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Sonntag, 20. Dezember 2009

Gefahren: Bos N'dee Federgabel

Gerade erst vorgestellt [LINK] und schon ist der Review zur BOS N'dee online.

Test: BOS N'dee Fork from Fallline Productions on Vimeo.



Den kompletten Testbericht findet ihr exklusiv auf mtb-news.de [LINK], das Video zum Test natürlich auch hier auf dem Blog!

Fazit: Die BOS N'dee ist in meinen Augen die richtige Gabel für deutsche Bikeparks und Alpenfreerider, die gerne ruppiges Gelände unter die Räder nehmen und dafür eine zuverlässige, perfekt federnde Gabel benötigen, für die sie bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. In einem MiniDH Bike kann diese Gabel ihr Potential voll ausspielen - die Funktion ist erstklassig. Wer auch gerne und viel bergauf fahren will, sollte auf ein paar Zentimeter verzichten und auf die bewährten Modelle Rock Shoy Lyrik oder Fox 36 zurückgreifen, ab 2010 kommt in dieser Klasse auch eine kleine BOS namens Deville auf den Markt.


Gefahren: Reverse Components Style 76 Lenker

In der Kategorie "Teile, Teile, Teile" habe ich den Reverse Style 76 Lenker bereits vorgestellt - nun ist es, nach einigen Monaten der Nutzung, aber auch an der Zeit, einen kleinen Langzeittest zu schreiben.

Die wichtigsten Eigenschaften eines Lenkers bei einem Langzeittest sind einerseits natürlich das Gefühl beim Fahren, andererseits aber auch die Haltbarkeit. Und gerade die muss an diesem Punkt angesprochen werden. Gehalten hat der Lenker auf alle Fälle - einige Stürze konnten ihm nichts anhaben. Problematischer hat sich eher die Lackierung gezeigt. Bei der Fahrt nach Finale Ligure muss der Lenker von einem Stein oder einem anderen Gegenstand getroffen worden sein, denn beim Abladen des Autos ist ein ca. 5mm großer Abplatzer in der Lackierung des Lenkers zu sehen (auf dem Bild oben im roten Bereich zu sehen). Aber später dazu mehr.

In der Praxis erweist sich der Style 76 als solider Begleiter, der steif und gezielt die Lenkbefehle weitergibt und nicht nur optisch eine gute Figur macht. Mit 9° Krümmung liegt der Lenker absolut im Bereich des normalen und so fährt er sich auch bis auf die Breite unspektakulär.

Der Lenker ist also eine Empfehlung für alle, die auf den Style achten wollen und einen ausgefallenen, extra breiten Lenker suchen. Dennoch sollte von Seite des Herstellers noch mal an der Qualität und Belastbarkeit der Lackierung gearbeitet werden... bei der Demontage blätterte unter der Vorbauklemmung der Lack!

Mittwoch, 11. November 2009

Bekleidung: Funktionell & Stylisch

Im Sommer ist der Dresscode beim Biken eigentlich relativ einfach: T-Shirt und kurze Hose. Das ganze muss bequem sein, aber, noch viel wichtiger: Gut aussehen.

Doch in der nassen und kalten Jahreszeit sieht vor allem der gut aus, der nicht am frieren ist. Neben dem Style muss die Funktion stimmen - zwei Dinge, die nicht leicht miteinander vereinbar sind.



Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, an das Thema heranzugehen:

1. Stylische Bekleidung funktionell machen, ein Approach den z.B. Maloja oder Sombrio wählen

2. Funktionelle Bekleidung stylisch machen. Das ist bedeutend schwieriger, da die Macher von Funktionsbekleidung meist so an ihrer Funktion hängen, dass sie sich Schwer tun, dafür Abstriche zu  machen. Neulich lief mir aber ein Produkt über den Weg, dass diesen Schritt ziemlich gelungen gegangen ist.




Craft - bekannt für funktionelle, aber leider auch danach aussehende Bekleidung, hat mit dem Flex Hood einen Kapuzenpullover im Programm, der aus funktionellem (schnell trocknend und feuchtigkeitstransportierend) Material gefertigt ist, aber durch legeren Schnitt und gute Verarbeitung nicht allzu sehr nach verklemmten Leistungssportler aussieht.




Von mir aus könnten gerne mehr Hersteller solche Bekleidung machen, die gut isoliert und Schweiß wegleitet, man darin aber nicht aussieht, als wolle man gleich einen Marathon laufen oder den Nanga Parbat besteigen.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Oberammergau - Danke!

Ober-ammer-gau. Vielen von euch sollte der kleine aber feine und immer feuchte Park am Südrand Bayerns bekannt sein. Auf der variantenreichen Abfahrt mit viel spaßigen Abschnitten kommt so ziemlich jeder Biker auf seine Kosten. Oder besser kam? Noch ist der Park geöffnet, doch zum 18. Oktober wird einer der in meinen Augen schönsten Strecken Deutschlands das Licht ausgeblasen (Bericht).

Die Probleme waren schon seit der Saisoneröffnung 2009 bekannt (Beitrag auf mtb-news.de), als der geplante Ausbau der Strecken wegen Unsicherheiten in der Vertragsgestaltung nicht vorangetrieben werden konnte und klar wurde, dass möglicherweise der Lift würde verkauft werden müssen. Die Mountainbiker haben in dieser Saison alles gegeben, um zu zeigen, dass der Park beliebt ist und bleiben muss, doch was nutzt das alles, wenn von Seiten der Gemeinde kein Interesse zu bestehen scheint? Alle Details, die zur Schließung geführt haben, findet ihr hier im Interview mit dem Betreiber Tobias Baab.

Was ist nun zu tun? Für 2010 kann in Oberammergau nichts mehr getan werden, 2009 geht jedoch noch eine ganze Menge. Der Park hat noch über eine Woche geöffnet und es wäre wirklich schön, wenn am letzten Tag noch mal eine richtig große Schlange vor dem Lift stehen würde um zu zeigen, dass der Park Menschen nach Oberammergau zieht. Außerdem wird an diesem Sonntag, dem 18. Oktober, auch alles verkauft, was im Bikeshop und -park zu haben ist.

Wer noch nie vor Ort gewesen sein sollte, dem kann ich einen Besuch nur wärmstens empfehlen. Wie das? Lest einfach hier unseren Bericht vom Ende des letzten Jahres und nutzt die kommenden Tage, um vielleicht doch noch ein mal nach Oberammergau zu fahren. Bald ist es zu spät dafür - in der Gemeinde gibt es sonst für uns Mountainbiker nichts mehr zu wollen.

"Fahr'n ma am Wochenende nach Oberammergau?", fragt mich Nus an einem schönen Herbststag, kurz vor Saisionende. Wer will da nicht noch Mal so richtig sein Bike ausfahren gehen? "Klar", anworte ich und hake gleich nach: "wo iss'n des überhaupt?". Eine kleine Anfrage bei Googlemaps hilft uns auf die Sprünge: Kurz vor Garmisch, östlich von Füssen und südlich von München – gute 220km zu fahren. Nichts wie hin.

Und los geht die Planung.

Auto verfügbar? Ja!

Bikes einsatzbereit? Ja!

Was wird uns in Oberammergau erwarten? Keine Ahnung!

Die ersten Suchergebnisse im Internet sehen vielversprechend aus, der markante Hausberg würde auch noch zu einer Klettertour einladen. Aber wir wollen Biken. Was kann der Park? Die Streckenbeschreibungen klingen vielversprechend und die Ansage, dass jeden Montag der Park zu Streckenpflege gesperrt sei, lässt uns als Hardtailpiloten aufhorchen. Bremswellen, der größte Feind aller Hardtailfahrer, sollten also eher weniger vorhanden sein. Und falls es doch zu viele geben sollten, leihen wir uns einfach ein Fully. Wie es der Zufall wollte, machte nämlich genau an unserem Wochenende die Shimano-Truppe in Oberammergau halt, um dem geneigten Mountainbiker eine adäquate Testfahrt mit der neuen Saint-Gruppe zu ermöglichen. Unaufhaltsam steigen die Chancen auf ein klasse Wochenende. Nur die Frage der Übernachtung will sich nicht so einfach lösen lassen. Für wenig Geld nah am Park übernachten? Keine Chance. Wir haben aber auch nicht richtig gesucht. Die fixe Idee, einfach auf dem Parkplatz im Schlafsack zu übernachten, wollen wir einfach in die Tat umsetzen. Also nichts wie auf nach Oberammergau!

Es ist Samstag Mittag, so etwa gegen 12 Uhr, als wir auf den Bikepark-Parkplatz einbiegen und uns daran machen, die Bikes auszuladen. In geringer Entfernung stehen sie: die berühmten Drops und der noch viel bekanntere, richtig große Wallride von Oberammergau. Während ich gerade versuche, mein Hinterrad in die horizontalen Ausfallenden meines Santa Cruz Chameleons zu drücken, kommt ein anderer Biker winkend auf uns zu gelaufen. Was der wohl will? Ahhhja, zwei Tageskarten zum Preis der Halbtageskarte verkaufen. Es sei viel zu matschig, mache keinen Spaß, unfahrbar - so seine Erklärung. Matschig? Klar, die letzten Tage waren nicht gerade trocken und der Hang wird dementsprechend feucht sein. Aber unfahrbar? Das wollen wir doch erst Mal sehen!

Ohne Matschreifen und mit einem breiten Grinsen im Gesicht sitzen wir kurz darauf im Lift. Mir fällt auf, dass wir eigentlich recht wenig über den Park wissen. Es soll eine Downhillstrecke geben und Northshore-Konstruktionen aber auch irgendwas in Richtung 4x / Racestrecke. Eine kleine Nachfrage beim netten Herrn, der die Bikes aus dem Lift nimmt, ergibt Aufschluss – eine Line startet oben und verästelt sich den Berg hinunter. Außerdem gibt es immer wieder schön gemachte, abwechslungsreiche Northshore-Lines entlang der festen Strecke. Das klingt simpel und gut - auf geht die schnelle Fahrt. Nach zwei Abfahrten haben wir uns gut orientiert und kennen die Schlüsselstellen. Und wir wissen, warum unser Kollege vom Parkplatz keinen Bock mehr gehabt hatte... die von oben aus betrachtet rechte Seite des Hangs ist eine einzige Rutschpartie, nasse Wurzeln, tiefer Matsch und ausgefahrene Stellen noch und nöcher – ein riesen Spaß. Obwohl die Strecke nicht danach aussieht, als ob sie jeden Montag von oben bis unten gepflegt wird, macht sie einfach Laune. Schnelle Passagen am Anfang wechseln sich mit einem kurvenreichen Mittelteil ab. Zwischendrin gibt es immer wieder viele Möglichkeiten, die eigene Linie zu suchen und somit dem Matsch auszuweichen. Ebenso plötzlich wie vorhersehbar kommen dann die ersten Stürze im matschigen letzten Teil der Strecke. Max, der aus Rosenheim zu uns hinzugestoßen ist, gibt sich eine satte Matschpackung, als er auf einem Rotwild Leihrad eine sehr kreative Line versucht und den eigentlichen Absprung präzise verfehlt. Auch Nus hat es schon zu Boden gezogen, ein unfreiwilliger X-Up während der Fahrt zwang ihn zu einem eleganten Abgang. Wer ist noch nicht gestürzt? Genau, ich. Es ist gerade 400m her, dass ich das meinen Freunden mitgeteilt habe, da robbe ich aus dem Schlamm zurück zu meinem Bike… hätt’ ich doch bloß den Mund gehalten! Die Schadenfreude der Freunde ist umso größer!

Am Ende des Tages rollen wir ermüdet aber schwer zufrieden an den Bikewash, spritzen den Matsch oberflächlich weg und widmen uns einem feinen Abendessen am Auto. Maggi Schinkennudeln. Schon lange ist die Sonne hinter den Bergen untergegangen. Die Dämmerung bricht herein und wir packen die Bikes ins Auto und uns auf den Boden daneben. Es ist sternenklar geworden. Und kalt. Nebeneinander liegen wir in den Schlafsäcken, reflektieren noch ein bisschen den Tag und schauen einfach nur gen Himmel – unzählige Sterne drängen sich über uns am Firmament. Schön? Wunderschön!

Gerade, als sich der nächste Morgen ankündigt, erwachen wir. Uns umgibt eine eisige Frostlandschaft – der Winter kommt, keine Frage. Bei leckerem Köln Schoko Kirsch Müsli an eisiger Milch planen wir den nächsten Tag und sind als erste am Lift. Ein herrlicher Biketag beginnt, wir treffen die Lines noch besser als am ersten Tag und kommen richtig in Schwung. Vielleicht ein bisschen zu gut. Der große Wallride wird mir zum Verhängnis. Der Abgang reißt die Kapseln im kleinen Finger und dem Ringfinger. Ende Gelände? Nein – mit Camcorder und Kamera bewaffnet fahre ich zusammen mit Nus und Max noch zwei Mal auf den Berg und mache ordentlich Fotos und Video, damit wir uns noch länger an dieses gelungene Wochenende in Oberammergau erinnern können. Und damit Ihr nicht nur lesen, sondern auch bestaunen könnt, wie schön es in Oberammergau sein kann. Es lohnt sich!

Wir sehen uns im Park.

Tobias und Stefanus Stahl

Nähere Informationen (Preise, Leihbikes, etc.) zum Park gibt’s hier:

http://www.bikepark-oberammergau.de/

Dienstag, 8. September 2009

Gefahren: Kleine Flasche mit großer Wirkung - Muc-Off Wet Lube

Tja, wie soll denn das nun angehen!? Hat jemand schon mal ein Kettenöl getestet?
Im Prinzip sind die Anforderungen ja ganz einfach: laufen musses. Aber lässt sich da wirklich etwas vergleichen?

Zerknirscht krieche ich über die Eurobike - nach vier Tagen Dauereinsatz fühle ich mich wie die ungepflegte Kette eines Stadtrades und mit letzter Kraft erreiche ich den Muc-Off Stand. Schwer beladen beugt sich eine Krankenschwester über mich, wie elektrisiert von den Elektroden eines Defibrillators zucke ich zusammen und kann meine Augen kaum von diesem Eiland der Versorgung lassen.

Zwwwtschhh zieht sie die Spritze auf, die mir neue Kraft verleihen wird - langsam füllt sich die Kanüle mit einer blauen Flüssigkeit. Meine Glieder spannen sich, freuen sich in Erwartung der schmierenden Wohltat.

"Gute Fahrt noch", ruft mir die Krankenschwester hinterher, als ich mich entferne und zwischen den Messeständen davonschlängele. "Gute Fahrt!", denke auch ich mir und fühle mich bis heute rundum gut versorgt. Einzig aus Aufbringen mit der kleinen 28ml Flasche gestaltete sich etwas schwieriger und endete in einer spontanen Explosion der Flasche, doch scheint das Zeug zu funktionieren. Muc-Off Wet Lube kann zwar ebenso wenig wie alle anderen Öle und Fette an die originalbehandelte Kette heranreichen, doch "fühlt" sich das ganze beim Schalten schon ziemlich gut an, besser als mit dem Teflon-Öl, dass ich zuvor verwendet habe.

Was bleibt also? Ein Öl zu testen ist verdammt schwierig und da viele Biker dem Thema überhaupt keine Aufmerksamkeit zukommen lassen, wird so manche Kette tatsächlich wie von mir beschrieben schmachten. Was dann kommt ist ihr im Prinzip reichlich egal, solange es zwischen den Gliedern flutscht. Und das wollen wir schließlich alle.

Das Muc-Off Wet Lube darf von nun an zeigen, was es drauf hat - weitere Pflege gibt es wohl erst zur nächsten Eurobike, denn bis dahin ist weit und breit keine Krankenschwester in Sicht, die einem Öl spritzen würde.

Gefahren: Reverse Ergo Race Pedale

Ohne Klick aber mit Halt ohne Ende! Flatpedals befinden sich auf dem Siegeszug. Der ehemalige Platzhirsch in der Abfahrtsdisziplin, das Klick-Pedal, ist bei den Amateuren fast vollständig geschlagen, und auch im World Cup sind zwischen 30 und 50% der Fahrer ungeklickt unterwegs. Ein Pedal, was die veränderten Machtverhältnisse noch weiter festigen dürfte, ist das Reverse Ergo Race Pedal. Die Jungs haben sich bei der Entwicklung viele Gedanken gemacht und anscheinend sogar einen Orthopäden engagiert, um die Form des Pedals an die des menschlichen Fußes anzupassen und die Beinmuskulatur zu stimulieren. Das alles, um mehr Saft aus den Beinen zu locken... was dabei herausgekommen ist, ist jedenfalls das größte Pedal mit dem meisten Grip, das ich je gefahren bin! Marketing hin oder her bietet dieser 312g schwere Aluklotz unter dem Schuh immer dann noch genügend Halt, wenn der Kollege bereits zum Abflug angesetzt hat. Nur das es bei ihm, anders als beim Flugzeug, in diesem Moment nach unten geht.

Mit zum Lieferumfang gehören noch Terror-Pins, von denen wir beim Testen abgesehen haben - ich möchte nicht wissen, was damit möglich wird! Ein im wahrsten Sinne des Wortes riesiges Pedal mit angenehmer Oberfächenkrümmung in den Farben weiß, schwarz und rot, dessen Pins sich in alles bohren, was in ihre Nähe kommt! Das richtige Pedal für Downhiller und Freeridetourenfahrer, die ein robustes und großes Pedal wollen.

Bald im Internet oder im Bikepark Bad Wildbad erhältlich. Infos auf www.reverse-components.com

Mittwoch, 2. September 2009

Gefahren: Specialized Enduro 2010

Kaum ein Bike hat in den letzten Wochen vor der Eurobike für mehr Aufsehen gesorgt, als das neue Specialized Enduro. Nach dem der voll systemintegrierte Vorgänger nicht so recht den Beliebtheitsgrad des legendären, organischen Ur-Enduros erreichen konnte, schickt sich nun das neue Bike an, an die alten Erfolge anzuknüpfen. Das Bike kennte dabei nur eine Mission - dem Namen gerecht zu werden. Von einem echten Enduro erwarten wir einen gelungenen Mix aus Bergab- und Bergaufperformance und viel Spaß bei allen Spielarten des Mountainbikens. Ob flowiger Singletrail oder langer Anstieg, ob steile Stufen oder verblockte Anstiege, ob spontane 4x-Ausfahrten oder ein Alpencross - das Bike sollte alles können, um dem Namen wirklich gerecht und ein würdiger Erbe für den legendären Vorgänger zu sein.

Der Demoday der Eurobike ist da auch schon die perfekte Gelegenheit, um einen ersten Eindruck vom Bike und seinen Qualitäten zu gewinnen. Zwar sind die Strecken weder flowige Singletrails noch ruppige Downhillpisten, doch in Anwesenheit der wichtigsten Konkurrenten wie Trek Remedy, Nicolai Helius AM oder Lapierre Spicy kann sich auch auf schönen Waldwegen durch das Allgäu rund um das gemütliche Ratzenriet zeigen, was im Neuling steckt.

Direkt vom Stand wirkt das Bike in Größe S quirlig und agil - bei 175cm eine gute Wahl, wenn man es gerne handlich mag. Der Rahmen ist mit einer Specialized-eigenen Gabel ausgestattet, die jedoch - das sei gleich vorweg gesagt - nicht überzeugen kann. Sie scheitert an einer hohen inneren Reibung und auch die Kennlinie kann nicht überzeugen. Doch in Serie wird es das Bike auch in anderen Versionen geben und vieleicht haben wir an diesem Dienstag auch einfach nur eine Montagsgabel erwischt. Wie auch immer, der leichte und entgegen erster Bilder sehr nett anzusehende Carbonrahmen unterstreicht mit seiner zweifach-Kettenführung den Freeridecharakter und beschleunigt auf den ersten Metern souverän. Im Gegensatz zu den nur leichten Modellen der letzten Jahre kann das Bike sofort überzeugen. In der Tat bietet das Enduro das relativ seltene Gefühl, sofort mit dem Bike zu verschmelzen. Dabei würde auch die per Fernbedienung absenkbare, hauseigene Teleskopsattelstütze helfen, doch überzeugt diese ebenfalls nicht. Mal funktioniert sie, mal nicht - da hätten wir uns mehr erwartet. Das Komplettbike hingegen erfreut jeden der Fahrer. Im steilen Uphill hat man stets genug Druck auf dem Vorderrad und trotz recht weichem, schluckfreudigem Setup sinkt der Hinterbau nicht zu weit ein und erfreut mich guter Wippresistenz. Bergab gleichen sich die Bilder, man fühlt sich einfach wohl auf dem Bike. Ruhig und unauffällig läuft das Bike bergab und zirkelt souverän durch grobe Schotterkurven. Auch wenn die Trails es nicht wirklich hergegeben haben - auf diesem Bike fühlt man sich gut und sicher und dank dem kleinen Rahmen gelingen Manuals, Wheelies und Scandinavian Flicks ohne besondere Anstrengungen - das Bike lädt zum Spielen ein.

Fazit? Das Bike macht seinem Namen alle Ehre. Spielerisch bergauf und bergab und dabei angenehm leicht. Eigentlich alles, was man sich von einem guten Allround Bike wünschen kann. Was noch fehlt: Die Specialized Gabel hat ihnen Testeinstand ordentlich verpatzt und auch die verstellbare Sattelstütze konnte ebenfalls nicht immer mit Funktion überzeugen. Weiter Wünsche? Vielleicht eine Strecke, die den Rahmen auf vollem Niveau fordert und an seine Grenzen bringt. Für einen ersten Eindruck hat es jedenfalls gereicht und der war fast durchweg positiv. Der Rahmen hat definitiv Potential und scheint an den ehrwürdigen Ahnen anschließen zu können. Das organische Design ist wieder da und wer weniger Geld ausgeben will und mehr Steifigkeit wünscht, der bekommt den Rahmen auch in einer Aluminiumausführung.

Weitere Bilder und einen Videoclip zu den Specialized Neuheiten für die Saison 2010 findet ihr in Kürze hier und auf mtb-news.de

Mittwoch, 19. August 2009

Two shoes for... RIDING!

Es war mal wieder höchste Zeit - meine alten Schuhe haben schon vor Wochen den Geist aufgegeben und ganz im Stile des neuen NWD Trailers sind sie nur noch Staub und Bruchstücke.

Doch der Nachfolger steht bereit - seit einigen Tagen bin ich mit brandneuen Five.Ten Freerider Schuhen unterwegs. Meine Eindrücke und Erfahrungen habe ich hier für mtb-news.de zusammengefasst, viel Spaß!

Und für alle hier in aller Kürze: Kaufempfehlung! Der Schuh hat unglaublichen Grip und darf für die Stadt gerne am Fuß bleiben - ein echter Allrounder. Mit 100€ nicht ganz günstig aber in jedem Fall das Geld wert, Skaterschuhe sind ja auch nicht günstiger und bieten weniger Grip.


Samstag, 2. Mai 2009

Skitest #2 Tourenski

Weiter gehts - zweiter Teil des Skitests: Mehr noch als Freeride-Ski bin ich Tourenski gefahren, verständlicherweise nicht die ultraleichten, schmalen Tourenski, die nur im Aufstieg Freude bereiten, sondern solche, die Versuchen, den Diamir Slogan "Make it a perfect day" zu erfüllen: Leicht bergauf und mit Genuss bergab. Der erste Ski, mit dem ich eine kleine Tour von 200hm lief, nur um den Ski in Aufstieg und Abfahrt etwas kennen zu lernen, und anschließend noch über die harte Piste bewegte, war der Black Diamond Guru. An dem Ski passt eigentlich alles: Optik, Name, Image, Maße - aber wie schon der Kilowatt wusste er mich nicht wirklich zu überzeugen. Der Ski fährt, macht es dem Fahrer dabei aber unnötig schwierig, es fehlt im tieferen Gelände an Auftrieb, auf der Piste zeigt er sich passabel. Im Aufstieg gefällt natürlich das geringe Gewicht, aber vom Hocker gehauen hat er mich nicht. Nach dem zweiten Ski der Marke BD kamen mir ernsthafte Zweifel, ob es sinnvoll ist, sich als etablierter Kletter- und Alpin-Ausrüstungs-Hersteller in einen ohnehin schon überfüllten Markt zu drängen.

Der zweite Ski, mit dem ich mich auf den Berg auf machte, war K2s neuer Backup. An dieser Stelle eine Gratulation an die Marketing-Abteilung von K2, die Namen sind durchaus unterhaltsam: Backlight, Backup, OutBack, CoomBack... großartig! Die Optik des Backup steht stellvertretend für die komplette K2 BackCountry-Kollektion 09/10, die übrigens die Touren- und Telemarkkollektion der letzten Jahre zusammenführt [siehe auch hier] Doch was hat der Ski außer einem ganz netten äußeren zu bieten? Bergauf geht er sich, dank moderatem Gewicht, recht einfach, doch bergab braucht der Ski eine gute Portion Elan, um sich von einer Kurve in die nächste zu bewegen, ich habe schon Ski gefahren, die mehr Spaß machen. Auf hartem Untergrund lässt der Backup aber nichts anbrennen und liefert eine souveräne Performance.
In einer anderen Liga in Sachen Allround-Qualitäten spielt aber Scotts Aztec: Mit dem Ski bieten die Schweizer einen wahren Alleskönner: "Wenn ich eine Woche zum Skifahren ginge, und nur einen Ski mitnehmen dürfte - für Touren, Piste, Pulver, Sulz, Eis - der Aztec wäre in der engeren Auswahl" Bemerkenswert auch, bei wie vielen verschieden großen Radien der Ski sehr ruhig und entspannt Kantengriff aufbaut und für seine relativ geringe Breite überraschend gut aufschwimmt!
Noch etwas besser gefiel mir aber noch der Blizzard Free Cross, welchen ich folglich auch länger und in wirklich jedem Schnee gefahren bin: Harte Piste, Bruchharsch, leichter Pulverschnee und am Nachmittag tieferer Sulz. Um den Ski zu beschreiben, braucht es gar nicht vieler Worte: Einfach gut! Allerdings nur, solange der Schnee nicht zu tief wird, denn dann fährt auch der Free Cross U-Boot und braucht ordentlich Saft aus den Oberschenkeln. Für einen so schmalen und leichten Tourenski hat mir die Performance aber absolut gefallen, ein wirklich schöner Allrounder. Der meiner Meinung nach zweitbeste Ski unter den Tourern ist gleichzeitig auch der wohl schönste: Der Type B von Powder Equipment, einer mir durchaus sympathischen Marke, kommt sie doch aus dem schönen Konstanz am Bodensee. Doch Aussehen und Sympathie sind nicht alles, der Ski ist zudem leicht und für einen Tourenski schön breit. Auf der Piste fährt er sich noch ein wenig zittrig und braucht Druck auf dem Vorderski, doch je länger und carviger die Schwünge angelegt werden, desto mehr ist der Type B in seinem Element. Richtig überzeugen konnte er aber vor allem im Gelände: Souverän durch Problemschnee und seine Breite ausspielend im Sulz machte der Type B einen Klasse Eindruck! Für mich ein wirklich gelungeer Ski, der gleichzeitig noch richtig schick und exklusiv ist.

Welches aber der beste Ski war, den ich in den Tagen überhaupt gefahren bin, steht außer Frage: Mit dem Crusair ist Scott ein großer Wurf gelungen! Der Ski ist breit (128-92-112), leicht (2800g/176cm) und verfügt über ein perfektes Verhältnis von Flex zu Radius (18m). Trotz seines geringen Gewichts ist der Ski nie nervös, man kann damit richtig zügig heizen, auf der Piste carven oder im Pulver wedeln, auf der Buckelpiste von einem Hügel in den nächsten springen und den Sulz spritzen lassen - klingt euphorisch, und genau so habe ich mich auch nach jeder Abfahrt mit dem Crusair gefühlt.
Im Aufstieg punktet er durch sein geringes Gewicht, die Fellmontage ist nett, aber nicht wirklich nötig, da ich bei einem Ski dieser Breite bereits auf ein Splitfell setzen würde. Wo da der Haken an der Sache ist? Richtig, beim Preis: Hightech-Carbon lassen sich die Schweizer nicht nur bei den Fahrrädern bezahlen, für den Crusair werden wohl ziemlich genau 1000€ fällig. Sichtcarbon in seiner schönsten Form...Mit dem Crusair auf Tour...

Donnerstag, 30. April 2009

Skitest: Freerider 09/10

Die Skiindustrie hatte auf der ISPO schon gezeigt, was in der kommenden Skisaison gehen wird und dabei durchaus viel versprochen - wir hatten bereits jetzt die Gelegenheit zu überprüfen, ob im nächsten Winter wirklich alles besser wird: Tagelang testeten wir zahlreiche Touren- und Freerideski mit den Tourenbindungen von morgen.

Zunächst zu den echten Freeridern: Der Völkl Gotama, der Black Diamond Kilowatt und K2s Coomba gaben sich die Ehre - alle mit über 100mm unter der Bindung in den Längen 186, 185 und 181cm.

Der erste Freerider, den ich fuhr, war Völkls Gotama:
Für die neue Saison wurde er komplett erneuert, man setzt jetzt auf eine Rockerbauweise, der Ski sieht unglaublich gut aus - doch wie fährt er sich? Auf der Piste - das wundert nicht - recht gewöhnungsbedürftig. An Carven oder hohes Tempo ist nicht wirklich zu denken, doch der Ski ist ja auch nicht dafür gebaut. Also ab ins Gelände, Pulverschnee? Genial. Verspurt? Auch gut! Sulz? Übergut! Bruchharsch? Naja...
Der Ski wurde mit Diamirs brandneuer Eagle Bindung getestet, die Kraftübertragung verlief einwandfrei, kein Wackeln, Spiel oder Kraftverlust. Der Ski ist natürlich nicht der leichteste, was sich auf Tour beim Aufstieg negativ bemerkbar macht, doch auf der Abfahrt durchs Gelände ein absoluter no trouble Ski. Der gotama fährt sich leicht und souverän, nicht zickig, schwimmt sehr schnell auf und vermittelt Sicherheit. Er funktioniert auch mit wenig Geschwindigkeit, doch kann man das Gas damit auch einwandfrei stehen lassen.
Die Skispitze ist keine Spitze im herkömmlichen Sinne: Durch die Rocker-Bauweise liegen, ganz wie beim Namensgeber Schaukelstuhl, nur die mittleren 60cm des Skis auf dem Boden, der rest erhebt sich gleichmäßig, weswegen Tip und Tail ungewohnt flach aber sehr stylisch ausfallen.
Optisch ist der Ski jedenfalls der absolute Knaller!
Wer vor der Fahrt den Bauch des Buddhas streichelt, erlangt absolute Erleuchtung. Hoffentlich. Oder zumindest einen guten Run, was ja auch schon mal nicht schlecht wäre!
Je nachdem, wie die Bindung montiert wird, taugt der Ski als Alleskönner im Gelände, oder aber, bei mittig montierter Bindung, als Backcountry-Jibb-Tool, um mal den handelsüblichen Fachjargon zu zitieren.
Dank seiner leichten Holzbauweise ist der Gotama auch auf Tour durchaus zu gebrauchen, dabei sollten allerdings wegen der großen Breite Split-Felle verwendet werden, da der Gleitwiderstand sonst ins unendliche steigt.

Insgesamt ist es Völkl für die neue Saison gelungen, den Kultski Gotama zu revolutionieren, ohne die altbekannten Qualitäten in Vergessenheit geraten zu lassen: Der Ski ist ein Alleskönner zum Cruisen und Springen, nur auf der Piste und langen Anstiegen gehört er nicht zu Topguns.

Der nächste Ski, den ich mir an die Skischuh klemmte, war Black Diamonds Kilowatt, die Verbindung stellte Markers Duke her, eine Bindung, die ich auch schon seit langem hatte testen wollen, mehr dazu demnächst im Bindungsspezial.
Ich hatte relativ hohe Erwartungen an den Kilowatt, weil er gut aussieht (nächstes Jahr grün-blau), BD eine gute Marke ist, die Maße stimmen und das Gewicht passen sollte. Trotzdem sage ich es gerad heraus: Einen schlechteren Ski bin ich noch nicht gefahren. Ich weiß nicht, wer so einen Ski braucht oder kauft: Ein knallharter Flex, keinerlei Dämpfung, ein heftiger, aber leider unkontrollierbarer Kantengriff und ein zickiges Fahrverhalten in Kurven jeder Art. Das einzige, was der Kilowatt souverän beherrscht, ist Geradeausfahren. Schnell. Keine großen Kurven. Dabei schwimmt er im Pulver noch nicht einmal besonders gut auf, was an seiner harten Schaufel liegt.
Alles in allem eine herbe Enttäuschung, ich habe deshalb auch kein Foto geschossen, den Ski können eventuell manche Jungs in den Freeski movies gebrauchen, normalsterbliche werden aber keinen Spaß damit haben.

Nach diesen sehr unähnlichen Ski war ich auf den dritten im Bunde gespannt: Der K2 Coomba soll das schwierige einfach machen und für einen Ski seiner Maße ein Alleskönner sein. Diesem Anspruch wurde er auf der harten Piste gerecht - zwar kein Race-Carver, aber für einen solchen Ski sehr souverän und ohne große Schwierigkeiten zu manövrieren. Das gleiche gilt für hart gepressten Schnee, der Flex passt zur Tallierung un obwohl der Coomba geradeaus will, lässt er sich willig zirkeln.
Im Pulverschnee profitiert der Fahrer von seiner großen Breite und auch im Sulz macht K2 einfach Spaß. Gewichtstechnisch lag er gefühlt etwas unter dem Gotama.
Optisch macht der "FLOATIN" Schriftzug einiges her, auch wenn der Ski nächstes Jahr augenscheinlich nicht mehr in dem bewährt coolen Look kommt.
Fazit: Ein klasse Freerider, der sich auch auf der Piste noch mit Spaß fahren lässt - wer auf den Twintip verzichten kann, findet im Coomba einen schönen Allrounder, der auch noch für Touren taugt - bester Freerider im Sinne des Wortes, Variantenfahren ohne 1080s über Natural Hits ziehen zu wollen.

Dienstag, 17. März 2009

Mit Sombrio wird's warm!

Die Knospen sprießen und ebenso lassen sich auch die Mountainbiker wieder auf der Erde blicken und drücken ihr auch gleich ihre neuen Reifen auf. Um dabei das angesetzte Winterspeck angenehm zu kaschieren, gibt es eine neue Sombrio-Kollektion. Bevor dir jedoch in den Läden hängt kann man noch so manches Schnäppchen machen und sich in den auslaufenden Restbeständen bedienen.

Ein wahres Prachtstück an Schlichtheit ist das Sombrio Beach Wood T-Shirt, dass in feinem Organic Cotton kommt und sich wirklich sehr angenehm trägt.

Dazu kombiniert man eine feine 2008er Longboard Short, die im Gegensatz zum 2007er Modell wesentlich feiner daherkommt und keine Bike-Shorts mehr ist, sondern eine handfeste casual Styleansage.

Der Stoff schmiegt sich weich an die Haut an und die Hose sitzt dank Gesäßkeil wie keine zweite. Besonders gut gelöst sind die Schubtaschen am Bein: eingenähte Magnete schließen die Tasche sicher und trotzdem lässt sie sich auch mit Handschuhen leicht öffnen.

Das gleiche Detail gab es schon bei der 2007er Sombrio Longboard Short, auch verfügt sie über den gleichen, gut sitzenden Schnitt. Ihr Stoff ist jedoch deutlich "sterriger" und robuster, weshalb sie eine echte Freerideshorts ist, die auch einige Stürze gut verkraftet.

Woher ich das weiß? Seit bald zwei Saisons fahre ich zwei Longboard-Shorts bei praktisch jeder Gelegenheit. Ob im Urlaub oder im Bikepark - die Shorts haben schon alles mitgemacht und halten nach wie vor bombig. Um beim Biken nichts zu verlieren, sind außerdem die oberen Taschen mit Reißverschlüssen versehen. Die Shorts für viel Style auf dem Trail.

Gut gedresst warten wir also erst Mal ab, wie sich die Preise der 2009er Kollektion gestalten, um dann im Frühjahr 2010 die Schnäppchen zu schlagen. Sombrio ist die Bekleidungsmarke des ehemaligen Mountainbike Pro Freeriders Dave Watson, die mittlerweile seit 11 Jahren schicke Styles rund um's Mountainbiken designed. In der Kollektion finden sich gut geschnittene Klamotten und Assessoires für jede Lebenslage des stylebewussten Mountainbikers.