Mittwoch, 2. September 2009

Eurobike Demoday


Wenn sich länger nichts tut, ist meistens etwas großes im Anmarsch. In unserem Fall ist das der Demoday der Eurobike, der im idyllischen Ratzenriet nun schon zum zweiten Mal stattgefunden hat.

Für euch waren wir zusammen mit Thomas und Hannes von mtb-news.de auf dem Demoday unterwegs, haben viele schöne, neue Bikes gefahren und noch viel mehr Leute getroffen. Als erstes Schmankerl gibt es einen kurzen Testbericht über das 2010er Specialized Enduro Pro (Link) und das weiteren ein kleines Video, das allen, die sich unter dem Demoday nichts vorstellen können, ein paar Impressionen live und direkt liefert (Link).


Viel Spaß damit und ihr dürft gespannt auf die kommenden Tage sein - es wird sich einiges tun. Sowohl auf mtb-news.de, als auch hier auf dem Blog werden wir weiter den Demoday aufbereiten und ab morgen bei den verschiedenen Herstellern in Bild und Ton festhalten, was es neues geben wird.

Gefahren: Specialized Enduro 2010

Kaum ein Bike hat in den letzten Wochen vor der Eurobike für mehr Aufsehen gesorgt, als das neue Specialized Enduro. Nach dem der voll systemintegrierte Vorgänger nicht so recht den Beliebtheitsgrad des legendären, organischen Ur-Enduros erreichen konnte, schickt sich nun das neue Bike an, an die alten Erfolge anzuknüpfen. Das Bike kennte dabei nur eine Mission - dem Namen gerecht zu werden. Von einem echten Enduro erwarten wir einen gelungenen Mix aus Bergab- und Bergaufperformance und viel Spaß bei allen Spielarten des Mountainbikens. Ob flowiger Singletrail oder langer Anstieg, ob steile Stufen oder verblockte Anstiege, ob spontane 4x-Ausfahrten oder ein Alpencross - das Bike sollte alles können, um dem Namen wirklich gerecht und ein würdiger Erbe für den legendären Vorgänger zu sein.

Der Demoday der Eurobike ist da auch schon die perfekte Gelegenheit, um einen ersten Eindruck vom Bike und seinen Qualitäten zu gewinnen. Zwar sind die Strecken weder flowige Singletrails noch ruppige Downhillpisten, doch in Anwesenheit der wichtigsten Konkurrenten wie Trek Remedy, Nicolai Helius AM oder Lapierre Spicy kann sich auch auf schönen Waldwegen durch das Allgäu rund um das gemütliche Ratzenriet zeigen, was im Neuling steckt.

Direkt vom Stand wirkt das Bike in Größe S quirlig und agil - bei 175cm eine gute Wahl, wenn man es gerne handlich mag. Der Rahmen ist mit einer Specialized-eigenen Gabel ausgestattet, die jedoch - das sei gleich vorweg gesagt - nicht überzeugen kann. Sie scheitert an einer hohen inneren Reibung und auch die Kennlinie kann nicht überzeugen. Doch in Serie wird es das Bike auch in anderen Versionen geben und vieleicht haben wir an diesem Dienstag auch einfach nur eine Montagsgabel erwischt. Wie auch immer, der leichte und entgegen erster Bilder sehr nett anzusehende Carbonrahmen unterstreicht mit seiner zweifach-Kettenführung den Freeridecharakter und beschleunigt auf den ersten Metern souverän. Im Gegensatz zu den nur leichten Modellen der letzten Jahre kann das Bike sofort überzeugen. In der Tat bietet das Enduro das relativ seltene Gefühl, sofort mit dem Bike zu verschmelzen. Dabei würde auch die per Fernbedienung absenkbare, hauseigene Teleskopsattelstütze helfen, doch überzeugt diese ebenfalls nicht. Mal funktioniert sie, mal nicht - da hätten wir uns mehr erwartet. Das Komplettbike hingegen erfreut jeden der Fahrer. Im steilen Uphill hat man stets genug Druck auf dem Vorderrad und trotz recht weichem, schluckfreudigem Setup sinkt der Hinterbau nicht zu weit ein und erfreut mich guter Wippresistenz. Bergab gleichen sich die Bilder, man fühlt sich einfach wohl auf dem Bike. Ruhig und unauffällig läuft das Bike bergab und zirkelt souverän durch grobe Schotterkurven. Auch wenn die Trails es nicht wirklich hergegeben haben - auf diesem Bike fühlt man sich gut und sicher und dank dem kleinen Rahmen gelingen Manuals, Wheelies und Scandinavian Flicks ohne besondere Anstrengungen - das Bike lädt zum Spielen ein.

Fazit? Das Bike macht seinem Namen alle Ehre. Spielerisch bergauf und bergab und dabei angenehm leicht. Eigentlich alles, was man sich von einem guten Allround Bike wünschen kann. Was noch fehlt: Die Specialized Gabel hat ihnen Testeinstand ordentlich verpatzt und auch die verstellbare Sattelstütze konnte ebenfalls nicht immer mit Funktion überzeugen. Weiter Wünsche? Vielleicht eine Strecke, die den Rahmen auf vollem Niveau fordert und an seine Grenzen bringt. Für einen ersten Eindruck hat es jedenfalls gereicht und der war fast durchweg positiv. Der Rahmen hat definitiv Potential und scheint an den ehrwürdigen Ahnen anschließen zu können. Das organische Design ist wieder da und wer weniger Geld ausgeben will und mehr Steifigkeit wünscht, der bekommt den Rahmen auch in einer Aluminiumausführung.

Weitere Bilder und einen Videoclip zu den Specialized Neuheiten für die Saison 2010 findet ihr in Kürze hier und auf mtb-news.de

Samstag, 29. August 2009

Neues von der Phönix-Marke: Votec

Votec ist sicherlich die Firma, die, wenn es ihn gäbe, den Phönix-Award der Bikeindustrie gewinnen würde. Jedes Jahr. Mir fällt kein anderes Unternehmen in dem Sektor ein, welches so oft vor der Auflösung stand, und doch wieder neu begann und Fahrräder verkauft. Seit - für Votec - schon ewiger Zeit geht es aber gut, und so wächst die Palette stetig an, neuestes Küken im Nest: Ein Big Bike, was ungefähr so aussehen wird.

Die Konstruktion ist eine komplette Neuentwicklung. Besonders auffallend sind die neuen, mittlerweile Votec typischen Hydroforming Rohrsätze. Die neu angeordnete Unterbringung des Dämpfers in einem geschmiedeten »Cage« sorgt für einen zentralen, tiefen Schwerpunkt. Der Rahmen ist mit einer ISCG Aufnahme und einem 150 Millimeter achsbreiten Hinterbau versehen.


Drei Ausstattungsvarianten erhältlich


Der Hersteller gibt den Federweg mit mindestens 190 Millimetern am Heck an. Für die unterschiedlichen Einsatzbereiche, beziehungsweise Vorlieben des Fahrers, wird das Modell in den Rahmengrössen »short« und »long« angeboten. Votec bietet von diesem Modell drei Ausstattungsvarianten an: Beispielsweise mit Rock Shox Totem oder Rock Shox Boxxer WC. Daneben gibt es weiterhin die Option der individuellen Komponentenbestückung mit Hilfe des Votec-Baukastensystems.


Preis steht noch nicht fest.


Meine persönliche Meinung: Durch das riesige Loch zwischen Sitzrohr und Hinterrad irgendwie nicht schön, die Kettenstreben wirken endlos lang, was das Rad unnötig behäbig machen würde. Gefallen tun mir hingegen der Cage und der tiefe Schwerpunkt. Ich möchte dem Rad keine Perspektive absprechen, falls es dennoch floppen sollte, zweifle ich nicht daran, das Votec ein weiteres mal aus der Asche empor steigen würde.

Hive Produkte / neue Distributeure

Kurz vor der Eurobike scheinen einige Hersteller zu merken, dass sie einen neuen Vertreter in Deutschland benötigen: Syncros kommt ab sofort über Bikeaction in Deutsche Lande, Hive über Sports-Nut. "Hive?" fragt sich nun sicherlich der eine oder andere, deshalb an dieser Stelle ein kleine Vorstellung der interessanten Teile:

The Hive wurde 2008 gegründet und hat seinen Sitz in Petaluma,
Kalifornien. Dort entwickeln sie technisch innovative und hochwertige
Produkte. Das Sortiment umfasst sowohl die "Fifteen.G" Kurbeln als auch
die "Chub" Naben.

FIFTEEN.G"

Triple und Singlespeed Kurbelset:

Die Geschmiedeten und CNC gefrästen Kurbeln werden mit einer 30 mm Aluminium Achse mit einer eigens entwickelten Polygon Kurbelaufnahme (Based on DIN 32711 P3) gefertigt. Die Kurbeln drehen sich an einem speziell entwickelten Oversized-Tretlager.

Features:

-
Kurbelaufnahme basiert auf DIN 32711 P3
-
7050 Alu Kurbelarme, geschmiedet und komplett CNC gefräst
-
7075 Alu CNC gefräste Kettenblätter
-
6806 externe Tretlager Lager mit zusätzlichen, wartbaren Lagern
-
30 mm Alu Achse

BB
o
68, 73, 73E Typ Kompatibel
o
BSA Gewinde
o
91 Gramm

--------------------------

Single Speed Kurbelset

-
32 oder 34 Zähne
-
optional mit Rock Guard
-
175mm oder 180mm Länge
-
666 Gramm




Dreifach Kurbelset

-
22-32-44 AL Kettenblätter
-
51mm Kettenlinie, kompatibel mit Shimano HG & IG Ketten
-
170, 175 und 180mm Länge
-
711 Gramm




Polygon Verbindungen wurden in der Vergangenheit schon oft verwendet. Am meisten wurde die Entwicklung allerdings während des 2. Weltkriegs durch die Österreicher vorangetrieben, die die Polygon Verbindung für Panzer Antriebswellen nutzten. Polygonal geformte Antriebswellen sind durch ihre hohe Belastbarkeit besonders vorteilhaft für feste oder gleitende Antriebsverbindungen.




Auf die Fahrradbranche bezogen ist der Vorteil des Polygon Designs, der 100% Oberflächenkontakt zwischen Kurbel und Achse. Andere Verbindungen haben durch den Herstellungsprozess und deren Design, minimale Toleranzen, dies auf Dauer zu Schäden an der Aufnahme führen.

Um ein Gewichtsersparnis zu erreichen, wurde das Design nochmals extrem überarbeitet. Durch die Verwendung von externen 6806 Lagern, ist es möglich eine 30mm Aluminium Achse zu verbauen, dies spart Gewicht, hat aber keinen Einfluss auf die Stabilität. Außerdem sind die Polygon Aufnahmen kegelförmig. Das kegelförmige Design ist besonders für eine permanente Verbindung geeignet und erübrigt jede Form von Klemmmechanismus, dies spart ebenfalls Gewicht und verbessert die Steifigkeit.


"CHUB"

Die Hinterrad Naben bestehen aus zwei Mammut Aluminium Flanschen, die
durch einen mächtigen Carbon Körper miteinander verbunden sind. Die
riesigen Flansche ermöglichen, dass für die Speichen eine niedrigere
Spannung benutzt werden muss. Der ultra-starre Carbon-Körper verteilt
die Antriebskraft deutlich besser auf beide Seiten der Nabe, dadurch
verringert sich die maximale Speichenbeanspruchung auf der Antriebsseite
um bis zu 70%.



The Hive bietet ab sofort auch Singlespeed Disc Naben, MTB Disc Naben und
als neustes Produkt auch 15 und 20mm Thru Axle Naben.

15 und 20mm Thru Axle Naben

* Wechselbare Endcaps - 15mm und 20mm
* 32 hole
* 25mm ID Precision Lager
* CNC gefräste Bremsscheiben Aufnahme
* 224 Gramm
* Color: Blackout


Singlespeed Hinterrad Nabe

* 15mm 7075 Aluminum through axle
* Präzisions Japanese ball bearings
* Optimierte Carbonfaser Ausrichtung für optimalen Krafttransfer
zwischen den beiden Flanschen
* 32 holes; 135mm
* Ti M10 Schrauben (292 Gramm); SS M10 Schrauben (301 Gramm)
* Color : Silver/Carbon or Blackout

QR Disc Front

Das Design der Nabe ist angelehnt an das Chub Hinterradnaben Design. Die
MTB QR Front Hub bietet nicht nur eine optimale Laufradplattform, durch
den Carbonkörper birgt die Nabe auch ein enormes
Gewichtseinsparungspotenzial.

* Präzisions Japanese ball bearings
* 32 holes
* 160 Gramm
* Color : Silver/Carbon Fiber

Montag, 24. August 2009

Neues Rocky Mountain Flatline

2010 ist es so weit: Rocky Mountain löst das Flatline ab - zum Glück, möchte man sagen. Warum das? Richtig, das bisherige Flatline war auch ein klasse Bikepark-Rad, robust, satter Federweg und ein genial zentraler Schwerpunkt, aber sein wir mal ehrlich: Es war ein Panzer.
Seit dieser Saison ist Rocky wieder im D
ownhill Worldcup unterwegs, Luke Strobel aus den USA und Sabrina Jonnier bei den Frauen sorgen regelmäßig für Top Ergebnisse - und das auf einem Panzer? Nein, offensichtlich nicht, denn die Teamfahrer waren schon diese Saison auf den Bikes vom nächsten Jahr unterwegs. Jetzt zeigt Rocky, wie das Rad für den Endverbraucher aussehen wird: Man hat die bisherigen Qualitäten behalten: Zentraler Schwerpunkt, LC2R Federung - das ganze aber optimiert, sodass die Kennlinie weicher verläuft und besser auf Downhill ausgelegt ist, und die Panzereigenschaft entfernt, indem man fast ein Kilogramm eingespart hat! Außerdem ist das Bike 4cm kürzer und das Steuerrohr ultra kurz, was für eine tiefe Front und die damit verbundenen Vorteile sorgen soll...



Genug der vielen Worte, mehr Detailfotos, in den USA kommt das Rad mit Boxxer oder Fox 40 für 4000 respektive 6000$, vermutlich wird man trotz des starken Euro diese Preise einfach nach Europa übernehmen. Die Komplett-Bikes wiegen beide deutlich unter 20kg, bei 17,7 und 18,4kg um genau zu sein...


Brandon Semenuk ist ...

... eine coole Sau. So cool, dass er von Rock Shox sogar custom gelaserte Standrohre bekommt... als ob Tauchrohre im Tetris Design nicht reichen würden, nein, der Name muss auf die Gabel :)

Aber irgendwo hat der junge es sich ja verdient, er ist für mich im Moment mit der beeindruckendste Contest-Fahrer: Sauber, weich, flüssig - und dabei mit den schwierigsten Tricks unterwegs...
Brandon Semenuks Brandon Boxxer an seinem Trek Session

Freitag, 21. August 2009

Yeti Cycles in den Rocky Mountains

John Reynolds aka Clay Porter 2.0 liefert einmal öfter beeindruckende Aufnahmen des Yeti Teams - meiner Meinung nach sollten sich andere Teams das abschauen und ähnliche Videos produzieren, und zwar qualitativ gleichwertig, die meisten anderen Team-Videos sind bis jetzt eher mäßiger Zeitvertreib... aber jetzt: Enjoy!

Matt Hunter und Trond Hansen in BC

schönes Mountainbike-Fahren von den Specialized-Piloten Trond Hansen und Matt Hunter!

Mittwoch, 19. August 2009

Auf geht's zur Nicolai-Hausmesse!

Anfang September wird wie jedes Jahr die Eurobike am schönen Bodensee stattfinden und Grund genug für Groß und Klein der Mountainbikewelt sein, nach Friedrichshafen zu kommen.

Wem der Weg zu lang ist und die Anzahl der Aussteller viel zu groß und unübersichtlich, der kann aber auch einen anderen Weg einschlagen und am kommenden Wochenende einfach nach Lübbrechtsen fahren. Lübbrechtsen? Genau, in diesem kleinen Ort versteckt sich die Firma Nicolai, die allen interessierten vom 21. bis 23. August die Möglichkeit bietet, vor Ort reinzuschauen, an Workshops teilzunehmen oder aber nach Absprache mit den Teamfahrern auf Tour zu gehen. Im kleinen Kreis wird hier also Messe gemacht, bevor es zwei Wochen später am See um die Wurst geht.

Vorbeischauen lohnt sich - hier gibt es noch echte deutsche Ingenieurskunst zu sehen und so manches interessante Detail aufzuschnappen! Alle Infos und Termine zur Messe HIER auf w³.nicolai.net

Two shoes for... RIDING!

Es war mal wieder höchste Zeit - meine alten Schuhe haben schon vor Wochen den Geist aufgegeben und ganz im Stile des neuen NWD Trailers sind sie nur noch Staub und Bruchstücke.

Doch der Nachfolger steht bereit - seit einigen Tagen bin ich mit brandneuen Five.Ten Freerider Schuhen unterwegs. Meine Eindrücke und Erfahrungen habe ich hier für mtb-news.de zusammengefasst, viel Spaß!

Und für alle hier in aller Kürze: Kaufempfehlung! Der Schuh hat unglaublichen Grip und darf für die Stadt gerne am Fuß bleiben - ein echter Allrounder. Mit 100€ nicht ganz günstig aber in jedem Fall das Geld wert, Skaterschuhe sind ja auch nicht günstiger und bieten weniger Grip.