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Donnerstag, 21. Mai 2009

24h Finale Ligure und mehr!

Blick nach Vorne!

Liebe Freunde dieses Blogs und des Mountainbike Sports im Allgemeinen. Am kommenden Wochenende findet nicht nur das Dirtmasters Festival in Winterberg, sondern auch das 24h Rennen von Finale Ligure statt. Da wird ohnehin ein wenig zum Testen und Urlauben nach Finale Ligure wollten, haben wir das eine mit dem anderen verbunden und werden die kommenden drei Wochen in Finale Ligure sein.

Mit dabei: herausragende Lampentechnik von Lupine.

Vielen Dank an Wolf von Lupine schon an dieser Stelle, mit den Lupine Betty Lampenköpfen werden wir in Finale die Nacht zum Tag machen und auch die kleinen Wilmas werden auf dem Helm ihr bestes geben dürfen. Hoffentlich findet sich die Konkurrenz bei so viel Licht noch zurecht.

Außerdem am Start: neue Lenker für das Lenkerspezial der nächsten Pedaliéro sowie ein Paar brandheiße Reverse Pedale, die nicht nur schön, sondern auch riesengroß sind und ein ganz besonderes Fahrgefühl bieten sollen. Wir sind gespannt!

Wie immer wird es von den Wochen in Finale tolle Bilder und das ein oder andere Video geben, vor allem vom Rennen selbst wollen wir tolle Aufnahmen machen! Dann noch ein bisschen klettern und schnorcheln und schon ist der Alltag vergessen.

Ihr dürft gespannt sein auf unsere Rückkehr Anfang Juni, denn dann geht's mit Schwung weiter die Falllinie hinab.

Tobi und Nus

Mittwoch, 13. Mai 2009

Open Trails - Pro-MTB Demo in München am Samstag, 25.04.2009

Bericht, Bilder und Video - alles aus einer Hand

München versteht es, sich an einem schönen Aprilwochenende im besten Licht zu präsentieren. Wie der Stadt geht es auch den Mountainbikern, die sich am 25.04.2009 zu einer Demonstration im Herzen der Stadt aufmachten. Mit den Alpen im Rücken und der strahlend warmen Sonne auf den verschiedensten Outfits sind Jung und Alt, Groß und Klein auf dem Weg zum Marienplatz um allen zu zeigen, dass es an der Zeit ist, das Mountainbiken nicht nur in München, sondern überall in Deutschland zu unterstützen.



Nach der kurzfristig angekündigten und rasch vollzogenen Zerstörung des Bombenkraters am 16. März 2009 ist es notwendig geworden, für unseren Sport auf die Straße zu gehen. Zwar schmückt sich die Stadt München gerne mit ihren weltweit hervorragend fahrenden Mountainbikern, ist jedoch bis zuletzt nicht gewillt gewesen, den Mountainbikern auch ihre Trainingsmöglichkeiten einzuräumen. Dabei spricht diese Sportart wirklich alle an. Wer am frühen Nachmittag mit offenen Augen durch die Fußgängerzonen hin zum Marienplatz geschlendert ist, traute seinen Augen kaum. Zwischen 12 und 75 Jahren sind sie alle gekommen, ob auf Dirtbikes oder Rennrädern, Downhillfullies oder Tandems, Leichtbauwundern oder Stahlpanzern. Rasierte Beine stehen neben vollbärtigen Fixiefahrern, Hip-Hop Outfits mischen sich zwischen Lycra-Anzüge und einträchtig reihen sich Fullfacehelm, Dirtschale und Rennradmütze nebeneinander. Schnell wird dabei klar: Hier geht es nicht nur um das Mountainbiken oder gar nur den in 20 Jahren geschaffenen und nun zerstörten Bombenkrater – hier geht es um das Fahrradfahren in Deutschland, einen ökologisch höchstverträglichen Freizeitsport für alle Alters- und Gesellschaftsschichten. Genau dieser Eindruck kann auch auf den Gesichtern der zufällig vorbeilaufenden Nicht-Mountainbikern abgelesen werden: Sie fragen sich, warum denn eigentlich für so etwas Selbstverständliches demonstriert werden muss. Auch sie verfolgen die Kundgebung mit regem Interesse, unterhalten sich mit den Bikerinnen und Bikern und spenden beherzten Beifall für die logischen Forderungen. Vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern scheint gar nicht bewusst zu sein, wie schwer es den sport- und ausgleichsuchenden Zweiradfahren in Deutschland gemacht wird. Dabei muss niemandem erklärt werden, wie gut die Gemeinschaft beim Sport den Jugendlichen in ihrer menschlichen Entwicklung und den Erwachsenen beim Erhalt ihrer Gesundheit tut. Verstanden zu haben scheint dies der Deutsche Kinderschutzbund, der zwar bedeutend weniger Mitglieder als die Tierschutzvereine hat, jedoch die gesamte Aktion unterstützt, da unsere Kinder unser größtes Kapital sind. Eine solche Unterstützung wäre auch von Seiten der Kommunen wünschenswert. Genau auf diesen Punkt arbeiteten die verschiedenen Redner auf der Bühne hin - was uns fehlt ist schlicht und ergreifend eine legale Fläche. Ist ein legaler Spielraum erst gefunden, schaffen die Mountainbiker selbst ihre Trails in anstrengender, gemeinschaftsstiftender Handarbeit. Schon lange gilt unter Bikern der Grundsatz, dass nur wer baut auch fahren darf. Und die Biker brauchen gar nicht viel Platz – der Bombenkrater war nicht wirklich größer als ein Fußballplatz und doch schien schon das zu viel des Guten zu sein. Kann das sein? Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit? Zu Recht wurde am Samstagnachmittag darauf hingewiesen, dass der Zweiradsport neben den körperlichen Funktionen auch die gesellschaftliche Entwicklung in Schuss hält: Die Jugendlichen lernen sich in die Projekte zu integrieren und ihre Kraft sinnvoll und fern ab von Computern, Spielekonsolen und TV-Trash einzusetzen. Während in den Turnvereinen der frühen Jahre noch ernsthaft politisch gebildet wurde, bieten die Sportvereine heute die Chance, die Gemeinschaft zu stärken und ihre Ideale, die immer stärker erodieren, zu schützen, zu festigen und nicht zu letzt zu leben.
An diesem wunderschönen Apriltag haben die Mountainbiker aller Richtungen, die sonst in den Wäldern außerhalb der Städte unterwegs sind, im urbanen Raum Flagge gezeigt und werden zukünftig hoffentlich mehr als Interessengruppe wahrgenommen. Sie haben gezeigt, dass sie sehr wohl in der Lage sind, sich zu organisieren und ihre Forderungen zu formulieren. Viel wichtiger ist jedoch, dass sie gezeigt haben, dass sie ganz normale Menschen sind. Menschen wie du und ich, Menschen wie die Verantwortlichen bei den verschiedenen Ämtern, die so fleißig die Mühlen der Bürokratie in Schwung halten, um nicht selbst zermahlen zu werden. Hoffen wir also, dass das Signal von München wahrgenommen wir und die Mountainbiker endlich nutzbare Flächen angeboten bekommen, die den Sport bündeln und die Entwicklung weiter beschleunigen. Durch diese Bündelung wird nicht zuletzt auch die Natur geschützt. Gibt es einen großen, geeigneten Platz von Seiten der Ämter, braucht sich niemand mehr Sorgen um illegal in den Wald geschlagene Lines machen – neue Trails entstehen nur dort, wo sie auch wirklich erwünscht sind. Wichtiger noch: Dann werden sich die Münchener zu Recht mit ihren international erfolgreichen Stars schmücken können und die Jugend hat auch in Zukunft ein sinnvolles, konstruktives Betätigungsfeld. München, die Weltstadt mit Herz, sollte zeigen, dass sie auch ein Herz für Mountainbiker hat. In diesem Fall würde auch von dieser dynamischen Stadt eine Botschaft ausgehen, die in ganz Deutschland positive Veränderungen bringen kann. Schließlich gibt es nicht nur in München Bikerinnen und Biker, die legale Trainingsmöglichkeiten in der Natur brauchen. Dass das nicht wirklich schwer zu realisieren ist, dürfte die Demonstration gezeigt haben. Mountainbiken in der freien Natur und der Schutz derselben sind nicht konträr, sondern gehen vielmehr Hand in Hand miteinander. Wir sind also nicht umsonst nach München gekommen. Wir wissen nun, wie viele wir wirklich sind und wie breit wir gefächert sind. Und gemeinsam lässt sich so manches bewegen.

Deshalb heißt es nun: drangeblieben! Die Demonstration darf nur der Auftakt gewesen sein. Wer es noch nicht getan hat, sollte Beschwerdebriefe nach München und Anfragebriefe an die eigene Kommune schicken, um darauf aufmerksam zu machen, dass in ganz Deutschland den Mountainbikern viel zu wenig Interesse entgegengebracht wird. Während Politologen, Erziehungswissenschaftler und Talkmaster sich den Kopf darüber zerbrechen, wie die Jugendlichen gesellschaftsfähig gemacht werden können und dem Trend der Verfettung entgegentreten können, haben wir die Antwort auf der Hand: MOUNTAINBIKEN. Nicht mehr und nicht weniger. In allen seinen Spielarten!

In diesem Sinne: Open Trails, nicht nur für München!

Bilder von Lisa Hardt, Jonas Bentele und Tobias Stahl

Samstag, 18. April 2009

Trippin to Tabor - Fototapeten!

Das Ende des Tages naht und der Sportler in einem zeigt ungestüm seine Triebe: Der Tag verlief bislang ohne Sport und das muss rechtzeitig vor Sonnenuntergang geändert werden. Was also tun?

Klar, die Räder ins Auto und ab zur nahegelegenen Strecke in Konstanz, die lang genug ist, um Spaß zu machen, und kurz genug, um bequem wieder hochradeln zu können.

Gesagt getan - auf gehts mit dem soeben fertig gestellten Ironhorse 6Point D.D. und dem Cannondale Prophet, das jetzt endlich einen Rock Shox Monarch Dämpfer hat, der den untauglichen Manitou sonstwas billig Schrott ersetzt und nun endlich der Rock Shox Lyrik an der Front ebenbürtig ist.

Die Strecke in Konstanz ist toll zu fahren, weiche Sprungkombinationen, flowige Kurven und griffiger Waldboden, dazu noch schöne North Shore Konstruktionen - was will man mehr? Auf kleinstem Raum gibt es hier einen schönen Park, der mit vielseitigen Abfahrten aufwarten kann und so ziemlich jedem Biker etwas zu bieten hat.

Schnell zeigen die Bikes, dass wir alles richtig gemacht haben. Mit jedem Run laufen die Lines besser und vor allem das Ironhorse begeistert mit seiner lautlosen Fahrt durch den lichtdurchfluteten Wald. Auch mit dabei: die Canon Eos 5d MkII, die einmal mehr zeigen darf, was in ihr steckt. Eine Bilder wären sicher mit einem 16-35er Objektiv noch schöner geworden, für die Vielseitigkeit haben wir aber in der Eile nur ein 24-105er mitgenommen, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

So fahren wir bei Sonnenuntergang zufrieden und mit einer Speicherkarte voll guter Bilder zurück nach Hause und können nur wieder betonen: Mountainbiken ist einfach das Beste :). Der Sportler in einem jeden kann hier auf wunderbar vielseitige Weise zufrieden gestellt werden - da bleiben keine Wünsche offen.

In diesem Sinne: nichts wie raus auf's Rad, auch wenn's stürmt und regnet!

Um die Bilder in groß anzusehen einfach drauf klicken ;)

Montag, 23. März 2009

Alpencross Deluxe - eine Woche Minimalismus in Alta Rezia

Aus wenig viel machen - Mountainbiken! Jugend, Mittellosigkeit und Träume waren der Stoff aus dem unser Engadintrip im Sommer letzten Jahres gemacht war. Der Traum war ein abfahrtsorientierter Alpencross mit Aufenthalt in Bikeparks und luxuriösen Hotels. Leider stand der Rest unserer Voraussetzungen diesem Traum insofern im Weg, als wir weder über ein Auto für die Anfahrt, noch über bikeparkadäquate Zweiräder verfügten. Von Schweizer Franken für einen Hotelaufenthalt ganz zu schweigen.

Doch weniger ist bekanntlich manchmal mehr, und so wurde einfach die Tour unseren Möglichkeiten angepasst und alles, was wir zum Überleben brauchen, in 45l Rucksäcke gepackt. Das Transportproblem löste die SBB für uns, da sie zum einen selbst Umsteigezeiten von zwei Minuten problemlos meistert, zum anderen aber bis zum Ausgangsort unserer Route fährt: Scuol verfügt nicht nur über einen Bikepark, sondern ist auch die Endstation der Rätischen Bahn. Übernachten wollten wir im Tausendsternehotel.

Die logische Konsequenz davon war aber, dass unsere Rucksäcke etwas schwerer wurden – schließlich mussten darin ja neben Bikeausrüstung nun auch die Hotelsuite mitsamt Minibar sowie das heiße Buffet Platz haben.

Die erste Etappe war von Scuol aus unterhalb des Piz Lischana (3105m) entlang Richtung S-Charl angedacht, doch es dauerte gar nicht lang, bis wir ein Opfer unserer Wanderkarten im Maßstab 1:50000 wurden: Fröhlich schoben wir den steilen Pfad zur Lischana-Hütte des Schweizer Alpenvereins hinauf, als sich über unseren Köpfen ein Gewitter und in unseren Köpfen ein großes Problem zusammen braute. Denn was die Karte nicht wusste, der Hüttenwirt dafür aber um so besser: Der in der Karte als Wanderweg deklarierte Pfad vom Hochplateau hinab nach S-Charl ist in Wirklichkeit weniger Weg als Steig, eventuell für die Vertrider interessant, für uns mitsamt 16kg Rucksäcken und Fahrrädern aber unpassierbar. Vor allem in Anbetracht des heranziehenden Gewitters. Die Entscheidung, wieder in Richtung Scuol abfahren zu müssen, fiel allerdings wenig schwer, denn vom hochschieben war uns der Weg schon als schöner Singletrail bekannt.

Der einzige Haken: Um 17 Uhr waren wir genauso weit wie am Beginn des Tages, nur mit 1500hm in den Beinen. Um nicht ganz so wenig geschafft zu haben, radelten wir noch einige Meter bis kurz hinter S-Charl, wo wir Maggis Schinken Nudeln genossen, unser Tarp aufspannten und uns beim In-die-Schlafsäcke-Kuscheln ernsthafte Sorgen machten, wie dicht dieses Tarp eigentlich war.

Der nächste Morgen lieferte die Antwort: mäßig bis saumäßig. Der Schlafsack wog etwa das Doppelte, die Klamotten waren nass und im Topf zog eine Schnecke Schleimspuren vor sich hin. Das alles konnte unsere Stimmung jedoch nicht im Geringsten dämpfen. Verantwortlich dafür waren die berühmten kurzwelligen Lichtstrahlen, die das Engadin in wunderschönen Blautönen erstrahlen lassen, wenn die Sonne ungehindert scheint. Und das tat sie an diesem Morgen in voller Pracht. Gut gelaunt aßen wir also unser Porridge von Haferflocken und Bergquellwasser an braunem Zucker, legten die nassen Sachen zum Trocknen über den Vorbau und traten wieder in die Pedale.

Vorbei am höchstgelegenen Arvenwald der Welt – klingt unspektakulär, aber Bäume auf 2300m, wo gibt’s denn so was? – führte uns der ausgespülte, sandige Trail über grüne Wiesen und durch lichte Wälder für kurze Zeit zurück in Richtung Zivilisation, als wir gegen Mittag den Ofenpass passierten. Dabei mussten wir einmal öfter feststellen, wie wenig wir den Duft und die Akustik von Motorrädern und Autos vermisst hatten. Aus gegebenem Anlass fiel die Rast hier eher kurz aus, wir hatten ohnehin noch genug zu tun, als wir unterhalb des Geröllgipfels Piz Daint (2968m) erneut unerwartet aufgehalten wurden: Die direkte Verbindung in Richtung Döss dal Termel war – so verkündete ein amtliches Schild an der Abzweigung – wegen einer Gerölllawine unpassierbar. Als wir uns gerade klar wurden, dass uns diese kleine Unpässlichkeit 500hm Tragen einbringen würde, profitierten wir davon, nicht gleich los zu marschieren, sondern erst einmal zu pausieren.

Just in dem Moment, da wir aufbrechen wollten, kam nämlich ein freundlicher Mountainbiker über den durch die Lawine angeblich versperrten Weg angefahren und brachte uns die frohe Botschaft der Passierbarkeit.

Auf diese Weise blieben uns also doch einige Anstrengungen erspart und wir freuten uns über die grandiose Abfahrt hinab zum Lago di Livigno, die uns flowig und mit unzähligen Kehren gespickt dem türkisblauen Wasser des Sees immer näher brachte und schließlich in einem Tal, welches besser in British Columbia aufgehoben wäre, ausspuckte. Zwischen uns und dem Tagesziel Livigno lag nun nur noch der Monte Cassa del Ferro, welcher mit seinen 3140m hoch aufragenden Felsblöcken leider nicht in unserer Gewichtsklasse spielt, weshalb wir eine Umfahrung der direkten Attacke vorzogen. Die letzten Kilometer vom Lago di San Giacomo über den Passo die Val Alpisella sind bei Mountainbikern sehr beliebt, was in Anbetracht der imposanten Schutthänge, saftig grünen Wiesen und stilvoll eingestreuten Felsblöcke nicht verwundert. Am Ufer des Sees angekommen erfreuten wir uns diesmal über Maggis Nudeln mit 4-Käse-Sauce, welche erneut schlichtweg unglaublich schmeckten, ob es am guten Wasser oder unserer Anspruchslosigkeit lag, ist bis heute nicht zu klären. Nach einem Bad im Fluss schlugen wir unser Lager auf und genossen den unglaublichen Sternenhimmel – übrigens ein Wort, das erst verwendet werden sollte, wenn man einmal eine Nacht unter freiem Himmel abseits der Zivilisation verbracht hat – dagegen kann ein Rolls Royce Sternenhimmeldach mit 6500 Leuchtdiodensternen schlicht und einfach einpacken.

Am nächsten Morgen wurden wir nicht durch Sonnenstrahlen, sondern durch Gämsen geweckt. Und zwar auf die unsanfte Tour. Etwa 100hm oberhalb unseres Tarps hielten es zwei der Tiere um sieben Uhr morgens für spaßig, einige Steine gen Tal zu treten. Sehr aufmerksam. Nachdem dieser morgendliche Mordanschlag überlebt war fuhren wir nach Livigno, genossen italienisches Frühstück und besuchten die Bikestation des Mottolino Bikeparks. Die Mitarbeiter waren alle super freundlich und erlaubten uns, unser schweres Gepäck bei ihnen abzustellen. Außerdem kostet eine Zweitageskarte soviel, wie am Hasenhorn die Tageskarte. Und was man dafür bekommt – phänomenal! Der Bikepark dürfte manch einem von der Weltmeisterschaft 2005 bekannt sein, für mich war es der erste, aber sicher nicht der letzte Besuch im Engadin. Ohne anzustehen befördert die Gondel zwei Mountainbiker mitsamt Rädern von 1850m auf den 2398m hohen Il Mottolino. Auf den Biker warten also sage und schreibe 550hm Abfahrt pur! Die erste Hälfte hiervon legt der Mountainbiker oberhalb der Waldgrenze zurück, anschließend taucht er in lichte Arvenwälder mit nadelbedecktem, griffigen Waldboden ein. Neben der WM-Strecke, einem ruppigen, ausgewaschenen und schnellen Falllinien-Downhill verfügt der Bikepark über eine gemäßigtere DH-Strecke, zwei Freeride-Abfahrten, unzählige Steilkurven, einen Dirtpark mit vier spaßigen Sixpacks unterschiedlicher Größe nebeneinander und einen North-Shore Trail. Das alles kennt man aus anderen Bikeparks, nur nicht in solch grandioser, alpiner Umgebung und Dimension. Was man aber nicht aus anderen Bikeparks kennt, erinnert an die mit dem Lift erreichbare Variantenvielfalt eines Skigebiets. Wer von der Bergstation Mottolino noch etwa zehn Minuten eine Schotterpiste entlang fährt, erreicht nochmals zahlreiche Singletrails – alle nur vom Feinsten! In unzähligen Kehren schlängeln sich diese Pfade durch die Wälder, die Reifen greifen im weichen Waldboden, die Nadeln spritzen aus den Kurven und die Bremsen werden heiß. Nach zwei Tagen war das passiert, was ich nur in Whistler für möglich gehalten hatte: Ich war kein einziges Mal auf dem selben Weg vom Berg ins Tal gekommen, insgesamt hatten wir satte 17 verschiedene Varianten mit zusammen fast zehn Höhenkilometern gefahren, die nur eines gemeinsam hatten: Flow!

Der Plan für die nächsten zwei Tage war gewesen, am Munt Cotschen (3104m) und dem Piz Vadret (3199m) entlang nach St. Moritz und von dort an zwei weiteren Tagen bis Savognin zu fahren, doch es griff einmal öfter die Regel: Erstens kommt es anders, zweitens als du denkst! Die Wettervorhersage war zu ungewiss für Tragepassagen knapp unter 3000m und wir waren so von Livigno begeistert, dass wir beschlossen, an Ort und Stelle noch andere Tagestouren zu machen… erwähnt seien an dieser Stelle nur der Trail von Il Motto (2716m) und die zahlreichen, mit der 3000er Gondel am Carosello erreichbaren Trails, die mit annähernd 1000hm pro Abfahrt zu Buche schlagen.

Den letzten Abend ließen wir schließlich kurz vor Zernez bei 500g Käsefondue/Person ausklingen und nahmen am nächsten Morgen den Zug zurück in den Komfort des Alltags.

Abschließend sei gesagt: Alta Rezia rockt! Die Region empfängt Mountainbiker mit offenen Armen und auch die Wanderer scheinen aufgeschlossener zu sein. Obendrein ist Livigno zollfreie Zone, wodurch das Benzin dort fast 50cent pro Liter billiger war und auch andere hoch versteuerte Artikel preisgünstig erstanden werden können… was will man mehr?

Stefanus & Tobias Stahl

Weitere Infos auf www.alta-rezia.com
Dieser Bericht erscheint in der Pedaliéro Nr.18 Ausgabe 01/2009 Alle Ausgaben der Pedaliéro können hier kostenlos gedownloaded werden. In wenigen Tagen / Stunden wird auch die aktuelle Ausgabe zum Download bereit sein.

Sonntag, 22. Februar 2009

Urge Kenya Report Teil 1

Initiator und Ex-Weltmeister Fabain Barel

Vom 1. bis zum 8. Februar fand mit dem Urge Kenya ein ganz besonderer Marathon Downhill statt. Gerade etwas mehr als einer Hand voll Fahrern sollte es vergönnt sein, an diesem Wettkampf teil zu nehmen und das Starterfeld war hochkarätig: Mark Weir, Darren Berrecloth, Wade Simmons, Nico Vouilloz, René Wildhaber, Remy Absalon, Sam Peridy, Alex Balaud, Yvaral Villier und Organisator Fabien Barel. Eine bunte Mischung sehr talentierter Fahrer, die für Aktion sorgen sollte.

Das Konzept des Urge Kenya war einfach: die besten Mountainbiker aus verschiedenen Disziplinen herauspicken und auf einer 24km langen Strecke gegeneinander antreten lassen. Um das ganze noch spannender zu machen, mussten die Fahrer ihre Bikes in zwei mühevollen Etappen selbst auf den Mt. Kenya (4850m) fahren, schieben und tragen. In die Gesamtwertung wurde dann allerdings nur das Ergebnis der Abfahrt aufgenommen, eine Kombination mit dem Aufstieg gab es nicht.

Die Meute schreitet bergan

Neben dem fahrerischen Anspruch hatte das Projekt zwei grundsätzliche Ziele:
1. Ein wirklich langes Downhill Race auf Zeit auf einer 24km langen Strecke mit 2850 hm zu organisieren
2. Dieses erstmalige Event zu nutzen um Geld für eine Hilfsorganisation namens ACORD zu sammeln. Insgesamt sollten 10000€ zusammen kommen, um ein Wassersystem im Land der Massai zu entwickeln.

Sieger Rene Wildhaber auf seinem Trek Remedy

Im Rennen selbst führte kein Weg an Rene Wildhaber vorbei: In 1:17h absolvierte er die 2850hm und 24 km und verwies damit die ebenfalls hochkarätige Konkurrenz auf die Plätze:

1 - René Wildhaber 1'17"53
2 - Nicolas Vouilloz 1'24"08
3 - Fabien Barel 1'36"30
4 - Samuel Peridy 1'37"40
5 - Wade Simmons 1'38"19
6 - Remy Absalon 1'45"13
7 - Darren Berrecloth 1'52"57
8 - Mark Weir 1'57"13
9 - Yvaral Villier
10 - Alex Balaud

Alex Balaud machte deutlich, dass dieses Rennen nicht leicht ist: Ihm machte die Höhenkrankheit am schwersten zu schaffen, weshalb er den Gipfel nicht erreichte.

Remy Absalon mit viel Style bergauf und bergab.

Nicolas Vouilloz erwies sich als Altmeister der er ist - doch die Strecke war im Endeffekt doch zu lang für den zehnfachen DH-Weltmeister.

Fabien Barel, Initiator des ganzen, musste sich nach einer Schulterverletzung mit dem dritten Platz zufrieden geben. Unglücklich traf es Mark Weir - sein Fahrrad kam nie in Kenia an, weshalb er auf einem Leihbike unterwegs war.

Wade Simmons hat nichts von seinem Talent verlernt!

Beeindruckend finde ich die Leistung von Oldie und Freerider Wade Simmons (5.) (wobei dieser auch per Schneeschuhtour trainiert hatte...) und Slopestyle-Freerider Darren Berrecloth (7.)

Die strahlende Truppe am Ziel des Rennens
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Urge Kenya Homepage (für Infos und Bilder)
Bericht gesehen und in Teilen übersetzt auf NSMB.com

Montag, 24. November 2008

Leise rieselt der Schnee...

Es ist immer das gleiche Problem: der gefallene Schnee zu wenig zum Skifahren und doch zu viel um große Touren auf dem Bike in Angriff zu nehmen. Was tun!?

Letzten Sonntag entschieden wir uns für eine kleine Tour auf einem einsamen Singletrail in der näheren Umgebung, den wir auf einer etwas größeren, extrem verschneiten Tour am Samstag entdeckt hatten. Schnell war der Trail geräumt und bevor die Zehen den Kältetod sterben mussten, waren wir auch schon wieder zu Hause angekommen.

Flo hat dabei fleißig Photoerfahrung sammeln dürfen und Nus hat ein schickes, jedoch nicht so ultimativ ausgestattetes Cannondale Prophet probefahren dürfen. Vielleicht ergibt sich bald was in der Richtung - der Trend geht klar zum Drittrad! Vielen Dank an dieser Stelle den Ruppertbrüdern Falco und Gernot.

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Additional Information
Team Too-Fast.de
Magic Mount Outdoorbekleidung für kühle Tage

Sonntag, 23. November 2008

Toblerone

Es ist missverständlich, zu behaupten, man habe auf dem Toblerone-Berg gestanden, wenn man gar nicht im Wallis war. Doch im Alpstein steht ein Berg, der dem Matterhorn - zumindest von Süden gesehen - an Formvollendung in nichts nachsteht.
Allerdings ist er doch bedeutend leichter zu besteigen, die Tour hat mächtig Spaß gemacht...

Die Belohnung für den gelungenen Aufstieg: beim Blick vom Gipfel auf das Nebelmeer aus Bodensee und Rheintal kommen nicht nur Romantiker und Liebhaber von Caspar David Friedrich ins Schwärmen... Im Hintergrund zu sehen der Säntis und Flo, der die scheinbar grenzenlose Freiheit auf dem Schokostückchen genießt.

Blick vom Nachbarn Moor auf den Nordwestgrat. Foto von hikr.org

Sonntag, 19. Oktober 2008

Baustellenschauflen

Wenn in ehemaligen Naturschutzgebieten Neubaugebiete erschlossen werden, wird viel Erde bewegt. Doch an den Wochenenden wird diese Erde weder weiterbewegt, noch bewacht. Ideale Bedingungen also, um spontan eine Dirtjumpline anzulegen und zu rocken.

Während Tobi sich mit schönen Hipjumps und der schnellen Race-Line befasste (immer noch gehemmt durch den seit Oberammergau defekten kleinen Finger...), hat sich Nus an die Trickkiste geschlichen und ein ein paar große Fische herausgezogen.

Erwähnenswert wäre da der 180° Tailtap, der nun schon richtig schön klappt. Mit ein wenig reißen lässt er sich auch schon zum 270° Tailtap abdrücken und über den Hipjump zirkeln.

Viel interessanter ist jedoch der neu erlernte 360er, der aus dem überdrehten 270° heraus entstanden ist und nun schon bald auch über größere Sprünge klappen sollte. Wie schnell doch der Mensch lernt ;)

Hier noch als Versuch mit Onefooted-to-crash-Landing, doch es wird immer besser und besser bis schließlich die 360° klar sind.

Wofür so eine Baustelle doch alles gut sein kann :)