Mittwoch, 17. Juni 2009

Die großen und kleinen Geschichten des World Cups...

Da sag noch einer Mountainbiken sei langweilig und es stünde schon nach der Qualifikation fest, wer am Ende das Rennen gewinnt. In Vallnord, Andorra schein es, als ob Sam Hills Stunde gekommen sei: Nach herausragender Fahrt qualifiziert sich der Junge Australier auf dem ersten Platz und ist in einem knappen Rennen zur Zwischenzeit deutlich schneller als Steve Peat. Direkt aus der Zwischenzeit heraus geht es jedoch über einen blind zu springenden Drop und Sam Hill lässt auch hier das Gas stehen – mit drastischen Folgen jedoch. Wie eine Bombe schlägt er ein, verspult sich und stürzt mit Vollgas in das wohl letzte verbliebene Schneefeld der Strecke – glücklicher Ausgang für einen heftigen Crash. Sam verliert gut 10 Sekunden und hat am Ende doch nur ein paar Sekunden Rückstand, was auf eine gigantische Fahrt nach dem Crash schließen lässt.


4x-Highlights aus Fort William

In den Tagen nach dem World Cup, bei dem Jared Graves übrigens das erste Mal nicht auf Platz 1 im 4x ins Ziel kam, mehrten sich die Unkenrufe, seit seinem Crash in Val di Sole, wo er den sicheren Weltmeistertitel wenige Meter vor dem Ziel verschenkte, könne Sam Hill nicht mehr gewinnen. Dass all diese „Wissenden“ jedoch letzten Endes nichts wissen, zeigte Sam, der 2009 deutlich besser pedaliert als noch in den vergangenen Jahren und der stark an seiner Fitness zu arbeiten scheint, sogleich bei den US Open, wo er souverän den Downhill gewann und auch im Slalom schnell äußerst gut dabei war [Beitrag]. Dann ging es zum vierten World Cup nach Fort William, einer Strecke, auf der nur die richtig fitten Fahrer eine Chance haben. Sofort fallen einem die üblichen Verdächtigen ein: Steve Peat (nach dem Sieg in Andorra der Fahrer mit den meisten World Cup Siegen allerzeiten), Greg Minnaar, Gee Atherton und Mick Hannah. Im ersten gezeiteten Training ist es dann jedoch erneut Sam Hill, der die schnellste Zeit ins schottische Hochland fährt und nur Probleme in der Qualifikation sorgen dafür, dass er am Sonntag als fünftletzter ins Rennen geht. Mit einem ausgeflippten Outfit, das von Sam zugunsten der Brustkrebs Forschung versteigert worden ist (das Teil brachte 2550$!, Bericht folgt die Tage), fliegt er die Strecke hinab und bringt satte sechs Sekunden Vorsprung ins Ziel – an dieser Marke werden alle weiteren Fahrer scheitern, bis auf einen, für den diese Strecke wie gemacht zu sein scheint: Greg Minnaar. Der Südafrikaner und World Cup Gesamtsieger des letzten Jahres kann nochmals einige Meter auf Sam Hill gewinnen und gewinnt nach seinem Heimrennen seinen zweiten World Cup – der Australier wird zweiter und das auf einer Strecke, die ihm doch angeblich nicht liegt!? Wenn Unken rufen, scheint das nicht immer aussagekräftig zu sein…



Downhill-Highlights aus Fort William

Weiterführende Links:
Meine Rennberichte zu den World Cups in Vallnord und Fort William findet ihr auf mtb-news.de: Vallnord 4x – Vallnord DH – Fort William 4x – Fort William DH
Videobeiträge zu den World Cups in Vallnord und Fort William

World Cup in bewegten Bildern - Runde #4 Fort William, England

Fort William ist konditionell anstrengendste Strecke im aktuellen World Cup Kalender. Gernot Ruppert kann ein Lied davon singen - vor seiner Teilnahme an den Juniorenweltmeisterschaften auf eben dieser Strecke hat er sich dem härtesten Krafttraining, dass er je gemacht hat, unterworfen und doch ist das mit den Anforderungen der Strecke nicht vergleichbar. Wenn man mit über 60km/h in den Zielsektor schießt, sind die meisten Fahrer schon vom extrem ruppigen ersten Teil der Strecke erschlagen - diese Strecke ist doppelt so lang, wie z.B. die Strecken in La Bresse oder Vallnord.

Natürlich gibt es auch hier wieder eine ganze Palette von Herstellervideos, die wir hier für euch zusammengestellt haben. Viel Spaß:

Santa Cruz Syndicate:

Greg Minnaar/Santa Cruz Syndicate win Fort William Scotland, UCI DH world cup #4, june 7th 2009 from santa cruz bikes on Vimeo.



Yeti Cycles:


Specialized:


Chainreactioncycles:


Just Reid Racing:

Just Reid FortBill 2009 from john lawlor on Vimeo.



Trek World Racing:

Dienstag, 16. Juni 2009

World Cup in bewegten Bildern - Runde #3 Vallnord, Andorra

Clay Porter und andere große Fillmemacher aufgepasst - im Trend liegen neben den Jahresproduktionen über die gesamte World Cup Saison vor allem schnell erscheinende Veröffentlichungen mit Blick auf die einzelnen Teams. Mittlerweile reist bei den großen Teams also mindestens ein Videograph mit zum World Cup, um uns zu zeigen, was das Team an Leistung bringt.

In Andorra ging es nach miesem Wetter zu Beginn des Wochenendes richtig heiß her und voilá, hier sind die Teamvideos aus Cedric Gracias Heimat, der auf Grund einer Knieverletzung leider nicht selbst mitfahren konnte, sondern bei Freecaster in der Kommentatorenbox oder seiner eigenen Bar in Vallnord zu finden war.

Santa Cruz Syndicate:

Steve Peat wins Andorra for world record 17th world cup title! from santa cruz bikes on Vimeo.



Yeti:

Yeti Cycles WC4 Andorra from John Reynolds on Vimeo.



Specialized (mit rennentscheidendem Crash von Sam Hill:


Trek:


X-Fusion Intense:

Roadtrippin' with X-Fusion #4: Andorra Worldcup from allout productions on Vimeo.

US Open Teil 2 - Sieg für Sam Hill!

Einmal mehr fanden Ende April im Diablo Freeride Park von New Jersey die US Open 2009 statt. Im vorigen Post haben wir euch das X-Fusion Video präsentiert, um nun hier das Video von Lucent Productions nachzulegen.

Zwischen den World Cups hat es viele World Cup Fahrer in die USA gezogen und am Ende war es Sam Hill, der sich den Sieg schnappte. So siegte in der ersten unabhängigen Kolonie des Empires ein Fahrer aus einer der ehemaligen Kolonien, die noch immer am engsten mit England verbunden ist.




2009 US Open Downhill and Giant Slalom - Presented by Lucent Productions from Litter Mag on Vimeo.

Den zweiten wichtigen Sieg des Events sicherte sich Sams Teamkollege Brendan Fairclough, der im Giant Slalom extrem schnell unterwegs war und von Kurve zu Kurve zu fliegen schien - das Video bietet euch einen kleinen Eindruck. In diesem Sinne ein Doppelsieg für Monsterenergy Specialized und zwei wirklich tolle Sportler, die ohne großes Stargehabe ihrem Job nachgehen.
Mehr Bilder gibt es hier bei Littermag.com.

Freitag, 12. Juni 2009

US Open Teil 1

Unterwegs mit dem X-Fusion Team zu den US Open hat Allout Productions ein durchaus sehenswertes Video produziert, welches gar nicht weiter kommentiert werden muss - gutes Zeug!

Roadtrippin' with X-Fusion #5: U.S. Open from allout productions on Vimeo.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Anthill Productions

Es ist eine Weile her, das hier etwas spannendes zu lesen war... dazwischen lagen 16 Tage Mountainbiken, Klettern, Strand und Dolce Vita in Finale Ligure, jetzt geht es wieder los. Den Anfang machen einige sehr nett gemachte Videos, die Anthill Productions (Die The collective Jungs) für Shimano gedreht hat, Shandro, Simmons und Hopkins geben sich die Ehre...

Shimano Saint With Simmons & Shandro from NSMB.com on Vimeo.



Mike Hopkins Part I Ripping in the alpine with Saint Drivetrain from NSMB.com on Vimeo.



Mike Hopkins on Saint Part II from NSMB.com on Vimeo.



Mike Hopkins Part III - Brakes from NSMB.com on Vimeo.

Donnerstag, 21. Mai 2009

24h Finale Ligure und mehr!

Blick nach Vorne!

Liebe Freunde dieses Blogs und des Mountainbike Sports im Allgemeinen. Am kommenden Wochenende findet nicht nur das Dirtmasters Festival in Winterberg, sondern auch das 24h Rennen von Finale Ligure statt. Da wird ohnehin ein wenig zum Testen und Urlauben nach Finale Ligure wollten, haben wir das eine mit dem anderen verbunden und werden die kommenden drei Wochen in Finale Ligure sein.

Mit dabei: herausragende Lampentechnik von Lupine.

Vielen Dank an Wolf von Lupine schon an dieser Stelle, mit den Lupine Betty Lampenköpfen werden wir in Finale die Nacht zum Tag machen und auch die kleinen Wilmas werden auf dem Helm ihr bestes geben dürfen. Hoffentlich findet sich die Konkurrenz bei so viel Licht noch zurecht.

Außerdem am Start: neue Lenker für das Lenkerspezial der nächsten Pedaliéro sowie ein Paar brandheiße Reverse Pedale, die nicht nur schön, sondern auch riesengroß sind und ein ganz besonderes Fahrgefühl bieten sollen. Wir sind gespannt!

Wie immer wird es von den Wochen in Finale tolle Bilder und das ein oder andere Video geben, vor allem vom Rennen selbst wollen wir tolle Aufnahmen machen! Dann noch ein bisschen klettern und schnorcheln und schon ist der Alltag vergessen.

Ihr dürft gespannt sein auf unsere Rückkehr Anfang Juni, denn dann geht's mit Schwung weiter die Falllinie hinab.

Tobi und Nus

Sonntag, 17. Mai 2009

Marc Beaumont - GT Fury

GT mischt wieder mit im Downhill-Worldcup, dafür sorgen zum einen die schnellen Fahrer Marc Beaumont und Sick Mick Hannah, zum anderen aber natürlich auch ihr Hightech-Carbon-Bike.

Carbon ist im Downhill noch etwas verpönt - doch schnell und schön scheint es zu sein, Grund genug für uns also, uns das Rad etwas näher anzuschauen und uns anzuhören, was die GT Jungs sich dabei gedacht haben.

"Carbon hat eine ziemlich geringe Dichte und ein geniales Verhältnis von Belastbarkeit zu Gewicht, dadurch kann man entweder sehr leichte Räder bauen, oder aber, und das haben wir im Falle des Fury getan, sehr stabile" beginnt der GT-Manager seine Erläuterungen. "Das Ziel bei der Konstruktion des Bikes war nicht, sämtliche Gewichtsrekorde zu brechen, sondern ein durables Downhillrad zu entwerfen, das jeder Fahrer mehrere Saisons fahren kann, und trotzdem nicht übermäßig schwer ist. Durch die Verwendung von ziemlich hohen Wandstärken und einer strategischen Positionierung von Falten und Kanten im Material ist das Rad eines der stabilsten Überhaupt. Trotzdem gehört es - Carbon sei Dank - zu den ganz leichten. Marcs Rad wiegt, wie gezeigt, lediglich 16,6kg ready to race!"

Auf die Tatsache angesprochen, das Carbon ja meist in der Belastungsrichtung stabil sein mag, aber bei seitlichen Schlägen, Steinen und ähnlichem gerne mal bricht, wurde uns folgendes gesagt: "In Pietermaritzburg flog Micks Bike in ein Steinfeld. Seitlich. Volle Wucht. Die Boxxer hatte ein großes Loch, doch der Hauptrahmen und der Hinterbau hatten außer heftigen Kratzern keinen Schaden genommen, weil die Wandstärken so groß sind. In den Ausfallenden, Drehpunkten, Steuerrohr, Sattelrohr und Innenlagergehäuse kommen außerdem Aluminiunm-Inserts zum Einsatz. "Der Rahmen ist Hart im nehmen und leicht, und verfügt außerdem über das bewährte I-Drive, was Kettenzug eliminiert, schaut euch das an:" An dieser Stelle wurde das Rad durch etwa 2/3 des Federwegs gedrückt, ohne das sich das Schaltwerk auch nur im geringsten bewegte... sehr beeindruckend! "Das Innenlager ist schwimmend zwischen Hauptrahmen und Hinterbau gelagert, das System funktioniert einfach.

Achso, gegen Steinschlag haben wir im Unterrohr eine gute Lage Kevlar eingewebt, das Zeug hält 9mm Kugeln ab, Steine sollten da kein großes Problem darstellen..."

Genug der langen Worte, das Rad ist schön, leicht, und augenscheinlich auch stabil. Carbon sollte im Downhill noch eine große Zukunft haben. Die letzten Worte von Marc: "Carbon is weak, if you use it in a normal, stupid way. But if you use ist strategically right its potential is immense and you can actually create a stronger and lighter frame!"

Freitag, 15. Mai 2009

Pedaliéro #19 - Bikes, Trips und Rock'n'Roll

Es ist wieder so weit - die 19. Ausgabe des Pedaliéro hat den heimischen Briefkasten erreicht und dürfte mittlerweile auch in den angesagten Shops zu finden sein.

Nach der ersten Veröffentlichung in der letzten Ausgabe haben wir die Zusammenarbeit mit den Sawitzkibrüdern intensiviert und sind im neuen Heft gleich doppelt vertreten - einmal mit einem schönen Bericht über die Demonstration in München und einmal mit einem kleinen Homie-Spezial über den Bikepark Oberammergau.

Wer in letzter Zeit die News auf mtb-news.de gelesen hat, der dürfte mittlerweile wissen, dass es nicht sonderlich gut um den Bikeparkt Oberammergau steht. Aus Kostengründen überlegt die Kommune, den Liftbetrieb im Sommer einzuschränken oder gar ganz einzustellen [Bericht hier]. Um dem entgegen zu wirken, kann der kurze Bericht ja vielleicht schon genau richtig gewesen sein - Biker, fahrt nach Oberammergau und checkt eine der schönsten Strecken in Deutschland ab!

Der weitere Inhalt des aktuellen Hefts, dass es bald auch wie gewohnt zum Download geben wird:

- Ausprobiert Spezial: 22 neue Bikes im Fahrbericht
- Mode, Mode, Mode! Man was siehst du wieder gut aus!
- Der perfekte Singletrail: Der Hacklberg-Trail in Saalbach Hinterglemm
- Werkspionage: Rumgeschnüffelt bei Scott

Also - nichts wie raus zum Pedaliéro-Händler - sichert euch eure Ausgabe des coolsten Magazins der Szene!

Fallline Interview - Clay Porter

Immer im Gepäck des World Cups sind die Photo- und Videographen. Einer der bekanntesten unter ihnen ist Clay Porter, der mit seinen rückblickenden Filmen (Between the Tape, F1RST, The Tipping Point) die gesamte Saison verarbeitet. Außerdem ist Clay in der letzten Saison für die Yeti Teamvideos zuständig gewesen. Neues Jahr neues Glück hat er sich gedacht und so ist er in La Bresse unterwegs gewesen, um die Atherton Familie für sein neues Video „The Atherton Project“ zu filmen. In der Bikefilmindustrie geht der Trend weg von den großen Jahresvideos hin zu den kleineren Exklusivproduktionen, die gar nicht erst versuchen das große Ganze zu erfassen, sondern einen etwas tieferen Einblick in einzelne Teams, Fahrer und Events zu bieten. Topaktuell ist die Verbreitung der Filme über das Internet und was Clay da mit den Athertons plant, verrät er im Interview.

Fallline Productions Interview: Clay Porter and the Atherton family from Fallline Productions on Vimeo.

Wir trafen Clay zuerst an der Strecke und danach im Teamzelt der schnellsten Familie der Welt, wo im Interview mit Dan Atherton so manches interessante Detail ans Licht kam… und das alles inklusive unangemeldeter Zwischenfragen von Gee, der nebenbei professionell nervige Fanboys zufrieden stellte. Das bot Clay immerhin die Chance, sein Mittagessen zu verspeisen. Guten Appetit. Die wichtigste Frage des Interviews gibt es aus Sicherheitsgründen nicht auf Video. Sie betrifft Rachel Atherton und natürlich gibt es ihre Antwort auf Video.

Gemeinsam werden die Teams mit ihren Medienunterstützern nun nach Andorra, der Heimat von Cedric Gracia weiterziehen, um den dritten World Cup des Jahres zu bestreiten. Wir werden euch hier auf dem Laufenden halten, wie es dort weitergeht. Momentan wird auf der Strecke noch immer der Schnee aus den Rinnen geschaufelt – der Sommer ist noch nicht bis in die Pyrenäentäler vorgedrungen.