Freitag, 20. Februar 2009

Teile, Teile, Teile #4: Avid Elixir CR Carbon Bremsen

Lange Zeit war es ruhig um Diskbrakes aus dem Hause Avid. Dann wurde Avid von Sram übernommen und mit der Juicy ein echter Allrounder auf den Markt geworfen, den es in vielen Versionen für jeden Geldbeutel gibt. Für Leute mit dem Wunsch nach "etwas" mehr Bremsleistung wurde dann ein Anker nachgeschoben - die Code. Nicht schön aber schwer und auf jeden Fall stark.

Auf der Eurobike 2008 wurde dann die Re-Evolution vorgestellt: die Elixir. Während mancher noch über die Aussprache rätselt (eine Aussprache in Richtung Mixer ist recht populär), fragt sich der nächste schon nach der Positionierung und den Features der neuen Bremse.
Die Elixir gibt es in zwei Varianten, der CR und der C, die beide irgendwo zwischen Juicy und Code liegen sollen. Der Preis liegt etwas über dem der Juicy und die Bremsleistung unter der der Code, aber über der Juicy. Leichter als die beiden anderen soll sie sein. Alles klar?

Das eigentlich interessante an der Elixir ist allerdings ihre Verstellbarkeit. Die CR bietet als Topmodell alle Optionen, die eine Bremse nur zur Anpassung haben kann und spart über Carbonhebel auch nochmals etwas Gewicht (bleibt aber trotzdem noch deutlich über z.B. der Formula The One, siehe Ende des Posts).

Bei ihr kann einerseits ohne Werkzeug die Hebelweite eingestellt werden, andererseits - wieder ohne Werkzeug - bietet sie die Möglichkeit den Druckpunkt zu verstellen. Das eigentlich Gute dabei: beide Einstellungen beeinflussen sich nicht gegenseitig. Somit bleibt der Druckpunkt in konstantem Abstand vom Lenker, während man die Hebelweite beliebig verstellt und andersrum. Dadurch kann die Bremse perfekt auf die jeweils bedienende Hand angepasst werden. Allerdings funktioniert die Griffweiteneinstellung nur recht schwergängig und möglicherweise könnte die Druckpunktverstellung durch eine unter Spannung stehende Leitung verdreht werden, was sich in der Praxis zeigen wird.

Auch einige andere Features konnten bei der Elixir (egal ob CR oder C) umgesetzt werden. Nach wie vor gibt es Hebel, die sowohl links, als auch rechts montiert werden können und durch die geteilte Klemme kann die Montage unabhängig von Schalthebeln und Griffen erfolgen. Außerdem können die Avid Matchmaker nachgerüstet werden, über die dann Sram Schalthebel (X9 oder X0) montiert werden können. Out of the box haben die Hebel leichtes Spiel, fühlen sich aber ansonsten sehr gut an. Die Vorderseite ist angenehm breit und das Carbon schön verarbeitet und rund.

Einige weiter Änderungen finden sich auch am Bremssattel. Neuerdings können nun auch bei Avid die Beläge nach oben aus dem zweiteiligen, extra steifen Bremssattel genommen werden. Durch die dafür notwendige größere Öffnung kann darüber hinaus auch Hitze besser abziehen. Um die Wärmeableitung weiter zu verbessern sind die Kolben gegenüber der Juicy deutlich gewachsen und gerillt, um mehr Oberfläche zu bieten.

Rein von den technischen Daten her hat die Bremse als das Zeug zu guten Wurf und auch das Gewicht kann sich für Avid-Verhältnisse sehen lassen, kann allerdings nicht an Shimanos XTR oder die Formula The One heranreichen. Nach wie vor wiegt die Avid mehr als die Konkurrenz.

Detailgewichte

Vorderradbremse: 250g (ohne Spacer, ca. 80cm Leitung)

Hinterradbremse: 263g (ohne Spacer, ca. 140cm Leitung)

Adapter 203mm PM Vorderrad: 21g

Adapter 185mm IS Hinterrad: 38g (bleischwer und sieht auch noch so aus... eventuell werde ich zu Feile und Bohrer greifen müssen)

Adapterschrauben (zur Montage am Rahmen): 2 Stück - 12g
Sattelschrauben (zur Montage der Sättel an den Adaptern): 2 Stück - 22g

Diskschrauben: 6 Stück - 13g

203mm Scheibe: 181g

185mm Scheibe: 148g

Spacer: 9g(ist auf den Komplettbilden noch drauf, bei den Gewichten hab ich ihn rausgerechnet)

Komplettgewicht Vorderrad: 497g (Spacer abgezogen)

Komplettgewicht Hinterrad: 495g (Spacer abgezogen)

Wenn ich die Bremse einige Zeit gefahren bin, werde ich hier veröffentlichen, wie sie sich dabei geschlagen hat. Man darf gespannt sein, die Basis scheint zu taugen!

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