierhelm und jede Menge Ausstattung mit sich herum und ist, genau wie der Reiter, einfach schneller unterwegs. Für den Wanderer, den einfachen Mann, fällt es da schwer zu differenzieren: Habe ich es mit einem edlen Lord zu tun, oder thront auf diesem hohen Ross ein böser Raubritter? Deshalb auch die unvorhersehbaren Reaktionen: Respekt und Anerkennung für den gerechten Gutsherren, der seinen (Draht)Esel beherrscht, Unmut und Beleidigungen für den mordenden und brandschatzenden Rüpel, der seinen Untersatz Steine schleudern lässt und rücksichtslos vorbei prescht.


Leider ist diesbezüglich kein Ende in Sicht, denn die aufkommenden 29“ Räder unterstützen diesen Effekt noch – der Fahrradfahrer thront noch höher, noch bedrohlicher über dem Wanderer, als hätte er einen noch größeren Hengst im Stall, bereit, jederzeit sein Schwert auf den ohnehin schon geknechteten Bauern niedergehen zu lassen.


Noch nicht überzeugt? Die Parallelen zwischen Pferd und Rad gehen noch weiter: Wege, die einst angelegt wurden, damit Prinzen sie hinauf reiten können, eignen sich heuer perfekt zum biken. Der Bunnyhop Weltrekord liegt irgendwo bei 140cm – Hindernisse beim Dressurreiten weisen eine ähnliche Höhe auf. Bikes lassen sich schieben – Pferde auch.


Freitag, 2. Oktober 2009

Innovate or Die

Innovate or die - dieses Motto hat sich Specialized auf die Fahne geschrieben - doch die ganze Bikeindustrie strotzt nur so vor Innovationslust. Kein Hersteller, der nicht jedes Jahr Neuheiten auf der Eurobike, der Interbike, beim Sea Otter und der Taipei Bicycle Show präsentiert. Einige Modelle werden jedes Jahr gerelauncht, upgedatet, ja, neu erfunden. Jedes Jahr: Die Revolution. Jedes Jahr: Neu. Leichter. Besser. Schneller. Steifer. Höherer STW- und niedrigerer Q-Wert. Neue, alle internationale Standards. Oversized. BB30. E2, Conehead, Tapered Steerer. Die Fahrradbranche scheint voller heller Köpfe zu sein - nicht nur in der Entwicklung, sondern auch (oder gar vor allem?) Im Design und dem Marketing.

Mit dem Vorjahresmodell zu fahren ist fast nirgendwo schlimmer als beim Mountainbiken, die wenigsten Teile erlangen Kultstatus, bei den meisten ist einfach die Funktion "Völlig überholt". Jedes Jahr glaubt man : Besser geht's nicht. Bis nächstes Jahr. Dann glaubt man wieder das gleiche.


Wo führt das alles hin? Entwickelt die Bikebranche in die richtige Richtung? Kann man die Produkte von heute noch signifikant verbessern?

Eine mögliche Antwort auf diese Fragen wollte Ghost dieses Jahr auf der Eurobike geben und zeigte ein Projektbike, was in mittel ferner Zukunft Realität sein könnte.

Auf den ersten Blick sieht das Bike zwar Up-to-date aus, aber nicht wie von morgen. Die Visionen der Denker stecken eher i Detail: Hinter der Hammerschmidtkurbel sitzt ein 500W Elektromotor, der den Fahrer zur Not auch von allein den Berg hochzieht, auf einer der 18 immer noch existierenden Getriebeübersetzungen garantiert. Der Strom für den Motor ist im kleinen aber leistungsfähigen Akku darüber gespeichert - und damit ihm nicht die Puste ausgeht, bedient man sich Technologien, die an Sciene-Fiction Komiks erinnern:

Induktionsfederung - die Technik, die bisher schon im Erlebnispark fallende Aussichtskreisel bremst, soll auch in der Federung zum Einsatz kommen, die Federung durch Induktion übernommen und dabei Strom erzeugt werden. Die Bremsen / Naben gewinnen Energie, wenn man das Rad bergab verzögert und zu guter letzt: Der Lack macht Licht zu Strom und speist den Akku.

Klingt wie von übermorgen. Ist es wohl auch. Wollen wir das? Ich weiß es nicht. Den Berg mit dreifacher Lichtgeschwindigkeit hochzufliegen, klingt verlockend. Das ganze Umweltschonend auch. Aber ob es nötig ist? Wohl kaum. Ob es Realität wird? Vielleicht. Pedelecs stehen jetzt schon beim Händler, elektrisch gedämpfte Gabeln werden vorgestellt - in Anbetracht der Geschwindigkeit, mit der sich die Bikeindustrie - unter Einfluss der Elektroindustrie - entwickelt, könnten solche Visionen schneller als man glauben mag Realität werden.

Diesem Wandel bin ich aber durchaus dankbar, auch wenn er erschreckend erscheinen mag, denn ich verzögere lieber mit Scheibenbremsen, als mit Cantis, und alles in allem würde ich sagen: Die Innovation der letzten 25 Jahre Mountainbike-Geschichte sind durchweg positiv und die Freude am Fahren vergrößernd. In diesem Sinne: Innovate or Die!