Donnerstag, 18. September 2008

Eurobike: Return of the hero - Manitou Dorado back for 2009!?

Als klar wurde, dass Manitou die Dorado aus dem Programm nehmen würde waren viele Fans geschockt. Für alle, die nach dieser Zeit zum Mountainbiken gekommen sind: die Dorado war lange Jahre das, was die Boxxer World Cup im Moment ist: die Federgabel, die man haben sollte wenn man Racer ist. Mit ihren Carbontauchrohren und dem USD-Aufbau war die gut 3,7kg schwere Dorado der Vergangenheit eine anerkannte Größe im DH-Geschäft und nicht nur optisch ein Genuss. Das man mit ihr auch Freeriden gehen konnte bewiesen Cedric Gracia und Andrew Shandro bei der Red Bull Rampage. In Deutschland raste Falco Ruppert zu seinen Balfa-Zeiten mit der Dorado über die Trails. Als Manitou mit SPV dem Wippen den Kampf ansagte erschien eine überarbeitete Version, die Dorado MRP X-Works. Mit 200mm Federweg (vorher 180) und eben jener SPV Dämpfung versuchte Manitou die Dorado zu retten doch konnte das neue Modell nicht recht Fuß fassen. Die Mischung aus Performance, Preis und Gewicht war einfach nicht mehr uptodate. So wurde die Dorado stillschweigend eingestellt oder zumindest nicht mehr entwickelt und musste der Travis weichen.

Letztes Jahr auf der Eurobike dann die große Sensation: still und heimlich hing eine "neue" Dorado am Manitoustand und sorgte für einige Verwunderung beim durchlauchten Besucher. Als dann einige Monate später die ersten Prototypen bei den Rennen auftauchten war klar: es tut sich was am Mythos Dorado. Und nun auf der Eurobike 2008 scheint es sie tatsächlich zu geben - die neue Dorado 2009! Auf der Eurobike waren drei Exemplare zu sehen und es wurden die ersten technischen Daten unters interessierte Volk gestreut. Die größte Veränderung: die neue Dorado ist Luftgefedert und hat natürlich keine SPV Dämpfung mehr. Äußerlich wurde die Gabel überarbeitet aber bleibt bei ihren Wurzeln. Nach wie vor gibt es dicke Carbontauchrohre und Carbonfender vor den Standrohren, die auf 36mm Durchmesser aufgeblasen wurden. Um den Style zu komplettieren gibt es dunkel vernickelte Kronen (in zwei Höhen) und golden eloxierte Klemmbereiche auf den Tauchrohren.

Im Inneren geht es dann teils bekannt und teils neu weiter. Der Federweg ist intern zwischen 180 und 203mm verstellbar und wird von einer TPC+ Kartusche kontrolliert. So bietet sich dem Fahrer die Möglichkeit unabhänig voneinander die High- und Lowspeeddruckstufe und natürlich die Zugstufe einzustellen. Um noch besser an die immer härter werdenden Weltcupkurse anpassbar zu sein bekommt die 2009er Dorado darüber hinaus ein hydraulisches Bottom-Out System, das Durchschläge verhindern soll.

In der Summe ergibt sich daraus eine DH-Gabel, die dank Hexlock-Steckachse und den dickeren Rohren deutlich steifer geworden sein soll, jedoch mit ca. 2900g zu den leichteren Gabeln des Segments gehören soll. Wenn das mal nicht ein würdiger Erbe für die legendäre Dorado ist!

Natürlich gibt es wie immer noch ein paar negative Details zu berichten. Ganz der Tradition ihrer Vorgängerin folgend wird auch die neue Dorado kein Schnäppchen werden. Gemunkelt wird von Preisen zwischen 2000 und 2500€. Und es gibt noch weitere Gerüchte... noch wird gemunkelt, dass die gezeigten Dorados erhebliche Schwächen im Feder- und Fahrverhalten an den Tag legen, die natürlich bis zur Serienauslieferung alle noch behoben werden. Das ganze erscheint bei Manitous Qualitätsproblemen der letzten Jahre nicht sehr verwunderlich - seit der Sherman mit ihrem damals neuen 1.5 Steuerrohr ging es bei Manitougabeln und -dämpfern ständig bergab (den Revox-Dämpfer nicht ausgeschlossen) und die Neuauflage der Dorado sollte in diesem Sinne genutzt werden, um an den Glanz vergangener Zeiten anzuschließen. Rein optisch stehen die Chancen ganz gut - ob sie's auf dem Trail auch werden ist die andere Frage.

Hier noch ein HD-Video von Pinkbike.com, in dem die Gabel auf der Interbike in Vegas vorgestellt wird --> VIDEO

Tobi
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Additional Information:
Manitou Homepage
IBC-Thread zur neuen Dorado
Pinkbike Bericht zur Interbike [HD-Video]

Mittwoch, 17. September 2008

Eurobike: Bergamont mit neuem alten Hinterbau und gestiegenen Preisen :/

In den letzten Jahren hat sich Bergamont mit guten Bikes zu sehr guten Preisen immer mehr Ansehen erarbeitet. Als Mitte dieses Jahres dann die kommenden Modelle in Winterberg vorgestellt wurden, konnten einige ihren Augen nicht trauen. An den Bergamont Modellen Straitline (Name einer schon existierenden Komponentenmarke - hier aber der neue Bergamont Downhiller) und BigAir fand sich ein neuer Hinterbau der in der Konstruktion dem ABP ("Active-Braking-Point") glich. Bei den bekannten Bergamont-Preisen wäre das eine kleine feine Sensation gewesen. Wäre. In Erwartung dieser beiden tollen Neuheiten ging es auf die Eurobike und dort machte sich schnell Ernüchterung breit. Bergamont spricht weiter von einem "neuen" Hinterbau, der ist jedoch einfach zu einem Eingelenker mit mehrgelenkiger Abstützung umgewandelt worden und somit wurde aus der Revolution der beiden Rahmen leider nur eine Evolution.



Der Downhiller Straitline löst das Team DH der letzten Jahre ab und hat einiges an Gewicht abgespeckt. Ebenso erleichtert wurde der Freerider BigAir, den es verschiedenen Versionen und auch mit Sram's Getriebekurbel Hammerschmidt geben wird. Im Vergleich zum Vorjahr soll sich das BigAir noch ein weniger DH-lastiger fahren lassen und mehr Ruhe beim schnellen Heizen vermitteln.

Nicht überarbeitet für 2009 wurde das Getriebe-Freeride-Bike Bergamont BigAir G9.

Eine moderate Überarbeitung wurde auch dem vor zwei Jahren vorgestellten Bergamont Enduro zu Teil. Der Rahmen wurde an den kritischen Stellen ein wenig verstärkt und soll trotzdem nicht schwerer geworden sein. Mit diesen Veränderungen wurde den diversen Reklamationen Rechnung getragen. Nach wie vor soll das Enduro ein uphilltaugliches Bike mit Abfahrambitionen haben, sich dabei jedoch von nun an deutlicher vom abfahrtorientierten BigAir unterscheiden. Zusätzlich gibt es für 2009 neue Decals und Farben - die Ausstattungen bleiben weiterhin auf hohem Niveau (Enduro 9.9 = 3299€ mit Fox Fahrwerk und X0 Ausstattung)

Eine traurige Nachricht gibt es auch bezüglich der Preise bei Bergamont. Viele Modelle sind zum neuen Jahr um einiges teurer geworden (BigAir Team kostet nun 3599€) und spielen somit in einer Liga, in der man sich auch Treks Remedy oder Session 88 leisten kann - die dann jedoch mit dem versprochenen ABP-Hinterbau. Wäre Bergamont doch bloß nicht so beliebt geworden.
Tobi
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Additional Information:
Bergamont Homepage [noch mit alter Produktpalette]
Bergamont auf der Eurobike [Video]
Bergamont Vorstellung in Winterberg mit ABP Hinterbau [mit Video]

Dienstag, 16. September 2008

Eurobike: Did you see the Yeti?

Fast hätte es für Jared Graves zu einer Olympiamedallie gereicht - wäre er nicht im finalen Lauf von einem seiner Konkurrenten der stürzte vom Rad gepflückt worden. Bei dem auf die olympischen Spiele folgenden Weltcup in Canberra bewies er dann - zurück auf dem Mountainbike - erneut seine Klasse und gewann souverän das 4x Rennen. Zwar war die Strecke einer BMX Strecke sehr ähnlich, doch gehört Jared Graves auf egal welcher Strecke immer zu den Favouriten.
Damit jeder von uns in Zukunft sich ein bisschen wie Mr. Graves himself fühlen kann, gibt es natürlich alle seiner Bikes als Serienversionen zu kaufen. Die Kultschmiede Yeti hat für 2009 die Lackierungen überarbeitet und ist ansonsten beim Bewährten geblieben:


Für die Race Fraktion bietet Yeti nach wie vor ein schickes und ausgereiftes DJ-Hardtail und ein super cleanes Fully an. Das gute an diesen beiden Bikes: bei haben die selben Geometriedaten, wodurch der Wechsel vom Hardtail auf's Fully je nach Strecke deutlich erleichtert wird. Einzig die Kettenstreben sind beim Hardtail mit 411mm ein bisschen kürzer.

Für die BMXer gibt es schließlich auch den Olympiarahmen von Jared zu kaufen. 1890g Aluminium halten auch den stärksten Antritten stand schneiden messerscharf durch die unverwirbelte Luft, die es nur an der Spitze des Feldes gibt.

Die große Neuigkeit bei Yeti ist jedoch der Nachfolger des 303DH Rahmens. Zwar raste auf eben diesem Rahmen Sam Blenkinsop zum Sieg über Sam Hill auf dessen Lieblingsstrecke Schladming, doch wurden schon seit längerem verschiedene Prototypen gesichtet, die sich anschicken, den hochtechnischen aber eben doch recht schweren und vor allem teuren 303DH in Rente zu schicken.

Auf der Eurobike gab es nun eine produktionsnah aussehende Version des 303-R DH mit einigen interessanten Details. Nach wie vor gibt es das Yeti eigene Schienensystem doch ist der Rahmen im Gegensatz zum Vorgänger ein reiner Eingelenker der lediglich eine besondere Abstützung hat. Beim 303DH verschob sich der Hinterbau über eine Schiene parallel zum Sitzrohr nach oben und wurde von einer weiteren Schiene parallel zum Oberrohr nach vorne bewegt. Die daraus resultierende Radhebungskurve sollte ideal sein, um die vielen kleinen Schläge, die ein Bike abbremsen, zu absorbieren.

Der Nachfolger geht da ein bisschen andere Wege: beim Einfedern bewegt sich der Umlenkhebel auf einer Schiene parallel unter dem Dämpfer nach vorne, was dafür sorgen soll, dass der Hinterbau überaus sensibel reagiert und eine ideale Kennlinie generieren kann. Über eine exzentrische Dämpferaufnahme können darüber hinaus die Winkel des Bikes an die jeweilige Strecke angepasst werden und es stehen drei verschiedene Umlenkhebelanlenkpunkte zur Verfügung.

Ganz nach Art des Hauses war das Eurobike-Demo-Bike mit einem schönen Fox-Shimano-DT Swiss Komponentenmix aufgebaut und wirkte äußerst edel.

Eine weitere Neuheit im Hause Yeti ist die erste Einarmschwinge an einem Fully. Das Yeti ASR 7 hat auf der Antriebsseite keine Kettenstrebe und bietet 180mm Federweg.

Das der Rohstoff Carbon knapp sein könnte lässt sich anhand der klobigen und überschwänglichen Verwendung an diesem Rahmen nicht gerade nachvollziehen und es erscheint fraglich, wer so einen Rahmen kaufen könnte? Als einzig sinnvolles Detail fiel das E2 Steuerrohr am ansich schönen Hauptrahmen ins Auge, doch versaut der überdimensionierte Monsterhinterbau den Rahmen und wird trotz Hightech Werkstoff mit sicherheit nicht leichter sein als ein schöner schlanker Aluhinterbau wie es ihn beim ASX noch gab. Da kann man das Kettenklappern wirklich in Kauf nehmen.

In Zukunft wird sich zeigen, ob das 303-R DH mit seinem neuen vereinfachten Hinterbausystem an die herausragenden Fahreigenschaften seines Vorgängers heranreichen kann und ob es schon der letzte Prototyp vor der Serienfertigung sein sollte. Und wer weiß - vielleicht gelingt Jared Graves in der nächsten Saison der erhoffte Weltmeistertitel im 4x?
Tobi
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Additional Information:
Yeti Homepage

Montag, 15. September 2008

Shimano Saint Demo Ride (Teil 1)

Es ist sehr erfreulich, dass nach Nicolai auch andere Hersteller, beziehungsweise Vertriebe, auf die Idee kommen, dem Kunden die Entscheidung hunderte, beziehungsweise tausende von Euro für Komponenten oder Fahrräder auszugeben, zu erleichtern:

Vergangenes Wochenende war es so weit: Die Find your Flow - Ride Saint - Tour startete auf ihren Weg durch vier Bikeparks in Deutschland und Österreich. Erster Stop war Bad Wildbad. Mit Unterstützung von Marin, Rotwild und (Lapierre) wurden dem Bikeparkbesucher etwa 12 Testbikes zur Auswahl gestellt, ausgestattet mit Shimanos brandneuer Saint-Reihe. Die restlichen Komponenten kamen größtenteils auch aus dem Hause Paul Lange, so fanden sich vereinzelt RST-Gabeln und fast überall Michelin Reifen.

Wir entschieden uns für einen Kraftstoff-Downhiller mit 888 RC3 und ein Rotwild RED Two mit 888 SL ATA und stürzten uns bei frischen 5°C die anspruchsvollen Bad Wildbader DH-Strecken hinab.

Am meisten waren wir auf die neuen Bremsen gespannt: Von Team-Fahrern hatten wir schon viel gutes darüber gehört, doch ist die Objektivität von Team-Fahrern ja nicht immer gewährleistet und wir freuten uns darauf, uns selbst ein Urteil bilden zu können.

Der Bremshebel liegt gut in der Hand, es lassen sich die Griffweite und der Druckpunkt per schönem, goldenen Drehknopf beziehunsweise fummeliger, kleiner Kreuzschlitzschraube verstellen, dass hätte man eventuell auch schöner lösen können. Die Demontage des Griffes ist leider nicht übermäßig einfach, da die Schelle einteilig gehalten ist. Der Bremsgriff scheint im Übrigen, bis auf die Farbgebung, mit dem XT-Modell identisch zu sein, bewährtes wird also beibehalten.


Wirklich neu ist dagegen der 4-Kolben Bremssattel der mittels Postmount-Befestigung am Rahmen angeschraubt wird. Optisch wirkt er nicht zu fett, sondern schön kompakt und robust, doch am meisten überzeugen die inneren Werte, beziehungsweise die Leistung:

Bremskraft steht immer ausreichend zur Verfügung und ist über den Hebel auch noch sehr gut zu dosieren. Der Druckpunkt ist schön hart und definiert, das einzige, was der Bremse zu schaffen macht, ist die Kälte, die alle Dichtungen etwas erstarren lässt, was dazu führte, dass das Hebelgefühl nicht sehr geschmeidig war und die Kolben sich beim Lösen des Bremshebels sich nicht verzögerungsfrei wieder von der Scheibe lösten. Wir hoffen, dass das bei höheren Temperaturen, beziehungsweise längerer Einfahrzeit nicht mehr der Fall ist, doch es war das einzige Manko an der sonst überzeugenden Bremse. Die verwendete Scheibengröße waren 203 respektive 180mm am Hinterrad. Es stehen Bremsscheiben mit und ohne Aluspider für IS2000 6-Loch und Oversized Centerlock zur Verfügung.

Infos zu den neuen Saint Schaltkomponenten folgen in Kürze!
Nus
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Additional Information:
Saint Vorstellung beim SeaOtter Classic 2008
Saint Vorstellung auf der Eurobike 2008 [Video]

Samstag, 13. September 2008

Eurobike: Gary Fisher goes All Mountain

Gary Fisher, Bike-Pionier und Mitbegründer des Mountainbikens, geht gerne eigene Wege um das Bestmögliche zu erreichen. Unter der berechtigten Maxime "Federwegsqualität statt -quantität!" bringt er für 2009 das Roscoe, dass mir 140mm ein echtes Allround-Trailbike sein soll und dem Trend immer mehr Federweg zu verwenden mit viel neuer Technik begegnet.



Mit 2800g Rahmengewicht inklusive Dämpfer zählt das Bike für seine Federwegskategorie eher zu den solideren Modellen. Das ist auch gut so denn im Sinne des Erfinders soll sich das Bike mit Treks Remedy und Rocky Mountains Slayer SXC messen, also gut bergauf und hervorragend bergab sein. Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, wird 2009 tief in die Trickkiste gegriffen. Sowohl die Federgabel, als auch der Dämpfer wurden in Zusammenarbeit mit Fox entwickelt. Die Fox Talas an der Front bietet 100-120-140mm Federweg und ist mit dem RP24 System versehen. Abgeleitet vom RP23 Dämpfersystem bietet diese Gabel vier Propedal-Einstellungen, um ganz nach Wunsch des Fahrers an den Trail angepasst werden zu können.



Außerdem bekommt die Gabel (bisher einzigartig bei der 32er Serie von Fox) einn E2-Schaft, der sich von 1.5 auf 1 1/8" verjüngt und somit bei gleichem Gewicht für deutlich mehr Steifigkeit sorgt. Um die am Steuerrohr gewonnene Lenkpräzision auch auf die Strecke bringen zu können verfügt die Gabel zusätzlich über den neuen QR15-Steckachsstandard. Dieser Standard soll leichter sein als eine 20mm-Steckachse aber steifer als eine herkömmliche Schnellspannachse. Fraglich ist, ob er sinnvoll ist. Bereits jetzt gibt es extrem leichte 20mm-Steckachsnaben und eine leichte Steckachse à la Maxle Light von Rock Shox wird garantiert keine 5g mehr wiegen als eine neue 15mm-Achse. Da sich jedoch Shimano und Fox diesem Standard verschrieben haben und auch schon DT Swiss passende Naben und Gabeln auf der Eurobike gezeigt hat, wird sich dieser Trend wohl über kurz oder lang im Short-Travel-Bereich durchsetzten, womit es dann drei verschiedene Achsstandards gibt. Ob das im Sinne von uns Kunden ist, oder nicht, möchte ich hier nicht weiter erörtern.


Der Dämpfer wurde ebenfalls speziell für das Roscoe entwickelt und verfügt über eine zweite Luftkammer, die angesteuert wird, wenn der Dämpfer zu mehr als 40% einfedert. Diese DRCV (Dual Rate Control Valve) Technologie soll dafür sorgen, dass der Dämpfer deutlich linearer einfedert und - wenn es nach Gary Fisher geht - sich so gut es irgend geht wie ein Stahlfederdämpfer anfühlt. Dieser neue Dämpfer ist der erste Schritt in Richtung Federwegsqualität, der zweite ist der Rahmen selbst.


Wie Treks Remedy verfügt auch das Roscoe über einen ABP-Hinterbau, bei dem sich der Drehpunkt des Hinterbaus auf der Hinterachse befindet. Diese Technik soll garantieren, dass der Hinterbau auch beim Bremsen sensibel bleibt und nicht verhärtet.

Die Summe all dieser Technologien soll ein 140mm Bike sein, dass steifer und schluckfreudiger ist als vergleichbare Bikes und dadurch auch bei wenig Federweg viel Abfahrtsspaß bereitet. Man darf gespannt sein, ob dieser schöne neue Weg in Richtung mehr Spaß mit weniger Federweg in Zeiten der steigenden Federwege angenommen wird. Der Ansatz an sich ist richtig - schlecht abgestimmte 160mm fahren sich schlechter und bremsen mehr als das sie helfen, während schluckfreudige und linear gut nutzbare 140mm tatsächlich viel Spaß bei direktem Fahrgefühl bieten dürften.
Tobi
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Additional Information:
http://www.fisherbikes.com/bike/series/roscoe
http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?t=357179
All Pictures included in this post were taken by Tobias Stahl at "Eurobike 2008". Klick on the pictures for larger view.
All rights reserved.

Freitag, 12. September 2008

Turner Bikes 2009 mit DW-Link Hinterbauten

Mit viel Spannung wurde das Ende des Jahres 2008 erwartet. Wie von vielen angenommen und erhofft rast Sam Hill auf seinem Ironhorse Sunday beim letzten Worldcup des Jahres in Schladming um den Gesamtsieg und das ganz wie gewohnt mit Hilfe von Dave Weagles DW-Link Hinterbau. Ein Großteil der Spannung beruht jedoch darauf, dass das in Zukunft nicht mehr der Fall sein wird. Ironhorse verliert zum Jahresende 2008 die Lizenz für die DW-Link-Bikes und viele wollten wissen, wer denn wohl in Zukunft die DW-Link-Bikes produziert. Passend im Vorfeld der Eurobike dann die spannende Nachricht: Turner wird ab 2009 exklusiv neben IBIS den DW-Link verbauen.
DW zu Folge hätte man eigentlich darauf kommen können, dass Turner den Zuschlag erhalten würde. In einer Stellungnahme seinerseits erwähnt er, dass für ihn das Turner DHR die Benchmark bei Entwicklung des Sundays gewesen sei und er als junger Entwickler zu Turner aufgeschaut habe. Nun kann er bei und für Turner die Erfahrung von Sunday und DHR in eine Schale werfen und vielleicht einen neuen Downhillkracher auf die Strecken dieser Welt entlassen - das 09er Turner DHR mit DW-Link-Hinterbau.


Wie schon das Sunday und das bisherige DHR soll auch der 2009er Rahmen ein angenehmes Leichtgewicht werden. Die momentane Angabe lautet 4,31kg mit Fox DHX 5.0 und ohne Einschränkungen im Einsatzbereich. Wenn das keine Ansage ist!

Natürlich bringt Turner für 2009 nicht nur sein DH-Bike mit DW-Link, sondern modelliert die gesamte Palette auf den neuen Standard um:




Man darf gespannt sein, wie der Markt die neuen DW-Link-Bikes annimmt und wie genau die Abstimmung bei Turner erfolgt. Das straff-lineare Federverhalten eines Sundays wird es jedenfalls nicht mehr geben. Herr Weagle hat seinen eigenen Federungsprinzip etwas mehr Endprogression entlockt und somit hoffentlich in der Perfektionierung des idealen Race-Downhillbikes einen weiteren Schritt gemacht - das neue DHR soll mehr sein als ein Sunday von Turner. Bleiben zwei Fragen: 1. Wie wird das 09er Sunday aussehen? 2. Wird es jemals wieder so ein schönes, elegantes und bewährtes Downhillbike wie das 08er Turner DHR geben? Optisch bleibt das neue sowohl hinter dem Sunday, als auch vor allem hinter dem DHRO8 zurück.

Tobi

Donnerstag, 11. September 2008

Eurobike: Neues von Santa Cruz aus Santa Cruz

Die Marke Santa Cruz Bicycles ist für einige wirkliche Klassiker bekannt. Unvergessen ist das Super 8, das erste V10 und auch das Chameleon der letzten Generation ist als extrem leichtes, vielseitiges und gleichzeitig super stabiles Hardtail schon zu Produktionszeiten ein Klassiker geworden. Damit auch in Zukunft die Bikes zu solchen Ehren kommen, hat Santa Cruz für 2009 so einiges an Arbeit in die gesamte Palette gesteckt.
Damit die neuen Bikes sofort zu erkennen sind, sind alle Modelle in neuen, knalligen Pulverlackierungen lieferbar. Wie uns am Stand versprochen wurde ist nicht nur die Farbe erneuert worden, sondern auch die Lackierung selbst, um im Alltag länger schön auszusehen. Außerdem sind für die meisten Modelle schöne Anodisierungen verfügbar, die einen noch individuelleren Style ermöglichen und nebenbei auch noch Gewicht sparen.
Nach wie vor gibt es im Hause Santa Cruz sowohl Eingelenker, als auch Bikes mit dem eigenen VPP-Hinterbau-Patent. Die pflegeleichten Eingelenker Juliana, Superlight, Heckler und Bullit sowie die Allroundwaffe Chameleon wurden für 2008 frisch herausgeputzt und so stehen für 2009 die neuen VPP-Bikes sowie das Jackal im Vordergrund der Entwicklung.


Die VPP-Rakete Blur XC erstrahlt 2009 in frechem Grün und bekam einen extra schlanken Titanumlenkhebel spendiert, der zusammen mit anderen Veränderungen das Rahmengewicht auf 2350g (M, pulverbeschichtet) drückt.


2008 wurde mit dem Update des V10 das Rahmengewicht erstmals der Carbonumlenkhebel an Santa Cruz Bikes eingeführt und wieso sollte diese Entwicklung nur im DH-Einsatz Sinn machen? Von nun an wird dieser neue, extrem leichte und steife Hebel auch in den Modellen Blur LT (140mm) und Nomad (160mm) verfügbar sein. Beide VPP-Rahmen wurden für das Modelljahr 2009 grundlegend überarbeitet womit Santa Cruz auf die vielen Kritiker reagiert, die vor allem die Langlebigkeit der Lager angekreidet hatte. Beide Rahmen tendierten dazu, bei schlechtem Wetter Matsch und anderen Dreck in den unteren Lagerhebeln einzulagern und sich dadurch selbst zu zerreiben. 2009 begegnet Santa Cruz diesem Problem mit steifen 15mm Achsen an allen Lagerpunkten und einem untern Link mit Abschmiernippeln, über die die Lager einfach nachgefettet werden können. Laut Santa Cruz sind die neuen Lager darüber hinaus um einiges hochwertiger und damit langlebiger. Der obere Link besteht wie gesagt aus Carbon und fügt sich damit wunderbar in die neuen, nochmals verfeinerten Formen der beiden Rahmen ein.


Das Blur LT richtet sich an alle Allmountain-Piloten, die sich von langen Uphills nicht aus der Ruhe bringen lassen und verwöhnt im Downhill mit der Möglichkeit bis zu 160mm Gabeln einbauen zu können. Leider nicht mehr im Sortiment findet sich das Blur 4x, die Slopestyleversion des LT, weshalb hierfür nun die kleinen Rahmengrößen des LTs einspringen werden.



Wer alles gerne eine Nummer größer und härter mag - der greift bei Santa Cruz zum Nomad. Wie seine Namensgenossen ist das Nomad gemacht um tagelang durch fieses Gelände zu marschieren und dabei keine Abfahrt auszulassen. Um dabei in Zukunft noch besser abstimmbar zu sein, hat das 09er Nomad im Zuge der Überarbeitung eine veränderte Hinterbaukinematik spendiert bekommen, die das Übersetzungsverhältnis reduziert. Der Effekt: die Dämpfer können mit weniger Druck/weicheren Federn gefahren werden, wodurch sich mehr Spielraum bei der Abstimmung und ein besseres Federverhalten ergeben.



Dank der neuen Links und Lager von nun an auch bei schlechtem Wetter und dank der neuen Linienführung noch stylisher als bisher. Für 2009 bekommt das Nomad ein 1.5 Steuerrohr verpasst (in das auch die neuen E2 Gabeln von Fox und Rock Shox passen) und am Innenlager findet sich von nun an eine ISCG05 Aufnahme, mit der sowohl Kettenführungen, als auch Srams neue Getriebekurbel Hammerschmidt oder die B-Boxx von Nicolai montiert werden können. Dank der überarbeiteten Kettenlinie ergibt sich auch bei normalen Schaltkurbeln zukünftig eine bessere Kettenline.



Um die Downhilleigenschaften noch ein wenig zu verbessern wurde außerdem der Lenkwinkel auf angenehme 67° gedrückt. Dem vielseitigen Aufbau des vielseitigen Bikes steht also nichts mehr im Wege.

Mit eben so viel Feinarbeit hat Santa Cruz auch die Revolution des Dirtjumprahmens Jackal vorangetrieben. Die letzten zwei Jahre über konnten auf den verschiedenen Großevents immer wieder Evolutionsstufen der Entwicklung gesichtet werden. Beim SeaOtter Classic 2008 gab es einen Chameleonhauptrahmen mit extrem kurzen Kettenstreben und verschiebbaren Ausfallenden zu sehen und auf der Eurobike nun das vollendete, neue Jackal:


Die letzte Version des Jackals war schwer wie eine Bombe und steckte auch genau so viel weg. Ganz anders kommt die neue Version daher. Nach wie vor können Gabeln bis 160mm in den Rahmen eingebaut werden , der für 2009 in mehr Farben und vor allem mit einem ganz neuen Erscheinungsbild daherkommt. Schlanke Rohre und dezente Gussets formen sich zu einem der schönsten Aludirtbikes, die bis heute die Sprünge dieser Welt gerockt haben.

[für Großansichten auf die Bilder klicken]

Die extra kurzen Kettenstreben (min. 38cm) wurden mit verschiebbaren Ausfallenden garniert, die es sowohl für Schaltung als auch für SingleSpeed geben wird. Darüber hinaus hat der neue Rahmen etwas mehr Beinfreiheit und wird dank der einfacheren Bauweise als sein Vorgänge vielleicht auch ein bisschen erschwinglicher werden.

So hat sich an den meisten Modellen grundlegend etwas getan und auch die leichte Modellpflege mit neuen Decals und Sticker-Sets ist gut gelungen. Santa Cruz zeigt sich gut gerüstet für die neue Bikesaison und hat den Trend zu mehr Farbe am Bike erkannt und schön aufgegriffen. So haben auch die 09er Bikes die Chance an ihre herausragenden Vorgänger anzuschließen und das Santa Cruz - Feeling über die Trails dieser Welt zu verbreiten.
Tobi

Montag, 8. September 2008

Vom Ass aus dem Ärmel geschüttelt... Cannondale Chase Dirt Fully

Auch nach aufmerksamer Untersuchung des Cannondale-Standes auf der Eurobike ließ sich dort kein Chase auftreiben. Schon stellte sich dem Aaron "The Ace" Chase Fan die Frage, ob denn das cleanste aller Alu Dirt und 4x Bikes verschwunden sei. Wer jedoch vor wenigen Wochen beim Crankworx-Festival in Whistler ein Auge auf den Vater des Styles, der nach einer schweren Rückenverletzung bei der Qashqai-Challenge im letzten Jahr gerade wieder anfängt so richtig zu rocken, geworfen hat, der wird ihn auf einem höchst interessanten neuen Bike gefunden haben:


Aaron Chase fährt ein Dirtfully und es ist nicht, wie sonst üblich, ein kleines Prophet - es ist ein Chase. Die Geometrie ist mit der des bewährten und von Aaron entwickelten Chase Hardtails identisch und doch bietet der Rahmen gute 76mm Federweg. Das besondere dabei: der komplette Hinterbau aus Kettenstreben, Sitzstreben und Sitzrohr ist eine Einheit und dreht sich um das Innenlager, wodurch ein Kettenspanner bei Singlespeed entfällt und auch bei Kettenschaltung keine Antriebs- und Bremseinflüsse spürbar sind. Ein weiterer großer Vorteil dieser Bauweise: der Abstand zwischen Hinterreifen und Sattel bleibt immer gleich - ein Einklemmen zwischen Sattel und Reifen ist ausgeschlossen. Außerdem ist der Hinterbau auf Grund der großen Lager enorm steif und nach wie vor mit 405mm Kettenstrebenlänge angenehm kurz.


Die Federung und Dämpfung übernimmt das Highlight des Bikes - eine anstelle des Oberrohrs montierte Headshock-Einheit wie sie sonst in den Cannondale eigenen Federgabeln verwendet wird.


Wie schon bei den Federgabeln sorgt die enorme Verdrehsteifigkeit des Headshock-Systems dafür, dass das neue Oberrohr nicht zu weich geraten ist und laut AC ist der Rahmen gleich dem Hardtail zu fahren, bietet eben nur den zusätzlichen Federweg für "die großen Dinger". Bleibt also nur noch abzuwarten, ob und wann das heiße Teil in unsere Shops kommt!

Tobi